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Marker 2022: Über den Entwicklungsprozess der Duke PT und die neue Squire 11

Marker Product Manager Max Schmid im exklusiven Interview über die neue Marker Squire 2022, Duke PT, das weitere Bindungssortiment und Nachhaltigkeit im Hardwarebereich.

Letztes Jahr hat Marker mit der „Duke PT“ ein komplett neues Konzept einer tourentauglichen Hybridbindung vorgestellt. Wir haben Product Manager Max Schmid über den Entwicklungsprozess befragt. Natürlich hat uns brennend interessiert, wie der Neuling in der Freeski-Community angenommen wurde und was sich sonst noch Neues im Marker-Forschungslabor getan hat.

Interview: Marker Product Manager Max Schmid über die Duke PT, die Marker Squire 2022 und weitere Themen

Hi Max, schön, dass du wieder die Zeit gefunden hast, dich mit uns über Marker zu unterhalten! Letzten Winter hattet ihr die „Duke PT“ gelauncht, die ein komplett neues Konzept einer Hybridbindung darstellt. Klar, coronabedingt ist der letzte Winter sicherlich nicht 100-prozentig repräsentativ gewesen, aber was habt ihr generell für ein Feedback bekommen?

Servus Roman, danke, ich freue mich, wieder hier zu sein! Wie so viele in unserer Branche hatten wir uns die Saison sicherlich anders vorgestellt – nicht zuletzt, weil wir auch ein Launch Event in Alaska für April 2020 geplant hatten, das dann nicht stattfinden konnte. Immerhin steht man mit einer „gehfähigen“ Bindung bei geschlossenen Liften nicht ganz so dumm da. Unterm Strich war das Feedback der ersten Saison also trotzdem sehr gut und die Kunden waren begeistert von der Vielseitigkeit und dem „Kick ass“-Faktor unserer neuen Bindung.

Absatzmäßig hat uns die Tatsache sehr geholfen, dass im Kernmarkt für die „Duke PT“ und für die gesamte „Royal Family“ allgemein, nämlich Nordamerika, die Resorts geöffnet und einen schneereichen Winter hatten. Dort hätten wir tatsächlich mehr verkaufen können als wir imstande waren zu produzieren. Also alles in allem für die schwierigen Verhältnisse trotzdem ein super Start.

Seit 2021 auf dem Markt: Die Marker Bindings Duke PT.
Seit 2021 auf dem Markt: Die Marker Bindings Duke PT.

Gab es auch schon Wünsche, diese Bindung in weiteren Varianten als den beiden mit DIN 16 und DIN 12 auf dem Markt zu sehen?

Wir hatten hier und da mal kurze Dis­kussionen darüber, allerdings ist unser Standpunkt, dass die beiden angebotenen Varianten mit DIN 6-16 mit der „Jester“-Ferse und DIN 4-12 mit dem neuen „Squire“-­Hinterbacken sehr gut die diversen Zielgruppen bedienen. Vom Alleskönner – mit dem One-Quiver-Set-up – bis hin zum supersportlichen Freerider haben wir mit den Varianten alles abgedeckt.

Auch beim Start der Range mit DIN-Wert 4 den­­ken wir, dass wir den Einstieg ins Produkt sehr gut möglich machen.

Insofern sehen wir mehr Potenzial beim Weiter­entwickeln anderer tourentauglicher ­Bindungen.

Noch mehr? Mit der „Alpinist“, „King Pin“ und „Duke PT“ seid ihr in diesem Segment doch schon perfekt aufgestellt, um sämtliche Kombinationen von Aufstiegs- und Abfahrts-Performance bedienen zu können. Oder arbeitet ihr tatsächlich schon an einer Variante, die noch keiner auf dem Schirm hatte?

Hm, also ich denke, dass wir letzte Saison mit der „Duke PT“ ein Produkt auf den Markt gebracht haben, das so keiner auf dem Schirm hatte. Jeden Winter solch ein innovatives Produkt umzusetzen geht natürlich nicht.

Allerdings haben wir immer laufende Entwicklungsprojekte, mit denen wir die Nischen zwischen unseren Produkten weiter schließen, bestehende verbessern und an Lösungen tüfteln, um den Einstieg zum Skisport für eine große Bandbreite an Kunden zu ermöglichen, Stichwort: Ski-Touring für Kinder.

Bleiben wir mal in der Gegenwart be­zie­hungsweise schauen uns die neue Version der „­Squire“ an. Mit diesem Modell habt ihr die „Royal Family“-Kollektion komplettiert. Was genau habt ihr an der Freestyle-Bindung modifiziert?

Wir wollten die Erscheinung der „Squire“ bis dahin etwas „aufmotzen“ und die Bindung unterm Strich etwas bulliger und erwachsener werden lassen – und dabei natürlich auch technisch verbessern. Das heißt, wir haben einen komplett neuen Vorderbacken konstruiert, der jetzt genauso wie die „Griffon“, die „Jester“ und die „Duke PT“ ein Anti Ice Rail besitzt, auf dem man Schnee und Eis vor dem Einstieg in die Bindung abstreifen kann.

Außerdem ist die Bindung nicht mehr einstellbar für Tourenschuhe, dieses Feature wurde einfach zu wenig genutzt und würde immer eine Einstellung im Fach­han­del erfordern. Das „vereinfachen“ wir, indem wir die Bindung ausschließlich mit GripWalk- und Alpin-Sohlen-Kompatibilität anbieten. Die Ferse wurde ebenfalls komplett neu konzipiert. Dazu haben wir vor allem den Einstiegskomfort verbessert; es braucht nun rund ein Drittel weniger Kraft, um in die Bindung zu steigen.

Außerdem haben wir den Shape im Einstiegsbereich speziell für GripWalk-Sohlen angepasst, sodass auch dies in Zukunft perfekt ­harmoniert.

Für wen eignet sich die „Squire“ demnach am besten? Auch im Freestyle-­Segment gebt ihr seit Jahren den Ton an und pusht den Sport – vor allem weil ihr mit Dalbello zusammen GripWalk entwickelt habt. Wie lief die Zusammenarbeit eigentlich damals ab, dass ihr Bin­dungen und Sohlen aufeinander abgestimmt habt?

Die „Squire“ mit der DIN-­Range 3-11 eignet sich super für Jugendliche und Kids, ist aber auch für Mädels mit ihrem geringeren Gewicht eine gute Wahl. Das GripWalk-Thema war ein langer Weg.

Im Prinzip haben wir nach einer Lösung gesucht, das Gehen in Skischuhen zu verbessern – jeder Skifahrer weiß sofort, was gemeint ist.

Marker hat begonnen, Sohlenaufsätze für vorne und hinten zu entwickeln und die Schnittstellen zur Bindung kompatibel zu konstruieren. Diese Sohlenaufsätze werden dann vom Schuhhersteller im Werk von unten an die Skischuh-Schale verschraubt. Wenn man also gut funktionierende Sohlenteile hat, muss nur noch die Schuhschale so abgestimmt werden, dass alle durch die Norm vorgegebenen Maße eingehalten werden – und fertig ist das Ding. In der Realität war es ein sehr langer und arbeitsintensiver Weg.

Generell ist der Markt immer noch recht unübersichtlich und Brands können sich nicht auf einheitliche Normen einigen. Alpin-Sohlennorm ISO 5355, Touren-­Sohlennorm ISO 9523, WTR und GripWalk: Wäre es nicht an der Zeit, eine einheitliche Norm zu schaffen? Und wie stehen dabei die Chancen für GripWalk?

Tolles Timing der Frage! Da hast du ab­so­lut recht, denn bisher konnte das Thema der Kompatibilität sehr verwirrend sein für den Endkunden. Nun ist aber end­gültig Schluss damit, denn seit Frühjahr diesen Jahres haben wir eine brandneue Norm, die Klarheit in den neuen „Walk Sole“-Standard bringt!

Und zwar müssen in Zukunft alle Schuhhersteller, die eine abgerundete Gummisohle anbieten, diese als ISO 23223 mit Titel „Walk Sole“ bezeichnen.

Dabei gilt dies sowohl für Erwachsenenschuhe (ISO 23223 A, Walk Adult Sole) als auch für Kinderschuhe (ISO 23223 C, Walk Children Sole). Weiterhin gibt es die Standards Alpine Adult Sole (ISO 5355A) und Alpine Children Sole (ISO 5355C) sowie die Tourenschuh-­Norm ISO 9523.

Es war ein langer Weg, alle Normen der Schuhhersteller auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, aber das Ergebnis ist letztendlich der Beweis für den Erfolg von GripWalk, der sich nun als Branchenstandard etabliert hat.

Lass uns am Schluss noch über das Thema Nachhaltigkeit sprechen. In der Outerwear ist dieses Thema nicht mehr wegzudenken – in der Hardware aber noch größtenteils unangetastet. Glaubst du, es ist möglich, Bindungen zu recyceln? Tüftelt ihr womöglich schon an derartigen Ideen?

Das Thema Nachhaltigkeit wird bei uns in den nächsten Jahren sehr stark ausgebaut werden. Bisher sind es eher kleine Projekte. Unser Plan ist es jedoch, die ESG-Kriterien in jeder einzelnen Aktion zu betrachten. Dadurch dass wir circa 90 Pro­zent unserer Wertschöpfungskette in Europa haben, unseren Rohmaterialverbrauch beispielsweise durch 3-D-Druck für Prototypen reduzieren und unsere Produkte im Allgemeinen eine lange Lebenszeit haben, sind wir definitiv auf dem richtigen Weg.

Wie gesagt, in den kommenden Jahren werden wir zum Thema Nachhaltigkeit ganzheitliche Prozesse und Konzepte umsetzen, natürlich wird Recyceln ein Teil davon sein.

Die Marker „The Squire“ 2022 im Detail

Marker - Squire 2022
Marker – Squire 2022

Für den perfekten Einstieg in Park und Powder: Mit der „Squire 11“ komplettiert Marker das Update der „Royal Family“ und bietet damit vor allem jungen Freeridern das ideale Einstiegsmodell. Die überarbeitete Version des Vorgängermodells „Squire 11 ID“ kommt mit einem neuen Triple-Pivot-Light-Vorderbacken und der leichteren Hollow-Linkage-­Ferse – in neuester Generation erstmals in der „Duke PT 12“ verbaut – auf den Markt.

Um die Skischuhsohle unkompliziert von Schnee und Eis zu befreien, wurde am Vorderbacken ein Anti Ice Rail angebracht, womit die „Squire 11“ nun auch mit einem typischen Merkmal der „Royal Family“ ausgestattet ist. Bei der neuen „Squire“-Generation wird auf die höhenverstellbare Gleitplatte (Sole.ID-Technologie) verzichtet, um sie stattdessen mit einer speziell für GripWalk- und Alpin-Sohlen abgestimmten Schuhaufnahme auszustatten.

Marker - Squire 2022
Marker – Squire 2022

Da das Einstellen der Gleitplatte entfällt, ist das Modell noch einfacher in der Handhabung für Kunden und Handel. Zugleich wird die „Squire“ dadurch in Sachen Funktionalität zur „Griffon“ hin abgegrenzt.

Marker - Squire 2022
Marker – Squire 2022

Für eine deutlich verbesserte Einstiegs-Performance sorgt die Hollow-Linkage-Ferse in zweiter Generation. Die aufzuwendende Einstiegskraft wird dadurch um bis zu einem Drittel reduziert. Zudem macht es der ausge­fräste weitere Einstiegsbereich noch einfacher, in die Bindung einzusteigen. Auch mit GripWalk-Sohlen schließt sie ohne hohen Kraftaufwand und ist damit besonders für Jugendliche und Frauen geeignet.

Specs

  • Z-Wert: 3- 11 DIN
  • Gewicht: 870 g
  • Hike-Modus: nein
  • Preis: 170 Euro (mit 100 mm Stopper)

Weitere Infos zur Marker Squire 2022 findet ihr in unserer Produktdatenbank. Dort findet ihr auch alle weiteren Bindungsmodelle von Marker für die Saison 2021/2022.

Marker - Squire 2022
Marker – Squire 2022
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