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Down Skis ist zurück!

Interview: Roman Lachner // Fotos: Roman Lachner, Karl Emrik Jansson

Down Skis, eine Marke, die sich seit 2009 als Geheimtipp im Freeskiing einen Namen gemacht hat, ist zurück! Nach einer pandemiebedingten Pause und einem Wechsel des Eigentümers, produziert Sigi Rumpfhuber nun die edlen Skier in Österreich. Wir haben ihn in Bergheim besucht und im Interview spannende Einblicke gewonnen. Erfahre mehr über das Revival von Down Skis und ihre neue Produktionsstätte!

Down Skis wurde 2009 in Nordamerika gegründet, als kleine Core Brands mehr und mehr im Freeskiing Fuß fassen konnten. Bis 2020 entwickelte sich das Label, das auf einen Direktvertrieb setzt, prächtig. Dann war erst einmal Schluss, Corona legte alles lahm. Jetzt ist Down Skis zurück – mit neuem Inhaber, Headquarter in Bergheim bei Salzburg und hauseigener Fertigung im Original+ Werk.

Down Skis, 2009 in Nordamerika gegründet, kehrt mit neuem Inhaber und eigener Fertigung in Bergheim bei Salzburg zurück. Sigi Rumpfhuber, langjähriger Fan der Marke, produziert nun die hochwertigen Skier.
Down Skis, 2009 in Nordamerika gegründet, kehrt mit neuem Inhaber und eigener Fertigung in Bergheim bei Salzburg zurück. Sigi Rumpfhuber, langjähriger Fan der Marke, produziert nun die hochwertigen Skier.

Sigi Rumpfhuber war schon seit den ersten Tagen von Down Skis Fan der Marke und produziert nun die edlen Latten. Wir haben ihn in Österreich besucht und ihn im Interview befragt.

Interview: Sigi Rumpfhuber

Hi Sigi! So kreuzen sich unsere Wege mal wieder. Nachdem du damals am Re­launch von Kästle maßgeblich beteiligt warst und ich Bilder mit eurem damaligen Freestyle-Team schoss, haben wir uns etwas aus den Augen verloren. Dass du Original+ gegründet hast, habe ich natürlich mitbekommen, aber ihr als Race-/Carving-Brand und wir als Free­ski-Magazin hatten nicht so viele Überschneidungspunkte. Umso erfreulicher, dass du jetzt bei Down Skis im Boot sitzt! Wie kam es, dass ihr in Salzburg die Ski für das kleine Label produziert?

Hi Roman! Dazu muss ich jetzt historisch etwas ausholen, damit ich die Story schlüssig erzählen kann. Alles begann in den frühen 2000er-Jahren, als es Gregor „Geo“ Gieras aus den USA in die Schweiz verschlug, um in den Alpen auf Powder-Jagd zu gehen. 2005 wollte er nebenberuflich einen europäischen Vertrieb für Moment Skis aufbauen. Die US-Marke war erst 2003 gegründet worden und für eine internationale Nachfrage einfach noch nicht aufgestellt.

Das Projekt Moment ließ sich also nicht realisieren und „Geo“ fasste 2006 den Entschluss, eine eigene Brand zu gründen. Erste Prototypen wurden entworfen und ein paar Skier in den USA gepresst. Dann stoppte das Projekt Down Skis erst einmal, bis sich „Geo“ und Simen Stori über den Weg liefen. Als passionierter Freerider und erfah­re­ner Architekt übernahm der Norweger den technischen Part der Skikonstruktion.

Von 2009 bis 2011 testete Down Skis ihre Modelle in ganz Europa, sammelte wertvolles Feedback und optimierte die Konstruktion. 2011 kamen die ersten „Countdown“ Skier auf den Markt, gefertigt in Polen.
Von 2009 bis 2011 testete Down Skis ihre Modelle in ganz Europa, sammelte wertvolles Feedback und optimierte die Konstruktion. 2011 kamen die ersten „Countdown“ Skier auf den Markt, gefertigt in Polen.

Von 2009 bis 2011 testete das Duo die Ski­er in ganz Europa mit einem kleinen Team passionierter Skifahrer und Guides aus Norwegen, Schweden, Italien, Österreich, Frankreich und Deutschland und erhielt wertvolles Feedback zu Konstruktion, Design und Haltbarkeit. Nach einigen Über­arbeitungen und Optimierungen brachte Down 2011 die ersten „Countdown“ auf den Markt, die in Polen gefertigt wurden.

Von 2011 bis 2019 ver­zeich­nete Down Skis ein stetiges Wachs­tum und ge­wann vor allem eine sehr treue Fan­ge­mein­de, die von der Kom­bination aus ­hoher Qualität der Skier und dem vergleichsweise günstigen Preis durch den Di­rekt­vertrieb be­geis­tert war. Nach der anfänglichen „Countdown“-Serie erweiterte die Marke ihr Portfolio um spezielle Back­country-Free­style-Mo­delle, die „Throwdown“, und um die Free­tou­ring-Modelle „Lowdown“.

Dann ver­frachtete Covid die Welt in eine Art Schockstarre und Down Skis ruhte für die Jahre 2020 und 2021.

Und dann bist du mit Original+ auf dem Set erschienen?

Genau. Ich habe während all der Jahre recht genau verfolgt, was die Marke so ge­trieben hat, und war von dem Konzept extrem begeistert. Allein schon was „Geo“ und Simen rund um das Wort „Down“ alles gebastelt hatten, war ein simples, aber gleichzeitig extrem schlüssiges und intui­tives Marketingkonzept.

Neben den vier Kollektionen, in deren Namen jeweils „Down“ steckt, bringt es ihr Brand-Slogan „Be smart, get more, get down!“ perfekt auf einen Nenner. Die Umsetzung dieses schlauen Plans ist aber nur möglich, wenn dieses Mehr zu einem vergleichsweise günstigen Preis angeboten werden kann. Aus diesem Grund haben „Geo“ und Simen von Beginn an auf den Direktvertrieb gesetzt. Dieser war im Skibereich damals noch absolutes Neuland, während im Bike-­Bereich YT und andere Brands schon bewiesen, wie gut sich hochwertige Produkte ohne den Sportfachhandel verkaufen ließen.

Nach der Covid-Zwangspause rief „Geo“ bei mir an und fragte, ob es mög­lich wäre, Down Skis in Salzburg zu pro­du­zieren, wie wir es schon für einige andere Micro-Brands taten. Während des Telefonats haben wir beide gemerkt, dass wir recht ähnliche Ideen von unserem Sport haben, und aus diesem Grund sind wir uns schnell einig geworden.

Was steckt denn nun von Original+ in Down?

Letztlich kann man sagen, dass wir die Ex­pertise und auch die Unmenge an Datensätzen, die wir in den letzten Jahren mit Original+ gesammelt haben, für Down Skis nutzen. Prozesse, wie man Ski per­sona­lisiert, kennen wir ja schon aus dem Profibereich.

Wir haben mit unserer Brand eine Möglichkeit geschaffen, Customizing und einem bezahlbaren Preis anbieten zu können.

Auf der Original+ Homepage kann man in nur wenigen Schritten virtuell einen Ski nach Maß „anpassen“, den man dann online gleich kaufen kann und der auf Wunsch direkt nach Hause geliefert wird. Man kann ihn natürlich auch persönlich in unserer Skimanufaktur bei Salzburg abholen.

"Überraschenderweise möchten gerade ausländische Kunden einen Blick hinter die Kulissen werfen. Dank unseres Systems können wir kostengünstig Einzelstücke herstellen und hochwertige, kleine Serien mit Down Skis direkt bei uns produzieren."
Überraschenderweise möchten gerade ausländische Kunden einen Blick hinter die Kulissen werfen. Dank ihres Systems kann Down Skis kostengünstig Einzelstücke herstelle und hochwertige, kleine Seriens selbst produzieren.

Du wirst es nicht glauben, aber gerade Kunden aus dem Ausland wollen einen Blick hinter die Kulissen werfen. Wir haben also ein System entwickelt, mit dem man kostengünstig Einzelstücke herstellen kann, ohne auf eine ganze Reihe von Prototypen zurückgreifen zu müssen. Auf dieses Wissen können wir nun zurückgreifen und vergleichsweise kleine, sehr hochwertige Serien mit Down Skis produzieren – und das alles bei uns.

In meiner langen Karriere als Skibauer musste ich oft genug Modelle extern produzieren lassen. Dabei musste ich mich dann auf die Expertise anderer verlassen. Verstehe mich nicht falsch, das heißt jetzt nicht, dass andere Firmen keine gute Qua­lität abliefern würden. Ich kann aber nur auf den Standard zurückgreifen, der der jeweiligen Fertigung zugrunde liegt. Das fängt beim Formenbau an und hört bei den verbauten Materialien auf.

Ich tue mich schon schwer damit, andere Materialien einzubringen, die nicht standardmäßig in deren Supply Chain vorgesehen sind. Wenn du die Produktion selber übernimmst, kannst du ganz anders und freier agieren.

Na, dann lass uns doch mal zu euren Modellen kommen! Wie sieht das für den kommenden Winter im Detail aus, welche Latten habt ihr im Programm?

Wir haben weiterhin die vier Linien „Countdown“, „Lowdown“, „Throwdown“ und „Showdown“ im Programm. Bei den „Countdown“-Freeride-Modellen und den Twintips der „Throwdown“-Kollektion haben wir in Sachen Shape und Rocker nur kleine oder moderate Anpassungen vorgenommen.

Down Skis bietet weiterhin die vier Linien „Countdown“, „Lowdown“, „Throwdown“ und „Showdown“ an. Bei den „Countdown“-Freeride-Modellen und den „Throwdown“-Twintips wurden nur moderate Anpassungen in Shape und Rocker vorgenommen.
Down Skis bietet weiterhin die vier Linien „Countdown“, „Lowdown“, „Throwdown“ und „Showdown“ an. Bei den „Countdown“-Freeride-Modellen und den „Throwdown“-Twintips wurden nur moderate Anpassungen in Shape und Rocker vorgenommen.

Die Freerider wird es in den Breiten 104 Millimeter und 115 Millimeter geben, die Freestyler in 89, 105 und 125 Millimeter.

Den „Showdown“ haben wir mehr oder weniger komplett neu ent­wickelt. Mit seinem 40-Meter-Radius und einer Taille von 115 Millimetern war dieses Mo­dell nur für eine extrem begrenzte Ziel­gruppe zu empfehlen. Wir haben das Konzept komplett abgeändert und einen Ski entworfen, der eher in die Kategorie All Mountain/Freeride zu stecken wäre. Zwei Breiten, 100 und 108 Millimeter unter dem Fuß, mit einem wesentlich kürzen Radius stehen nun zur Auswahl.

Und dann fehlen noch die „Lowdown“-Modelle. Bei den Freetourern ist Down Skis noch in der finalen Abstimmung und arbeitet am Innenleben der drei Breiten 87, 102 und 120 Millimeter. Bis zum Herbst sollten auch diese drei Skier fertig sein.
Und dann fehlen noch die „Lowdown“-Modelle. Bei den Freetourern ist Down Skis noch in der finalen Abstimmung und arbeitet am Innenleben der drei Breiten 87, 102 und 120 Millimeter. Bis zum Herbst sollten auch diese drei Skier fertig sein.

Und dann fehlen noch die „Lowdown“-Modelle. Bei den Freetourern haben wir die finale Abstimmung noch nicht gefunden und tüfteln immer noch am Innenleben der drei Breiten 87, 102 und 120 Millimeter herum. Bis zum Herbst sollten wir aber auch diese drei Skier fertig haben.

Da wir schon beim Innenleben sind: Was verbaut ihr an Materialien?

Indem wir unsere Skier am Handel vorbei direkt an den Endkunden vertreiben, können wir extrem hochwertige Materialien ver­wenden, ohne dass der Ski über 1.000 Eu­ro kostet. In Sachen Qualität spielen wir bei­spielsweise mit DPS in einer Liga.

Durch den Direktvertrieb kann Down Skis hochwertige Materialien nutzen, ohne die 1.000-Euro-Marke zu überschreiten. Sie verwenden CK60-Stahlkanten, CPS-P-Tex-Beläge, durchgehende Holzkern, umlaufende Seitenwangen und Carbon, vergleichbar mit DPS-Qualität.
Durch den Direktvertrieb kann Down Skis hochwertige Materialien nutzen, ohne die 1.000-Euro-Marke zu überschreiten. Sie verwenden CK60-Stahlkanten, CPS-P-Tex-Beläge, durchgehende Holzkern, umlaufende Seitenwangen und Carbon, vergleichbar mit DPS-Qualität.

Um ins Detail zu gehen: Wir verwenden mehrfach wärmebehandelte CK60-Stahlkanten, hochwertige CPS-P-Tex-Beläge, Holzkerne über die gesamte Skilänge, umlaufende Seitenwangen und natürlich Carbon.

Carbon steckt in allen Modellen?

Natürlich. Wir bei Down bleiben der Linie treu, dass jeder Ski bei uns durch Carbon versteift ist. Die Menge und die Qualität der Kohlefaser beeinflusst maßgeblich den Preis des jeweiligen Modells.

Ob schmale Stringer bei den „Throwdown“-Twintips oder vollflächiges Carbon bei den „Countdown“-Modellen – der Unterschied ist gewaltig. Bei den „Countdown“-Skiern verwendet Down Skis 1,6 Quadratmeter Carbon pro Ski, was den Preis entsprechend erhöht.
Ob schmale Stringer bei den „Throwdown“-Twintips oder vollflächiges Carbon bei den „Countdown“-Modellen – der Unterschied ist gewaltig. Bei den „Countdown“-Skiern verwendet Down Skis 1,6 Quadratmeter Carbon pro Ski, was den Preis entsprechend erhöht.

Ob ich wie bei den „Throwdown“-Twintips nur schmale Stringer mit in die Presse lege, die auf ein Gewicht von circa 30 Gramm kommen, oder beim „Countdown“ oben und unten vollflächig Carbon eingelegt ist, macht einen gewaltigen Unterschied. Bei Letzterem kommen wir auf 1,6 Quadrat­me­ter Carbon – pro Ski. Das hebt natürlich den Preis.

Ich denke allerdings, dass wir mit einem Preis ab 699 Euro für einen „Countdown“ extrem wettbewerbsfähig sind. Die „Throwdown“ sind sogar schon ab 425 Euro zu haben. Die Zielgruppe ist wesentlich jünger und hat dementsprechend weniger Kohle. Das haben wir bei der Konstruktion natürlich berücksichtigen müssen.

Das leuchtet ein. Lass uns noch einmal kurz zurück zu Original+ und der Mög­lich­keit, individualisierte Einzelstücke zu fertigen, kommen: Wollt ihr dieses Know-how eventuell auch mit Down umsetzen?

Custom-Skibau mit einem individualisierten Flex sehen wir in der Freeski-Zielgruppe vorerst nicht.

Diese Option ist aber im Pisten- und Race-Sport tatsächlich ein gro­ßes Thema. Schon vor 15 Jahren hat die Uni Innsbruck eine Studie veröffentlicht, die belegt, dass sich die verbauten Ra­di­en unterschiedlicher Skier bei zuneh­men­dem Aufkantwinkel sukzessive angleichen. Ob einem Modell ein Sidecut von nun 12,4 Metern oder 13,5 Metern zugrunde liegt, ist bei einem Winkel von 40° irrelevant. Der Shape verliert also zunehmend an Bedeutung, während Torsionssteifigkeit und Biegelinie immer stärker über die Performance entscheiden.

Der Shape verliert an Bedeutung, während Torsionssteifigkeit und Biegelinie zunehmend die Performance bestimmen. Im Powder hingegen sind Shape und Rocker-Design entscheidend für das Fahrverhalten.
Der Shape verliert an Bedeutung, während Torsionssteifigkeit und Biegelinie zunehmend die Performance bestimmen. Im Powder hingegen sind Shape und Rocker-Design entscheidend für das Fahrverhalten.

Im Powder verhält es sich umgekehrt, denn dort sind eher ­Shape und Rocker-Design für das Fahrverhalten verantwortlich. Eventuell fahren wir aber Kleinserien oder Limited Editions. Das ist aber noch Zukunftsmusik.

Was wir jedoch angehen wollen, ist, einen ver­gleich­baren Service anzubieten, wie wir ihn bei Original+ auf der Webseite haben. Über die passenden Fragen und einen Logarithmus, der die entsprechenden Antworten auswertet, wollen wir den Kunden zu seinem Down-Modell lotsen. Bei den zwölf Modellen kommen wir dann immerhin auf 40 ­Shapes, wenn wir alle Längen ­berücksichtigen.

Ja, dann wünsche ich euch schon mal viel Erfolg für den Relaunch!

Merci, Roman! Und schaut ab und zu mal wieder auf die Homepage. Die ersten neuen Modelle wird es schon im März geben.

Update: Die neue Kollektion für den Winter 2024/2025 ist nun auf der Down Skis Webseite erhältlich.

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