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Wer seine Skiausrüstung liebt, der pflegt sie – mit einem regelmäßigen Service beim Sportfachhändler, der richtigen Lagerung und einem sicheren Transport.

Dennoch lässt sich der Alterungsprozess zwar reduzieren, aber nicht gänzlich aufhalten. Nach acht bis zehn Jahren büßt die Skiausrüstung aufgrund eines Materialverschleißes vor allem auch an Sicherheit ein. Spätestens dann müssen neue Ski, Skischuhe, Bindungen, Helme, Protektoren und Skibrillen her: DSV-Sicherheitsexperte Andreas König bezieht Stellung.

Materialverschleiß…

…beim Ski

„Sind meine Ski zehn Jahre alt, sollte ich mir neue Modelle zulegen. Durch einen starken Gebrauch über mehrere Jahre verliert der Ski an Spannung. Das wirkt sich negativ auf die Fahreigenschaften aus: Der Ski ist nicht mehr so spritzig und büßt an Agilität und Kantengrip ein. Das ist dann wie mit defekten oder ausgeschlagenen Stoßdämpfern Auto zu fahren. Je schwerer der Fahrer und je stärker die Nutzung, desto größer ist der Spannungsverlust. Außerdem nutzen sich Kanten und Belag mit der Zeit ab. Wenn Ski schon viele Servicearbeiten hinter sich haben, können die Kanten mit der Zeit so stark abgeschliffen sein, dass sie unter Umständen nicht mehr nachgeschliffen werden können. Beim Service wird in der Regel auch vom Belag eine dünne Schicht abgenommen, um kleine Risse und Macken zu entfernen. Dadurch verliert die Lauffläche allmählich an Stärke und wird dünn. Somit besteht die Gefahr des Durchschleifens. Ein regelmäßiger Skiservice – mindestens einmal jährlich – muss allein aus Sicherheitsgründen trotzdem sein!
Schlussendlich ist auch die technische Weiterentwicklung enorm, wie die Carving- und Rockertechnologie zeigen! Die Carving-Technik hat das Skifahren revolutioniert. Etwa genau zehn Jahre später kamen die ersten Rocker-Ski in die Läden und machten das Skifahren noch einfacher, sicherer und attraktiver.“

…bei der Bindung

„Das Bindungsgehäuse der Skibindung besteht aus Kunststoff, der mit der Zeit altert, der Weichmacher entweicht. Mit zunehmendem Alter der Ausrüstung steigt deshalb die Gefahr eines Kunststoff- bzw. Gehäusebruchs. Wenn das beim Skifahren passiert, wäre es fatal! Mitunter kann es aber auch bei der Überprüfung der Bindungseinstellung passieren. Bei dieser wird die Bindung mit einem elektronischen Prüfgerät einem Belastungstest ausgesetzt, bei dem ähnlich hohe Kräfte wie auf der Piste wirken. Es spricht für einen qualifizierten Fachservice, wenn der Sportfachhändler den Kunden auf einen festgestellten Materialverschleiß hinweist. Das ist in der Regel kein Verkaufs-, sondern vielmehr ein Sicherheitsargument!
Neben dem Kunststoffgehäuse altert auch das mechanische Federsystem, das die Funktion der Bindung sicherstellt. Mit einer steigenden Anzahl an Nutzungstagen ermüdet dieses Federsystem, die für das Skifahren so wichtigen Haltekräfte verringern sich. Deshalb ist die jährliche Überprüfung der Einstellwerte und der Funktionstüchtigkeit durch den qualifizierten Sportfachhandel allein aus Sicherheitsgründen absolut notwendig. Natürlich kann auch die Feder brechen – je älter, desto größer ist die Gefahr. Die Bindung sollte nach acht bis zehn Jahren erneuert werden!“