Traumhafte Bedingungen beim zweiten Stopp der SWATCH FREERIDE WORLD TOUR 2016 (FWT): In Chamonix-Mont-Blanc siegten heute Eva Walkner (AUT) und Loïc Collomb-Patton (FRA) bei den Skifahrern sowie Anne Flore Marxer (SUI) und Sammy Luebke (USA) bei den Snowboardern. Erfolgreich verlief der Skitag auch für Fabio Studer (AUT), der Dritter wurde. Benedikt Mayr (GER) und Stefan Häusl (AUT) belegten die Plätze vier und fünf. Im Feld der Snowboarder holten Flo Orley (AUT) Rang fünf und Johannes Schnitzer (GER) Platz sechs.

Seit ihrer Gründung 2008 war die FWT jedes Jahr in Chamonix zu Gast. Der FWT-Klassiker im Angesicht des Mont Blanc fand dieses Mal am Aiguille Pourrie im Skigebiet Flégères statt. An dem 500-Höhenmeter-Hang erwarteten die weltbesten Freeride-Profis bei strahlend blauem Himmel 30 cm Neuschnee, die erst in der Nacht gefallen waren. Vor dem Start in den nordöstlich ausgerichteten, bis zu 45 Grad steilen und felsdurchsetzten Hang mussten sie zu Fuß zu dem auf 2.600 Meter gelegenen Gipfel aufsteigen. Wie bei allen FWT-Events beurteilte die Jury die 58 Teilnehmer nach den Kriterien Linienwahl, Flüssigkeit des Runs, Kontrolle, Air & Style und Technik.

Chamonix Results FWT 2016
Chamonix Results FWT 2016

Ski Herren: Studer auf drei, Mayr auf vier, Häusl Fünfter
Der Contest der Skifahrer begann mit Enttäuschungen für die Favoriten: FWT-Newcomer Kristofer Turdell (SWE), Sieger des Auftakt-Events, stürzte nach einem weiten Air. Auch der Zweite von Andorra, Jérémie Heitz (SUI), stürzte bei einem Drop, nachdem er zuvor noch einen sensationellen Backflip gestanden hatte. Besser machte es der Mann, der 2014 Weltmeister war und bereits in den vergangen zwei Jahren in Chamonix gewonnen hatte: Loïc Collomb-Patton (FRA) zeigte bei seinem Heimspiel einen Backflip, mehrere Airs und einen aggressiven, schnellen Run mit kreativer Linienwahl. Er überzeugte die Judges damit in allen fünf Kriterien und holte 89,33 Punkte. Das bedeutete den Sieg vor Logan Pehota (CAN), der in Andorra Platz vier belegt hatte und 86,66 Punkte erhielt. Der Kanadier glänzte mit einer originellen Line, einem hohen, technisch anspruchsvollen Sprung in eine Rinne und einem 360.

Fabio Studer hat Style, wie kaum ein anderer Rider auf der Tour. Heute zahlte sich das endlich mal wieder aus!
Fabio Studer hat Style, wie kaum ein anderer Rider auf der Tour. Heute zahlte sich das endlich mal wieder aus!

Auch Fabio Studer aus Koblach (AUT) gelang nach Platz sechs in Andorra wieder ein starker Auftritt. In seinem freestyle-inspirierten Run zeigte der 29-Jährige einen Handdrag 360 und einen Cork 360, was ihm 85 Punkte und Platz drei einbrachte: „Ich bin nicht voll risikoreich gefahren, weil die Schneeverhältnisse nicht einfach waren. Jetzt habe ich zwei gute Platzierungen und kann in Fieberbrunn mehr riskieren, falls es die Schneeverhältnisse zulassen.“

Markus Eder ist immer ein heißer Kandidat auf Top-Platzierungen!
Markus Eder ist immer ein heißer Kandidat auf Top-Platzierungen!

Gleich hinter Studer landete der Olympiateilnehmer im Slopestyle 2014, Benedikt Mayr (GER). Der 26-jährige Münchner, in Andorra noch auf Platz 19, beeindruckte mit einer Reihe von Airs, darunter einem 360. Mit 83,33 Punkten und Platz vier bei seinem zweiten Auftritt auf der FWT hat Mayr eindrucksvoll auf sich aufmerksam gemacht: „Ich habe heute geschaut, dass ich entspannt und flüssig fahre, um Punkte für Alaska zu sammeln. Deshalb bin ich nicht volles Risiko gegangen, sondern habe versucht, dass ich einen safen Run runterbekomme, und das hat ja auch gut geklappt!“

Stefan Häusl (AUT), der Achte von Andorra, begann im steilen oberen Teil mit einem weiten Air und beeindruckte die Jury vor allem mit einem zuvor von keinem Rider gezeigten Sprung in einen Steilhang. Seine sichere und schnelle Fahrt brachte dem Strengener 82,66 Punkte und Platz fünf. Felix Wiemers aus Biedenkopf (GER), in Andorra Dreizehnter, zeigte einen soliden Run mit mehreren sicher gestandenen Airs. Der 26-Jährige verzichtete auf riskante Tricks und kassierte letztlich 65,33 Punkte: Platz 15 für den 27-Jährigen.

In der Gesamtwertung führt nun Logan Pehota (CAN) vor Loïc Collomb-Patton (FRA) und Fabio Studer (AUT). Stefan Häusl (AUT) liegt auf Platz sieben, Benedikt Mayr (GER) ist Zehnter und Felix Wiemers (GER) Fünfzehnter.

Logan Pehota heimste heute Platz 2 ein und führt nun in der Gesamtwertung.
Logan Pehota heimste heute Platz 2 ein und führt nun in der Gesamtwertung.

Ski Damen: Walkner wieder vorne!

Matilda Rapaport ist sich für kein Cliff zu Schade.
Matilda Rapaport ist sich für kein Cliff zu Schade.

Die amtierende Weltmeisterin und Zweite von Andorra, Eva Walkner (AUT), setzte in Chamonix ihre Erfolgsserie fort. Die Salzburgerin war zuletzt in zehn FWT-Events achtmal auf dem Podium gestanden und hatte bereits 2015 in Chamonix gewonnen. Mit selbstbewussten Turns, zwei weiten Airs und einer flüssigen Fahrt durch eine technisch anspruchsvolle Rinne gelang der 36-Jährigen ein sehr ausgeglichener, kreativer Run, für den die Judges ihr 83 Punkte gaben. „Aufgrund der wechselhaften Schneeunterlage habe ich lange überlegt, welche Linie ich wähle. Es war dann eine interessante, etwas ausgefallene Line. Ich freue mich total über diesen Sieg und dass ich jetzt mit der Goldenen Bib als Leaderin nach Fieberbrunn komme“, jubelte Walkner im Ziel, die damit bereits für den vierten Stopp in Alaska qualifiziert ist und mit ihrem Sieg die Führung in der Gesamtwertung übernommen hat.

Platz zwei ging an Silvia Moser (ITA), die im oberen Bereich mit zwei Airs begann und einen hohen Cliffdrop folgen ließ: 80 Punkte für die 25-Jährige! Dritte mit 76,66 Punkten wurde Matilda Rapaport (SWE). Die Weltmeisterin von 2013 und 2014, Nadine Wallner aus Klösterle (AUT) musste nach Platz fünf in Andorra eine Enttäuschung einstecken. Sie blieb nach einem kleinen Sprung im Schnee hängen, stürzte und belegte am Ende Platz elf. Lorraine Huber (AUT) war in Chamonix wegen einer Verletzung nicht am Start.

Nächster Halt: Fieberbrunn Kitzbüheler Alpen!
Die SWATCH FREERIDE WORLD TOUR 2016 wird am 6. März 2016 mit dem dritten Stopp in Fieberbrunn-Kitzbüheler Alpen (AUT) fortgesetzt. Bei der einzigen Etappe in Österreich fällt am legendären Nordhang des Wildseeloder bereits die Entscheidung, wer sich für Alaska und die FWT 2017 qualifiziert – nur die besten zwei Resultate aus den ersten drei Events gehen in diese Wertung ein. Fieberbrunn wird die FWT-Fans mit einem umfangreichen Party-Programm und einer einzigartigen Zuschauerarena empfangen – ein Highlight der SWATCH FREERIDE WORLD TOUR 2016!

Weitere Infos gibt es natürlich auch hier: www.freerideworldtour.com

Results:
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