„Salute“ ist der aktuelle Full Movie von Henrik Harlaut in Zusammenarbeit mit Stept Productions und die Erwartungen an das 2-Jahresprojekt waren riesig. Wir klären in unserem Review, ob der Film die Ansprüche erfüllen kann.

Movie-Review: „Salute“ von Henrik Harlaut

In der Vergangenheit war Henrik Harlaut vor allem für Street-Parts bekannt. Das ändert sich aktuell und bei "Salute" stechen vor allem die Backcountry Segmente hervor. - Foto: Josh Bishop
In der Vergangenheit war Henrik Harlaut vor allem für Street-Parts bekannt. Das ändert sich aktuell und bei „Salute“ stechen vor allem die Backcountry Segmente hervor. – Foto: Josh Bishop

Der schwedische Freeskier Henrik Harlaut ist seit vielen Jahren ein Aushängeschild der Freeski-Szene und spätestens seit seinem Auftritt im Slopestyle-Contest der Olympischen Spiele 2014 auch weit über die Core-Szene hinaus bekannt. Er tauchte mit gut 17 Jahren das erste Mal auf der internationalen Bühne auf, als er von Level 1 für den mittlerweile legendären Film „Refreshzum Filmen eingeladen wurde. Von da an ist der Baggy-Fan aus der Szene nicht mehr wegzudenken.

Das Besondere an Henrik Harlaut ist seine überaus positive Denkweise sowie seine unendliche Motivation fürs Skifahren. Egal wo der 29-jährige auftaucht, er versprüht stets einen positiven Vibe und scheint nie schlecht gelaunt zu sein. Hinzu kommt natürlich sein unglaubliches Talent in vielen Bereichen des Freeskiings. In den ersten Jahren seiner Karriere war er vor allem im Park sowie auf den Straßen unterwegs, aber dies ändert sich aktuell und „Salute“ ist ein starkes Ausrufezeichen für diesen Wandel.

"Salute" beweist eindrücklich, dass Henrik Harlaut mehr kann, als nur Park und Street. - Location: Jackson Hole, USA - Fotos: Daniel-Rönnbaeck
„Salute“ beweist eindrücklich, dass Henrik Harlaut mehr kann, als nur Park und Street. – Location: Jackson Hole, USA – Fotos: Daniel Rönnbäck

„The Regiment“ war erst der Anfang

Schon im letzten Full Movie von Henrik Harlaut „The Regiment“ konnten wir den Schweden auf Backcontry-Jumps beobachten und sogar einige Big Mountain Lines schafften es 2018 in den Film. Dieser war ebenfalls schon in Zusammenarbeit mit Stept Productions entstanden, allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass nur die Post-Production von der Produktions-Firma übernommen wurde. Für „Salute“ war die Crew hingegen von Anfang an involviert und hat neben dem Editing auch einen großen Teil des Filmens sowie der gesamten Konzeption übernommen.

Der Norweger Øystein Bråten ist in "Salute" ebenfalls zu sehen und hat einige fette Shots einsacken können! - Foto: Sofia Sjoeberg
Der Norweger Øystein Bråten ist in „Salute“ ebenfalls zu sehen und hat einige fette Shots einsacken können! – Location: Riksgränsen, Schweden – Foto: Sofia Sjoeberg

Ein weiterer großer Unterschied im Vergleich zu vorherigen Filmprojekten von Henrik Harlaut liegt in der Auswahl der Rider. In der Vergangenheit waren Henriks Movies fast immer als Soloprojekt oder zusammen mit Phil Casabon entstanden. Die Shots von anderen Fahrers waren eher Gastauftritte.

"Salute" ist kein Solorider-Projekt von Henrik Harlaut, sondern ausgestattet mit einer Dreamcrew! - Location: Riksgränsen, Schweden - Foto: Sofia Sjoeberg
„Salute“ ist kein Solorider-Projekt von Henrik Harlaut, sondern ausgestattet mit einer Dreamcrew! – Location: Riksgränsen, Schweden – Foto: Sofia Sjoeberg

Wenn man einen Blick auf die Rahmenbedingungen sowie die involvierten Personen rund um „Salute“ wirft, wird schnell klar, warum die Erwartungen an das Release so hoch waren:

  • Henrik Harlaut, Hauptprotagonist des Films, ist der aktuell wohl bekannteste Freeskier weltweit. Er hat bei den X Games sieben Goldmedaillen sowie vier Silbermedaillen gewonnen, war bei den Olympischen Spielen 2014 und 2018 dabei. Hinzu kommen drei Weltcup Siege sowie drei weitere Podiumsplatzierungen im Rahmen der FIS Freestyle World Cups. Darüber hinaus hat er mit der B&E Show zusammen mit Phil Casabon eine der erfolgreichsten Webserien produziert und im gleichen Rahmen mit einem Invitational Event eine äußerst erfolgreiche Veranstaltung auf die Beine gestellt. Und als wäre das alles noch nicht genug, gehen auch zahlreiche erfolgreiche Filme wie z.B. „Be Inspired“ oder der bereits erwähnte „The Regminent“ auf sein Konto.
  • Mit Stept Productions ist eine der beliebtesten Filmcrews der Szene von Anfang an involviert. Ihre Filme „Mutiny„, „The Eighty Six“ sowie „Ten and Two“ sind legendär und gelten als richtungsweisend für aktuelles Street- & Park-Skiing. Mittlerweile produziert Stept keine jährlichen Freeski-Filme mehr, sondern ist im Commercial-Bereich aktiv. Eine Rückkehr zu ihren Wurzeln bringt daher stets hohe Erwartungen mit sich. Darüber hinaus sind mit Clayton Vila sowie Cam Riley zwei Stept Rider nicht nur hinter, sondern auch vor der Kamera zu sehen.
  • Neben den bereits erwähnten Stept Ridern sowie Henrik Harlaut liest sich auch der Rest der Fahrerliste wie ein Freeski-Dreamteam: Øystein Bråten, Karl Fostvedt, Jacob Wester, Chris Logan, Isaac Simhon, Oscar Wester, Morten Grappe sowie Noah Albaladejo versprechen bestes Freestyle-Skifahren.
  • Und als letzter Punkt kommt natürlich auch noch der zuletzt veröffentlichte Teaser für „Salute“ sowie die Tatsache, dass es sich um ein 2-Jahresprojekt handelt, zur Hype-Liste hinzu.


Video: „Salute“ (2020) Teaser

Kann „Salute“ den Erwartungen gerecht werden?

Kommen wir also zu der alles entscheidenden Frage, ob der Film die hoch gesteckten Erwartungen erfüllt und kurz gesagt kann die einzige Antwort nur diese sein: ja!

Die gut 30 Minuten Spielzeit von „Salute“ vergehen wie im Fluge und man sieht, dass hier eine professionelle Produktionsfirma am Werk war. Das Riding aller Fahrer ist ohne Ausnahme auf höchstem Niveau und Fillertricks sucht man vergeblich. In „Salute“ sitzt jeder einzelne Shot, jeder Grab, jede Landung und das Sound Design von Stept ist in der Freeski-Szene nach wie vor unerreicht, auch wenn man das ein oder andere „Whoosh“ sich vielleicht hätte sparen können.

Mittlerweile auch ein Meister hinter der Kamera: Clayton Vila (rechts) - Bild: Josh Bishop
Mittlerweile auch ein Meister hinter der Kamera: Clayton Vila (rechts) – Bild: Josh Bishop

Einige der Shots von Henrik und Noah Albaladejo sind bereits aus deren X Games Real Ski Videos bekannt, bekommen aber mit Salute einen Rahmen, der ihnen gerecht wird und sie in das richtige Licht rücken.

Das Editing sowie die Musikauswahl ist für einen Henrik Harlaut Film mit Sicherheit neu und überrascht somit die Zuschauer auf eine positive Art. Tracks aus dem Hause Griselda mit ausufernden „Bra bra braaah“ Lauten sucht man glücklicherweise vergebens, streckenweise ist die Hintergrundmusik sogar auf das äußerste reduziert und rückt so das Skifahren noch mehr in den Vordergrund. Die größte Schwäche von „Salute“ liegt jedoch trotz alledem in der Musikauswahl, dazu aber später mehr.

Henrik macht mittlerweile auf BC-Jumps die gleichen Tricks wie im Park - beeindruckend! - Location: Chamonix - Foto: Sofia Sjoeberg
Henrik macht mittlerweile auf BC-Jumps die gleichen Tricks wie im Park! – Location: Chamonix – Foto: Sofia Sjoeberg

Dies ändert jedoch nichts daran, dass der Film das wohl beste Release der Saison ist und auf vielen Geräten von Freeski-Fans in den kommenden Jahren immer und immer wieder abgespielt werden wird. Die Anzahl an Tricks sowie Spots die man in Skifilmen nur sehr selten oder gar nicht sieht, ist so hoch, dass man auch nach mehrmaligem Anschauen immer noch neue Details erkennt. Nach dem Outro möchte man instinktiv wieder nach vorne spulen und sich den Streifen noch einmal reinfahren.

Wir wollen an dieser Stelle gar nicht mehr von dem Film spoilern und empfehlen euch, den Film nun selber erstmal zu sehen. Falls ihr jedoch einige Spoiler abkönnt oder noch mehr über die einzelnen Segmente sowie Kritikpunkte wissen wollt, haben wir euch weiter unten die einzelnen Parts näher im Detail beschrieben.

Die Bedeutung hinter dem Titel „Salute“

Nachdem also klar ist, dass ihr diesen Film unbedingt gesehen haben solltet, möchten wir euch noch kurz erklären, was hinter dem Titel steht. Im aktuellen Level 1 Podcast, den wir übrigens nicht nur für die Folge mit Henrik Harlaut empfehlen können, spricht der Schwede unter anderem über die Bedeutung des Titels.

Mit "Salute" zollt Henrik Harlaut seinen Vorbildern und Vorgändern im Freeski-Business seinen Respekt. - Foto: Daniel Rönnbaeck (links), Josh Bishop (rechts)
Mit „Salute“ zollt Henrik Harlaut seinen Vorbildern und Vorgändern im Freeski-Business seinen Respekt. – Foto: Daniel Rönnbaeck (links), Josh Bishop (rechts)

„Salute“ ist allgemein eine Gruß- und Abschiedsformel und steht im militärischen Bereich für eine gegenseitige Ehrenbezeugung. Auf letztere Bedeutung bezieht sich Henrik Harlaut für den Titel dieses Films. Er will damit den Freeskiern, zu den er früher aufgeschaut hat, den Respekt zum Ausdruck bringen, den er vor ihnen sowie ihrer Vorarbeit hat. Ohne diese Vorbilder wäre er heute nicht dort, wo er aktuell in seinem Leben sowie seiner Freeski-Karriere steht.

Darüber hinaus finden sich diverse Tricks in dem Film, mit denen er ebenfalls seinen Respekt gegenüber anderen Fahrern zum Ausdruck bringt, wie zum Beispiel der Double Frontflip am Mt. Baker Road Gap in Anlehnung an Parker White, der für diesen Trick bekannt ist. Fun Fact am Rande: Henrik hat diesen Trick noch nie vorher gemacht und ihn beim ersten Versuch an diesem massiven Road Gap gestanden.

Foto: Sofia Sjoeberg
Foto: Sofia Sjoeberg

Für wen eignet sich „Salute“?

Prinzipiell lohnt sich der Kauf von „Salut“ ausnahmslos für jeden Freestyle-Fan. Hiermit werden nicht nur Skifahrer glücklich, sondern jegliche Fans von Action Sport Movies. Lediglich reine Big Mountain Fans, die sich nur für die steilsten Lines in Alaska interessieren, wird hier nicht ganz der richtige Inhalt geboten, aber für alle, die auf Backcountry- und Street-Skiing stehen, sowie jeden Freeskier, der auch mal über den Tellerrand schaut, ist „Salute“ ein Pflichtkauf.

Darüber hinaus bekommt ihr die digitale Kopie für läppische 7€ auf allen bekannten VOD-Plattformen. Dies ist für den Gegenwert sowie die hohe Produktionsqualität ein Schnäppchen und ein Kauf unterstützt darüber hinaus Projekte wie dieses und stellt sicher, dass wir auch in Zukunft mehr zu sehen bekommen, als maximal ein-minütige Handyclips auf irgendeiner Social Media Plattform.

VOD-Links

A film by Henrik Harlaut
In association with STEPT Production and BUG Visionaries
Directed by Isaac Sokol

Featuring
Henrik Harlaut, Øystein Bråten, Karl Fostvedt, Jacob Wester, Clayton Vila, Chris Logan, Cam Riley, Isaac Simhon, Noah Albaladejo, Oscar Wester, Morten Grappe

Locations
Quebec (CAN), Minnesota (USA), Chamonix (FRA), Mt. Baker, Washington (USA), Grandvalira (Andorra), Jackson Hole (USA),  Riksgränsen (SWE)

Offizielle Beschreibung
„Once in a blue moon there comes an athlete that changes the sport forever, a true legend. Tom Brady for football, Messi or Ronaldo for soccer, John John Florence for surfing, Nyjah Huston for skateboarding…. and Henrik Harlaut for freeskiing. SALUTE is a 2 year freeski movie project by the most iconic freeskier Henrik Harlaut alongside some of the World best freeskiers polished by the award winning production STEPT STUDIO. A world wide trip taking you to the best spots on the planet (From the Jackson Hole BC to the streets of Minnesota) and showcasing the dedication and unique lifestyle to understand Henrik’s dominance over nearly every discipline of the sport of freeskiing (from competition by becoming the most decorated Skier in the XGames‘ history, to the driest streets and the deep powdery backcountry). This is a SALUTE to Freeskiing.“

Happy Place: Henrik Harlaut beim Shooting am Mt. Baker. - Foto: Daniel Rönnbaeck
Happy Place: Henrik Harlaut beim Shooting am Mt. Baker. – Foto: Daniel Rönnbaeck

„Salute“ – Review der einzelnen Segmente

Im folgenden Abschnitt findet ihr weitere Infos zu den einzelnen Segmenten sowie einige Kritikpunkte, die man jedoch in die Kategorie „meckern auf äußerst hohem Niveau“ einstufen muss.

Street-Part: Quebec & Minnesota

„Salute“ hat quasi kein Intro und geht nahtlos in das erste Segment über. Die Hintergrundmusik dieses Parts ist genau das: nur eine Kulisse für die Bilder und steht nicht im Vordergrund. Man erkennt sofort die Handschrift der Stept Crew wieder und das gesamte Segment lebt von dem Sounddesign. In Quebec sowie Minnesota sehen wir Henrik, Clayton, Cam, Noah sowie Isaac Simhon in Höchstform gute 8 Minuten diverse bekannte sowie neue Streetspots zerlegen. Man wartet etwas darauf, dass der Part mit einem fetten Soundtrack so richtig loslegt, was aber nicht passiert – und trotzdem überraschend gut funktioniert. Ein gelungener Einstieg in „Salute“, der klar macht, dass hier auch mal von den üblichen Konventionen abgewichen wird.

Mt. Baker Road Gap – ein legendärer Spot

Ein legendärer Spot am Mt. Baker in den USA. - Rider: Henrik Harlaut - Foto: Daniel Rönnbaeck
Ein legendärer Spot am Mt. Baker in den USA. – Rider: Henrik Harlaut – Foto: Daniel Rönnbaeck

Weiter geht es mit dem legendären Mount Baker Road Gap. Der Spot an einem Pass in den USA tauchte das erste Mal 1990 in dem Snowboardfilm „Totally Board“ auf und wurde seit dem von unzähligen Snowboardern sowie Freeskiern aufgebaut. Henrik Harlaut war zusammen mit Chris Logan sowie Karl Fostvedt vor Ort und neben dem Double Frontflip bleibt hier vor allem der unglaublich fette Bio 10 Blunt von Chris Logan im Gedächtnis.

Der Vibe des Segments setzt dort an, wo der erste Part aufgehört hat: Die Musik steht im Hintergrund und es ist kein „richtiges“ Lied vorhanden, sondern eher ein cineastischer Soundtrack. Darüber hinaus ist das Editing extrem düster gehalten und eignet sich besonders für die Betrachtung auf gut eingestellten Monitoren in einer dunklen Umgebung.

Neben dem Road Gap Spot bekommen wir noch einen weiteren Jump zu sehen den Henrik komplett auseinandernimmt.

Chamonix Backcountry (& Andorra)

Das darauf folgende Segment ist das schwächste in „Salute“. Die ersten beiden Parts haben mit ihrem atmosphärischen und cineastischen Vibe eine gewisse Spannung aufgebaut und man wartet immer noch auf den Drop, bei dem es dann richtig losgeht. Nach rund 12 Minuten beginnt dann der erste traditionellen Song mit dem Start des Chamonix-Parts, der aber auf voller Linie enttäuscht.

Die Musik wurde zwar in Abstimmung mit Henrik von Stept ausgewählt und wie schon einmal erwähnt, ist es überaus gut sowie erfrischend in einem Harlaut Movie durch die neue Trackauswahl einen anderen Vibe reinzubringen, nur leider funktioniert es in diesem Fall nicht. „The Wall & I“ von Nation of Language klingt wie aus einem x-beliebig Hipster Edit, geht kein Stück nach vorne und ist einfach nur langweilig. Das ist äußerst ärgerlich, da die aufgebaute Stimmung vom Anfang des Films nicht ausgenutzt wird. Die Aufnahmen sowie Tricks sind extrem stark, können ihre Wirkung aber trotz des guten Editings mit diesem laschen Soundteppich nicht entfalten.

Bei der Kritik geht es auch gar nicht um das Genre an sich, das von Henriks Lieblingsmusik kaum weiter entfernt sein könnte, sondern um die Gesamtwirkung sowie das Zusammenspiel mit den vorherigen Parts. An dieser Stelle wurde erheblich Potential für einen All-Time-Classic verschenkt. Wie es besser geht und dass Henriks Riding auch mit Musik funktioniert, die kein Rap ist, beweist der spätere Jackson Hole Part.

Trotz der whacken Musikauwahl gibt es im Chamonix Segment einiges zu staunen. - Rider: Jacob Wester - Foto: Sofia Sjoeberg
Trotz der whacken Musikauwahl gibt es im Chamonix Segment einiges zu staunen. – Rider: Jacob Wester – Foto: Sofia Sjoeberg

Aber über Geschmack lässt sich natürlich streiten und nichtsdestotrotz ballern die Tricks hart!

Comp-Segment: Henrik in gewohntem Terrain

Danach folgt mit dem Competition-Part das exakte Gegenteil und das, was die meisten wohl von einem Henrik Harlaut Movie erwarten wurden: ein fetter Beat und fette Tricks. Ein schneller Zusammenschnitt mit den besten Comp-Moves von Henrik. Läuft!

Jackson Hole Backcountry – alles nur geklaut?

Das Jackson Hole Segment ist eines aus der Kategorie für die Geschichtsbücher. Die Crew klappert diverse legendäre Jump Spots im Backcountry ab und nimmt sie komplett auseinander. Der beste Powder-Jump-Part seit sehr langer Zeit und wohl auch unter den besten jemals veröffentlichten. Neben Henrik ist es erneut Chris Logan der mit seinen Tricks und seinem unverwechselbaren Style einen erheblichen Anteil an der Qualität hat.

Untermalt sind die Aufnahmen von „The Shadow“ von Naked Giants. Der Song erzeugt einen Vibe, wie man ihn vor allem aus alten Skatefilmen kennt: macht mega Laune, geht nach vorne, passt perfekt auf die unzähligen krassen Tricks, die man üblicherweise nur auf perfekten Park-Jumps sieht. Eines der Highlights ist der left bioish 7 safety von Henrik an einem Gap Spot, der aus „That’s It,Tthat’s All“ von Travis Rice bekannt ist und der laut eigener Aussage der größte Jump ist, den Henrik je gefahren ist.

Oben: Travis Rice in "That's it, that's all" aus dem Jahr 2008 (Screenshot) und unten Henrik Harlaut in Salute im Jahr 2020. - Foto: Daniel Rönnback
Oben: Travis Rice in „That’s it, that’s all“ aus dem Jahr 2008 (Screenshot) und unten Henrik Harlaut in Salute im Jahr 2020. – Foto: Daniel Rönnbäck

Im Vergleich zu dem Gap von Travis Rice hat die „Salute“ Crew sogar noch ein wenig das Level erhöht und den Absprung etwas weiter hinten gebaut – insane!

Neben dem Gap Jump sind auch die anderen Spots quasi alle schon bekannt, allerdings fast ausschließlich aus Snwoboard Filmen, allen voran „The Art of Flight“ aus dem Jahr 2011, ebenfalls von Travis Rice. Dort findet man die meisten den Spots, unter anderem auch das Tree Cannon „Rail“, aus dem sich Henrik ähnlich krass rausboostet wie Travis vor fast 10 Jahren.

Oben: Travis Rice in "The Art of Flight" von 2011; unten Henrik Harlaut in Salute in 2020, nur leider ohne Landung und im direkten Vergleich mit der schlechteren Perspektive, dafür mit dem deutlich besseren Soundtrack.
Oben: Travis Rice in „The Art of Flight“ von 2011; unten Henrik Harlaut in Salute in 2020, nur leider ohne Landung und im direkten Vergleich mit der schlechteren Perspektive, dafür mit dem deutlich besseren Soundtrack.

Trotz der bekannten Spots ein absolutes Highlight und die Tricks heben das Backountry-Level für Freeskier auf die nächste Stufe. Hierüber wird man in der Freestyle-Welt noch lange reden.

Riksgränsen, Schweden – Nightsession mit Sonne

Fette Tricks in epischer Szenerie: der Schweden Part in "Salute" - Rider: Øystein Bråten - Foto: Sofia Sjoeberg
Fette Tricks in epischer Szenerie: der Schweden Part in „Salute“ – Rider: Øystein Bråten – Foto: Sofia Sjoeberg

Ursprünglich war für „Salute“ ein Come-Together Park-Shooting der gesamten Crew und allen beteiligten Fahrern in Andorra geplant. Daraus wurde aufgrund der Corona-Pandemie dann jedoch nichts. Henrik plante daher kurzerhand um und fuhr zurück in sein Heimatland Schweden, um dort für 1,5 Monate fernab jeglicher Menschenmassen in der Mitternachtssonne Jumps zu bauen.

1,5 Monate campte die Crew für diesen Part unter der Mitternachtssonne in Schweden. - Foto: Sofia Sjoeberg
1,5 Monate campte die Crew für diesen Part unter der Mitternachtssonne in Schweden. – Foto: Sofia Sjoeberg

Riksgränsen liegt im Norden Schwedens an der Grenze zu Norwegen auf Höhe der Lofoten und damit nördlich des Polarkreises. Während die Crew vor Ort war, ging die Sonne also nicht unter und die Shots entstanden quasi ausschließlich zwischen 21 Uhr und 6 Uhr morgens. Absolut schöne Aufnahmen in einer traumhaften Landschaft und erneut untermalt mit einem cineastischen, fast epischen Soundtrack – äußerst passend!

Gefilmt wurde vor allem zwischen 21 Uhr Abends und 6 Uhr morgens. - Rider: Henrik Harlaut - Foto: Sofia Sjoeberg
Gefilmt wurde vor allem zwischen 21 Uhr Abends und 6 Uhr morgens. – Rider: Henrik Harlaut – Foto: Sofia Sjoeberg

Dazu kommen technische Tricks von Øystein sowie Henrik auf fetten Bootern, die einem Ender-Segment eines solchen Films absolut gerecht werden und mit dem letzten Stomp in der Mitternachtssonne Schweden setzt Henrik noch einmal ein letztes Ausrufezeichen! „Salute“