In der Artikel-Serie PRIME Hotspots stellen wir euch verschiedene Gebiete vor, für die man nicht um die ganze Welt reisen muss und einen Besuch wert sind. Heute: die Aletsch Arena.

In der Aletsch Arena sind die drei Gebiete Riederalp, Bettmeralp und Fiescheralp vereint. Als gemeinsamen Schirmherren hat sich das Trio mit dem größten Gletscher der Alpen einen recht imposanten Kandidaten an Land gezogen – falls man das so sagen kann. Die Region kommt aber auch noch mit einer weiteren Besonderheit daher, denn alle drei Ortschaften liegen auf gut 2.000 Metern Höhe und sind auto­frei.

Allein das wäre für die meisten von uns schon eine interessante Erfahrung, wenn wir auf unser geliebtes Fortbewegungsmittel verzichten müssten. Das wirkliche Highlight ist natürlich der Aletschgletscher. Dieser Eisriese, der übrigens zum UNESCO-­Welt­erbe ernannt wurde, raubt jedem den Atem, der in die Nähe seines kalten Reiches gerät. Willkommen in der Aletsch Arena!

Die Aletsch Arena im schwei­zerischen Wallis verbindet Fortschritt mit Tra­dition wie kaum eine andere Region in den Alpen. Während in Deutschland mit Fahrverboten für alte Dieselfahrzeuge und kaum greifenden Subventionen für Elektromobilität gekämpft wird, ist man hier am Rande des UNESCO-­Welt­erbes schon seit vielen Jahren ei­ni­ge Schritte voraus.

Zur Aletsch Arena gehören die idyllischen autofreien Bergdörfer Riederalp, Bettmeralp und Fiescheralp (2000 m ü. M.) sowie Ried-Mörel, Greich, Goppisberg, Martisberg und Betten-Dorf auf halber Höhe gelegen sowie die charmanten, historischen Talorte Mörel, Lax und Fiesch und Fieschertal. Riederalp, Bettmeralp und Fiescheralp sind nur mit der Gondel zu erreichen, weshalb die Adjektive „gemütlich“, „ent­spannt“ und „stressfrei“ hier greifen, während „Lärm“, „Hektik“ und „Verkehrschaos“ Fremd­wörter sind.

Euer Gepäck wird von der Gondel be­quem zu eurer Un­ter­kunft transpor­tiert und das Ski­erlebnis kann beginnen! „Skierlebnis“ ist ein Wort, das wir eigentlich nur aus Angeboten großer Reiseanbieter kennen und normalerweise aus dem Vokabular von PRIME Skiing gestrichen haben, aber im Fall der Aletsch Arena trifft die Beschreibung den Nagel auf den Kopf! Wer uns nicht glaubt, sollte sich selbst vor Ort ein Bild machen, und wir versprechen euch, ihr werdet uns nach eurem Trip recht geben.

Das überwiegend nach Südosten aus­ge­richtete Gelände eröffnet von den Bergstationen eine unglaubliche Aussicht über das Rhonetal bis hin zum Matterhorn. In Richtung Norden und Osten liegt der Grosse Aletschgletscher, der majestätisch auf der Rückseite der Aletsch Arena liegt und zum ­UNESCO-Welterbe gehört.

An seinem Ende komplementieren Jungfrau, Mönch und Eiger den Horizont dieses einzigartigen Panoramas. Der Gletscher ist nicht nur ein beliebtes Foto­motiv bei Touristen, auch Skifilm- und Fotoproduktionen geben sich hier regelmäßig zum Shooten die Klinke in die Hand, um ihre Aufnahmen vor dieser eindrücklichen Kulisse zu ­produzieren.

Foto: Simon Ricklin
Foto: Simon Ricklin

Das Backcountry der Aletsch Arena

In der Aletsch Arena sollte man den Tag bei Neuschnee unbedingt mit ein paar Powder-Runs beginnen. Wer diese nicht findet, muss Tomaten auf den Augen haben, bietet die Aletsch ­Arena doch praktisch überall Tief­schnee­ab­fahrten. Wer die „Low Han­ging Fruits“ nicht erntet, um die Viel­zahl an Powder-Runs im Marke­ting-­Deutsch zu beschreiben, hat morgens entweder verschlafen oder betreibt einfach den falschen Sport.

Für Freeride Experts warten auf der Fiescheralp einige unglaubliche Runs von der Berg­station am Eggishorn hinab zur Mittelstation. Für geschulte Augen und Bergerfahrene eröffnet sich hier ein Powder-Eldorado, das neben all den Lines auch einige Kicker-­Schmankerl bereithält, die diesen Ort zu einem ech­ten Hot Spot für alle Freunde des gepflegten Tiefschneefahrens machen.

Etwas entspanntere, aber nicht we­ni­ger Glück bringende Runs findet man vom Bettmerhorn aus in Richtung Fie­scher­alp oder auch zurück nach Bett­mer­alp. Im Grunde ist es eigentlich völlig egal, ob ihr in Riederalp, Bett­meralp oder von der Fiescheralp startet, das Terrain bietet weitläufiges Freeriden von fast jeder Piste aus und das ganz ohne jeglichen Aufstieg.

Foto: Aletsch Arena
Foto: Aletsch Arena

Die Pisten

Die Piste, die bis vor Kurzem ein stief­mütterliches Dasein bei vielen Free­skiern führte, erfährt dieser Tage gro­ße Beliebtheit unter Shreddern. Butter-Kanten, Roller und weitläufige Pisten zum Carven sind en vogue! Die Aletsch Arena bietet hier absolute Pistengaudi 3.0, denn das Gelände ist wie dafür geschaffen, um an jeder Ecke einen kleinen Hit zwischen lang gezogenen Turns auf der Piste einzubauen. Das macht Bock. Oder wie die Locals sagen würden: „’s chunt uhüeregüet!“

Wer etwas im Hotel oder im Chalet vergessen hat, muss in der Aletsch Arena nicht den Kopf hängen lassen, denn die Pisten sind ein absolutes Highlight des Gebiets und führen in der Regel immer zurück in die Ort­schaf­ten, sodass man problemlos bis vor die Tür cruisen kann und von dort auch wieder direkt zurück auf die Piste kommt.

Foto: Simon Ricklin
Foto: Simon Ricklin

Die Snowparks

Halfpipe-Fahren ist eine der attraktivsten olympischen Disziplinen, was die weltweiten TV-Einschaltquoten belegen. Allerdings bieten nur wenige Skigebiete ihren Kunden eine Half­pipe, da der Bau und die Instandhaltung komplex und kostenintensiv sind. Die Bettmeralp betreibt eine solche halbe Pfeife, die durch ihre Exposition bei Sonnenschein schnell aufsulzt und so ideal für Freizeit-Shredder ist, die lieber mit Skiern als mit Schlittschuhen durch die Halfpipe fahren.

Direkt oberhalb der Halfpipe liegt auf der gegenüberliegenden Seite der Salzgäb-Piste der TFI Snowpark am Bettmeralp-Schönbiel-Lift. Somit könnt ihr euch zuerst durch die Kicker- oder Jib-Line vorwärts in Richtung Halfpipe durcharbeiten, um diese im Anschluss zu bezwingen. Zum Muskellockern nach diesem Doppelpack bieten sich die letzten Meter auf der Piste zum Lift an, der einen wieder bequem über den Park hinweg nach oben für die nächste Abfahrt chauffiert.

Der Konkordia Snowpark, der eher für Beginner ausgelegt ist, befindet sich in Fiescheralp am gleichnamigen Lift. Mit seinen Einsteiger-Obs­ta­cles ist der Park der richtige Ort für die ersten Slide- und Sprungversuche. Zudem bietet das Areal eine 600 Meter lange Fun Slope, die mit Steilkurven, Bodenwellen und ein paar Sprüngen für gute Laune sorgt.

Am Nachmittag, wenn die Abend­son­ne die Aletsch Arena in ein warmes Abendrot taucht, ist es an der Zeit, den Tag auf den Bergstationen oder im Dorf Revue passieren zu lassen. Bei einem wärmenden Getränk gibt es kaum eindrücklichere Bilder zu genießen als die Weite des Rhonetals, die Bergwelt der Vier­tausender am Horizont oder die ruhenden Gletscherriesen zu Füßen der Bergstationen.

Abends, wenn es dunkel ist und man sich auf dem Heimweg vom Restaurant befindet, entfaltet die Aletsch Arena ihre wahre Schönheit. Unten im Tal funkeln die Lichter, am Himmel zeichnet sich das endlose Sternenmeer ab, während man in ab­so­luter Ruhe zwischen urig verschnei­ten Hütten und Chalets durch den Schnee nach Hause in die warme Stube stapft.

Foto: Simon Ricklin
Foto: Simon Ricklin

Facts

Alle wichtigen Infos der Aletsch Arena im Überblick.

Gebiet

Name: Aletsch Arena
Website: aletscharena.ch
Höhenlage: 1.925 bis 2.869 Meter
Open: Ende April
Liftanlagen: 1 Standseilbahn, 7 Großraumgondeln, 3 Gondelbahnen, 1 Kombibahn, 8 Sessellifte, 13 Schlepplifte, 5 sonstige

Pisten: 104 km präparierte Abfahrten

Events

20.01.2019 World Snow Day
06.03.2019 Fackelabfahrt Fiescheralp
10.03.2019 Stubeta auf der Moosfluh

Tickets

1 Tag: 60 CHF (Erwachsene), 51 CHF (Jugendliche), 30 CHF (Kinder)
6 Tage: 33 CHF (Erwachsene) 285 CHF (Jugendliche), 410 CHF (Kinder)

TFI Snowpark

Shaper: 4 – 6 Shaper, Re-Shape: täglich
Lage: Kanzel/Salzgäb
Setup: Halfpipe, 5 Kicker Lines, 9 Rail Lines

Konkordia Snowpark

Shaper: 2 – 4 Shaper,
Reshape: täglich
Lage: Konkordia Piste
Setup: 600 m langer Family, Fun-Slope