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Picture Organic Clothing: Auch 2021 innovativ mit Bio-Sourcing und umweltfreundlicher Produktion

Interview: Jörg Angeli

Picture Organic Clothing setzt auch 2021 auf umweltverträgliche Produkte. Im exklusiven Interview erklärt uns Picture CEO Julien Darant die Neuerungen der diesjährigen Kollektion und warum Bio-Sourcing eines der Top-Stichwörter ist.

Ride, Protect & Share. Diese drei Worte fassen die Essenz der jungen Brand perfekt zusammen und das bereits seit über zehn Jahren! Mit nachhaltigen, ethischen und umweltverträglichen Produkten hat Picture den Kampf gegen den Klimawandel zu seinem Hauptaugenmerk gemacht. Aktuell fokussiert sich die französische Marke vor allem auf das Konzept des Bio-Sourcing und stellt dieses Verfahren in den Mittelpunkt der Produktentwicklung.

Interview: Picture CEO Julien Darant über Bio-Sourcing, die neue „Demain Jacket“ und mehr

Die neue Picture-„Demain“-Jacke verfügt über die neue Xpore-Membran. Worin liegt der große Vorteil dieses neuen Stoffs und wo liegen die Unterschiede zu den Modellen aus dem letzten Jahr?

Alle Membranen, die wir bei Picture in der Vergangenheit verwendet haben, sind hochwertige hydrophile Mem­bra­nen. Wir haben nie Gore-Tex Pro verwendet, die aktuell die leistungsstärkste Membran auf dem Markt be­züglich Wassersäule sowie At­mungs­aktivität ist, da diese Mem­bran PFC, Teflon und Polytetra­fluor­ethylen enthält, die wir bei Pic­ture möglichst nicht verwenden möchten. Wir waren daher bisher nicht in der Lage, im Preis­segment von über 550 Euro zu kon­kurrieren, da unsere Membran nicht so leis­tungs­fähig wie Gore-Tex Pro war und wir unsere Kun­den nicht verarschen wollen.

Mit der neuen Xpore-Membran sind wir jetzt aber in der Lage, aus Polyolefinen ein kon­kurrenzfähiges Produkt herzustellen, das gleichzeitig zu 100 Prozent re­cy­cel­bar ist, ab 2023 recyceltes Ma­te­rial enthalten wird und das gleiche Leistungsni­veau wie Gore-­Tex Pro bietet. Wir ha­ben jetzt eine sehr hoch­wertige sowie nachhal­tig pro­duzierte mikroporöse Mem­bran, die allen Umweltstandards von Picture ent­spricht und die im Markt­seg­ment von 550 Euro und mehr für sehr an­spruchs­volle Out­door-­Akti­vi­tä­ten ­konkurriert.

Die Xpore-Membran ist nicht nur sehr leicht, sondern hat auch eine Was­sersäule von 25k und eine Atmungsaktivität von 20k. Das klingt nach dem quasi perfekten Oberbekleidungsstoff. Wie funktioniert das?

Diese Technologie stammt von BenQ, einem der führenden Anbieter von Tech­no­logien für medizinische Ver­sor­gung und Batterietechnologien. Sie stellen ihr Wissen mittlerweile der Out­door-Industrie zur Verfügung. Durch die Tatsache, dass es eine mi­kro­po­röse Membran ist, bietet sie einen sehr hohen Atmungsaktivitäts­index und darüber hinaus sind Poren von Xpore Nanoporen, also fünf- bis zehnmal kleiner als andere Membranen.

Diese Eigenschaften sorgen für eine hohe Wassersäule sowie eine verbesserte Haltbarkeit. Die Eigenschaften der Membran kann auch nach vielen Waschgängen sowie Nut­zungs­tagen in den Bergen auf­recht­erhalten werden.

Wer denkt, dass es die Xpore-Mem­bran aufgrund ihrer nachhaltigen Pro­duk­tion nicht mit der PFC-Kon­kurrenz auf­neh­men kann, der irrt. 25k/20k sind über jeden Zweifel ­erhaben.
Wer denkt, dass es die Xpore-Mem­bran aufgrund ihrer nachhaltigen Pro­duk­tion nicht mit der PFC-Kon­kurrenz auf­neh­men kann, der irrt. 25k/20k sind über jeden Zweifel ­erhaben.

Was sind die größten Herausfor­derungen bei der Entwicklung umweltfreundlicher Outerwear?

Die größte Herausforderung besteht darin, das gleiche Leistungsniveau wie von Produkten zu erreichen, die mit Che­mi­kalien und Fluor entwickelt wurden, um ein hohes Maß an Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität zu bieten.

Chemikalien sind der einfachste Weg, um eine hohe Qualität zu erreichen, allerdings sind die Auswirkungen auf die Umwelt während des Produktionsprozesses sowie wäh­rend der Lebensdauer des Produkts nicht gut.

Aus diesem Grund ha­ben wir immer nach Alternativen gesucht, um eine umweltfreundliche Produktion zu ermöglichen und gleichzeitig Probleme bei der Nutzung des Produkts zu vermeiden. Heutzutage versuchen viele Brands, ihren Blickwinkel zu ändern und Alternativen zu suchen; dadurch sind wir nicht mehr allein auf der Suche nach umweltschonenden Lösungen.

Neben der neuen Xpore-Membran verwendet Picture für den Oberstoff Materialien aus biologischem Anbau (Bio-Sourcing).

Kannst du uns in einfachen Worten erklären, was der Hauptvorteil hier ist und wie Materialien aus biologischem Anbau hergestellt werden?

Die Neuausrichtung unserer Strategie auf Bio-Rohstoffe stellt ein großes Engagement für die Umwelt dar und die Beseitigung unserer extrem um­welt­schädlichen Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, in diesem Fall von Öl.

Bei einer Winterjacke bedeutet dies, einen Stoff zu schaffen, der teilweise aus Pflanzenmaterial wie Zuckerrohr oder Rizinusbohnen hergestellt ist. Im Allgemeinen können Pflanzen, die Saccharose (z.B. Rüben, Zuckerrohr) oder Stärke (z.B. Weizen, Mais) enthalten, in Bio-Monoethylen­glycol (Bio-MEG) umgewandelt werden, um herkömmliche ölbasierte MEG-­Materialien zu ersetzen. Unser kurzfristiges Ziel ist es, den Einsatz von Bio-Materialien in unserer gesamten technischen Bekleidungslinie zu erweitern.

30 Prozent unserer tech­nischen Kollektion 2020/2021 besteht bereits aus Bio-Polyester und wird in der 2021/2022er-Kol­lek­tion bei 60 Prozent liegen.

Das Haupt­problem stellt allerdings nach wie vor die Ent­wal­dung in der Landwirtschaft dar. Deshalb wird Nutzfläche von uns niemals nur für textile Zwecke genutzt und das wird auch in der Zukunft so ­bleiben.

Ist es möglich, Outerwear nur mit Materialien aus biologischem Anbau herzustellen?

Ja, aber es wird extrem teuer sein. Die Technologie steht noch ganz am Anfang ihrer Entwicklung und kann nicht auf alle Produkte angewendet werden. Der Markt besteht nicht nur aus High-End-Produkten.

Aber was ist zum Beispiel mit der Entwicklung recycelter PET-Flaschenfasern passiert? Da lagen vor 15 Jahren die Kosten noch 30 bis 40 Prozent höher als für her­kömmliches Polyester, jetzt sind es nur noch fünf bis zehn Prozent.

Das bedeutet für uns, dass wir erwarten können, dass Bio-Fasern in naher Zukunft erschwinglicher sein werden, um sie leichter in Produkten für den Out­door-­Markt einsetzen zu können. Auch brandneue Outerwear braucht petrochemische ­Verbindungen.

Die Grafik zeigt, wie bei Picture Organic aus einem Abfallprodukt, das bei der ­Herstellung von Zucker anfällt, letztlich ein Kleidungsstück entsteht.
Die Grafik zeigt, wie bei Picture Organic aus einem Abfallprodukt, das bei der ­Herstellung von Zucker anfällt, letztlich ein Kleidungsstück entsteht.

Wie ist das Verhältnis zwischen „tra­ditionellen“ Stoffen und umwelt­freund­lichen Materialien in der „Demain“-Jacke?

Die „Demain“-Jacke besteht zu 50 Pro­zent aus pflanzlichem Polyester und zu 50 Prozent aus recyceltem Po­lyester, laminiert mit Polyolefin­membran. Das bedeutet, dass es keine direkten petrochemischen Ver­bin­dungen gibt. Man muss dabei jedoch bedenken, dass der recycelte Polyester, auch wenn er von Plastik­was­­ser­fla­schen stammt, ursprünglich mit Ben­zinpellets hergestellt wurde.

In naher Zukunft erwarten wir, zu 100 Pro­zent pflanzliche Produkte zu entwickeln.

Im Moment wären solche Fa­b­ri­kate für den Endverbraucher nicht erschwinglich. Wir arbeiten uns Stück für Stück voran.

R&D von neuen Stoffen kostet natürlich erst einmal eine Stange Geld, aber ist es auch noch teurer, Klei­dung mit umweltfreundlichen Ma­te­rialien wie der Xpore-Membran und aus biologischem Anbau zu produzieren, sobald die Entwick­lung dafür abgeschlossen ist?

Natürlich kostet die Entwicklung viel, und wenn man eine neue Innovation auf den Markt bringt, ist es auch teuer.

Aus unserer „Lab“-Kollektion entwickeln wir alle unsere Ideen. Einige von diesen haben keine kommerzielle Zukunft, weil es zu teuer ist oder der Komfort nicht so gut wie erwartet. Andere haben das Potenzial, von der „Lab“-Kollektion in das klassische Sortiment aufgenommen zu werden.

Wie dem auch sei, Innovation ist der Schlüssel. Wenn man sich jeden Tag aufs Neue herausfordert, bleibt man innovativ. Und der Unterschied zwischen Schöpfung und Innovation beruht auf der Tatsache, dass Innovation eine kommerzielle Zukunft hat, während die Schöpfung keine kommerzielle Zukunft hat. Bei Picture begrenzen wir niemals die Kreativität unserer Mitarbeiter.

Manchmal entsteht daraus das Produkt von morgen, manchmal auch nicht – aber wir haben diese grenzenlose Kreativität seit dem ersten Tag in unserem Blut.

Die Picture Organic Clothing „Demain Jacket“ 2021 im Detail

Picture Organic Clothing "Demain Jacket" 2021
Picture Organic Clothing „Demain Jacket“ 2021

Die Performance der „Demain Ja­cket“ in Zahlen ausgedrückt: 25k Wassersäule und min­des­tens 20k g/m²/24h. Dank der mit Reißverschlüs­sen ver­se­he­nen Belüf­tungs­öff­nun­gen unter den Armen, der Pro-Knit-Hybrid-Multi-­Den­si­ty-Tech­no­logie und voll­stän­dig verschweißter Nähte hält die ­„Demain Jacket“ den ganzen Tag über trocken und schützt zugleich vor Über­hitzung. Praktische Features wie die verstellbare Kapuze, anpassbare Ä­rmel und der Powder Skirt, der an der Hose be­festigt werden kann, runden die „Demain“ ab. Die Jacke ist ein Meilenstein in Sachen Innovation, Nachhaltigkeit und Performance.

Video: Die Picture Organic Clothing „Demain Jacket“ 2021

Specs: Picture Organic Clothing „Demain Jacket“ 2021

  • Material: Xpore, 58% bio-sourced
  • Farbe: stone
  • Größen: XS bis XXL
  • Preis: 499,99 Euro

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Picture Organic Clothing in der PRIME Skiing Brandguide 2021 Printausgabe
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