good & bad days der Freeski-crew.com

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Jeder Trip oder Shooting-Tag ist eine Reise ins Ungewisse. Mal gewinnt man, mal verliert man. Positive Erfahrungen und Rückschläge musste auch schon die Freeski-Crew.com einstecken – was sie beinahe wieder menschlich macht.

Perm, Russland – Eisiges Urban-Desaster

Die besinnlichen Weihnachtstage 2015 waren gerade vorbei, als wir zum fünften Mal in diesem Jahr ein Flugzeug nach Russland bestiegen. Wieder einmal sollte Perm, die Millionenmetropole im Ural, eines unserer Ziele sein. Da wir die Stadt bereits von vergangenen Urban Shootings kannten, wollten wir gleich am ersten Tag loslegen. In diesen letzten Dezembertagen regierte Väterchen Frost mit eisiger Hand und ließ die Stadt bei bis zu -40°C zittern. Trotzdem starteten wir mit Elan zum ersten Spot, den wir vom letzten Trip kannten. Waren wir auf den ersten beiden Reisen in diese Stadt quasi nie von einem Spot verscheucht worden, gab es jetzt schon beim Aufbau Stress. Wir mussten die Location räumen. Macht nichts, in einem anderen Stadtteil hatten wir schon den nächsten Spot parat, an dem es laut Locals noch nie Ärger gab. Kaum angekommen wurde uns schon von aufgebrachten Anwohnern die Polizei auf den Hals gehetzt. Was war nur mit unserer „heiligen“ Urban City los? Ohne eine einzige Aufnahme beendeten wir den ersten Tag dieser Reise mit Wodka und Borschtsch.

Elbrus – Absolutes Touren-Highlight

Mit unserem aktuellen Skifilmprojekt ESCAPADES versuchen wir, das komplette Spektrum des Skisports abzudecken, inzwischen eben auch Skitouring. Es lag also nichts näher, als einen Run vom Elbrus zu filmen. Zunächst wollten wir uns vor Ort im Kaukasus in aller Ruhe für den gut 5.600 m hohen Riesen akklimatisieren, um dann ein Schönwetterfenster für die Gipfelbesteigung zu nutzen. Gleich bei unserer Ankunft im Talort Terskol wurden wir jedoch mit Problemen konfrontiert, die es so nur in Russland geben kann. Im Dorf gab es seit einigen Tagen keinen Strom, sichere Wetterdienste und eine verlässliche Quelle über die aktuellen Bedingungen am Berg: Fehlanzeige. Einheimische versorgten uns immerhin mit der Info, dass die kommenden Tage schönes Wetter bringen könnten. Für uns das Startsignal, diesen trostlosen Ort in Richtung Berg zu verlassen, eine Nacht im Biwak zu verbringen und aufgrund der fehlenden Akklimatisation mit quälenden Kopfschmerzen zum Gipfel zu steigen. Ein Traumtag, an dem sich alle Qualen gelohnt haben und selbst das verwässerte Russenbräu danach zu einem Hochgenuss wurde.