Dr. Winter hilft

Der Freeski-Arzt aus Leidenschaft

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Dr. Winter, der Arzt aus Leidenschaft – oder doch der Doc, der Leiden schafft? Als autodidaktischer Quereinsteiger in die Welt der Medizin weiß Dr. Winter mit den Problemen des kleinen Skifahrers umzugehen wie kein Zweiter in seinem Metier. Gerne auch als Halbgott aus dem Weiß beschrieben, hat der visionäre Grenzgänger oftmals sehr progressive Therapieansätze und Lösungen parat, mit denen er im Laufe seiner langen Karriere schon so manch hoffnungslosen Fall wieder auf die Ski gebracht hat. Sollte auch dir eine Frage auf der Seele brennen – Dr. Winters Kummerkasten ist täglich von 8 bis 12 Uhr geöffnet: dr.winter@prime-skiing.de

Matthias V. aus M.: Meine Freundin hat vor unserem ersten Mal unglücklicherweise meine Powderlatte gesehen. Jetzt macht sie sich wirklich Sorgen, ob dieses Sportgerät nicht viel zu lang für sie wäre. Ich weiß nicht weiter.
Nein, Matthias, du brauchst dir wirklich keine Sorgen zu machen. Länge gibt euch Sicherheit, reduziert die Problematik des Verkantens und erleichert in erster Linie das Gleiten. Es besteht lediglich die Gefahr, dass du mus­ku­lär noch nicht in der Lage bist, deine lange und somit auch schwerere Powderlatte zielgenau in den Sweet-Spot zu lenken. Ohne entsprechende physiologische und auch psychische Vorbereitung vor eurer Premiere könnte also dieser Schuss nach hinten losge­hen. In unserer „Get in Shape“-Rubrik ­stellen wir in jeder Ausgabe spezielle Übungen vor, um dich und alle anderen Kandidaten für diese spannende Herausforderung ent­spre­chend vorzubereiten. Es liegt also an dir, lie­ber Matthias, ob euer erstes Mal ein un­ver­gesslicher Spaß oder doch eher ein ungelenkes Herumgestakse wird. Viel Glück!

Gregor C. aus A.: Ist es in ­Ordnung, meine Ski in der Luft unanständig an der Bindung anzufassen?
Lieber Gregor, natürlich ist das in Ordnung, du musst dich für deine Triebe nicht schämen. Ich frage mich nur, wieso du deine Bindung ausschließlich in der Luft berühren willst. Es spricht doch nichts gegen etwas Zärtlichkeit während der Gondelfahrt oder auch beim Après-Ski. Sollten bei dir als objektophilem Skifahrer wahre Gefühle im Spiel sein, darfst du diese nicht unterdrücken. Trau dich!

Chris F. aus F.: Mein bester Kumpel und ich haben für eine Saison als Ski­lehrer im Zillertal gearbeitet. In der Aus­bildung wurde uns beigebracht, dass Frauen in über 1.000 Metern Höhe nicht schwan­ger werden können. Jetzt sind ein paar unserer weiblichen Bekanntschaften aber doch schwanger geworden, obwohl wir immer mit einer Garmin-Uhr verhütet haben! Wie konnte das passieren?
In erster Linie solltet ihr mal glücklich über eu­ren Nachwuchs sein – ob nun gewollt oder ungewollt. Wie konnte es aber überhaupt zu diesen Schwangerschaften kommen? Eine Empfängnis in über 1.000 Metern Höhe ist aus wissenschaftlicher Sicht nahezu aus­ge­schlos­sen. Lediglich einige indigene Na­tur­völ­ker (Zillertalerinnen u.a.), die sich über Ge­ne­ra­tionen an den geringeren Sauer­stoff­an­teil der Luft etc. angepasst haben, schaffen es, sich über diese biologische Gesetzmäßigkeit hin­weg­zusetzen. Jetzt stellt sich dennoch die Frage, wie es in deinem Fall zu dieser explo­si­ven Vermehrung gekommen sein kann. Du solltest in Zukunft deinen Höhenmesser immer wieder eichen lassen und, noch viel wichtiger, auch einen Blick auf die Veränderung des Luft­drucks werfen. Womöglich hast du die aufziehenden Tiefdrucklagen ignoriert, die euch geringere Höhen berechnet haben. Für die Zukunft müsst ihr da gründlicher werden.

Clemens S. aus B.: Ich weiß nicht weiter. Am letzten Wochenende bin ich nach einer Party im Bett einer Snow­boarderin gelandet. Ich traue mich nicht, diesen Fehltritt meinen skiverrückten Eltern zu beichten.
Clemens, aus meiner langjährigen Tätigkeit als Skiseelsorger kann ich dir versprechen, dass deine Eltern sicherlich Verständnis für diesen Ausrutscher zeigen werden. Selbst nach einem „Outing“ – also einer kompletten Umorientierung hin zur Einbrett-Frak­tion – wärst du doch immer noch ihr Sohn. Es stellt sich vielmehr die Frage nach der Ursache für deinen vermeintlichen Fauxpas. War es unterdrückte Liebe, mangelndes Selbstbewusstsein oder doch die Rebellion gegen die äl­tere Generation? Vielleicht liegen die Wurzeln aber doch viel tiefer, weshalb es mir schwerfällt, dir den rechten Weg zu weisen. Womöglich hilft hier nur eine intensive Therapie – oder halt Verdrängung.

Gunnar H. aus a.: Ich habe neulich mit Erschrecken feststellen müssen, dass ich einen Eis­pickel am Sack habe. Ist so etwas nicht ansteckend oder gar gefährlich?
Uiuiui, Gunnar, mit einem Eispickel zwischen den Beinen ist sicherlich nicht zu spaßen! Dir muss bewusst sein, dass du damit nicht nur dich, sondern auch deine Mitmenschen in ernste Gefahr bringst – obwohl so ein griffbereites Werkzeug im Notfall natürlich auch ganz praktisch sein und Leben retten kann.