Dass eine Membranjacke an Tagen, an denen es so richtigt dumpt, einfach angenehmer ist, wissen alle. Aber was steckt eigentlich drin in den Jacken mit der Gore-Tex-Raute, dem eVent-, Dermizax- oder NeoShell-Schildchen und wie funktioniert das??

AUFBAU
Die in Laminaten verarbeiteten porösen Membranen sind sehr dünn und empfindlich, deshalb müssen sie in der Regel fest mit einem Trägermaterial laminiert werden. Es gibt zweilagige Laminate, bei denen die Membran nur mit dem Oberstoff verbunden wird, und dreilagige, bei denen die Membran zwischen Oberstoff und Futter einlaminiert ist. Ist hier eine winddicht/wasserdicht/atmungsaktive Membran verarbeitet, spricht man von einer

HARDSHELL
Eigenschaften Dabei ist das Wort „atmungsaktiv“ irreführend, denn aktiv ist die Membran nicht. Wenn es aber auf der Innenseite der Jacke feuchter und wärmer ist als draußen, werden die Wasserdampfmoleküle durch dieses Temperatur- und Feuchtigkeitsgefälle nach außen gedrückt. Schwitzt man aber deutlich mehr, als herauswandern kann, ist man trotz Membran nass.

WETTING OUT
Der Wasserdampftransport funktioniert nur, wenn der Oberstoff weitgehend trocken ist. Deshalb imprägniert man ihn schon bei der Herstellung und sollte das auch zu Hause immer wieder tun. Durch mechanischen Abrieb sowie Waschen der Bekleidung nutzt sich die wasserabweisende DWR-Ausrüstung (DWR = durable water repellent) ab. Saugt sich dann der Oberstoff bei Nässe voll, spricht man von  „Wetting Out“. Der nasse Oberstoff wirkt dann wie ein voller Schwamm, der den Dampfdurchgang blockiert und die Schwitzfeuchtigkeit kondensiert an der Innenseite.

WASCHEN
Unbedingt! Schweiß, Sonnenöl, Schmutz und sogar Lagerfeuerrauch kontaminieren Membranen und setzen den Wasserdampfdurchgang herab. Zudem können Fette in der Membran dazu führen, dass sie sich von Ober- oder Futterstoff löst. Regelmäßiges Waschen von verlängert also deren Lebensdauer.

UND DANN?
Die ursprüngliche DWR-Imprägnierung, lässt nach einigen Wäschen nach. Bei mittlerer Wärme im Trockner reaktiviert sie noch ein paar Mal, aber irgendwann muss mit chemischen Imprägniermitteln nachgebessert werden. Die umstrittenen PFCs (perfluorierte Chemikalien), werden wohl mittelfristig verboten und durch „grüne“ Varianten wie z.B. Green Guard von Fibertec ersetzt.. Die meisten Imprägniermittel sind hitzeaktiviert. Die Kleidung nach dem Waschen kurz abtropfen lassen, mit Imprägniermittel einsprühen, leicht einreiben und dann im Trockner trocknen.

PREIS
Entscheidend für den Preis einer Membranjacke ist neben der Ausstattung und Verarbeitung meistens der Oberstoff. Da gibt es riesige Unterschiede in Material (Polyester oder Nylon), Garnfeinheit und – Qualität sowie Webqualität, die sich am Ende auf die Robustheit auswirken. Top-Hersteller wie Arc’teryx verwenden meist sehr eng gewebte Oberstoffe, die von sich aus durch ihre dichte, glatte Oberfläche Schnee und Wasser schon einmal „abrutschen“ lassen. Das spart Imprägniermittel.