Die gute alte Klammerkopfrinne, wer kennt sie nicht? Okay, die meisten von euch werden jetzt mit einem Fragezeichen auf der Stirn vorm Bildschirm sitzen, aber dafür sind wir ja da. Thomas Gaisbacher erreichte uns nämlich per Mail und schickte uns diese grandiosen Bilder inklusive Video. Daher übergeben wir auch ihm gleich das Wort und er erzählt uns von einem wahren epic day:

Text: Thomas Gaisbacher
Ich bin gerade von einem Filmtrip mit Sherpascinema aus Alaska zurück gekommen. Mein Knie war etwas lädiert und ich musste mal eine kurze Pause einlegen. Doch 4 Tage nach meiner Rückkehr schneite es hier in Osttirol wie verrückt.

 

Da ich nicht mehr länger rumsitzen konnte, beschloss ich mit den Skiern in Richtung Schobergruppe zu spazieren um die Verhältnisse dort aus zu checken. Ich hatte eine Linie im Kopf die ich schon seit Jahren versuche mal bei richtig guten Schnee zu erwischen, „die Klammerkopfrinnen“. Vor drei Jahren kletterte ich dort einmal hoch bei den denkbar ungünstigsten Verhältnissen. Alles ausgeblasen und blank. Die Abfahrt glich eher einer Sideslideshow als Skifahren. Doch dieses mal waren die Bedingungen mehr als nur perfekt. In dem Bergkessel lag kalter ungebundener Schnee ohne ein Anzeichen von Wind, was bei uns in den Alpen ja leider selten ist. Auch die Rinnen selbst waren perfekt in Shape.

Abenteur Klammerkopfrinnen mit Thomas Gaisbacher - Prime Skiing_5.jpegJetzt war natürlich klar, dass das heute nicht bei einem Verhältnisse auschecken bleiben wird. Meine zwei Kollegen Abenteur Klammerkopfrinnen mit Thomas Gaisbacher - Prime Skiing_2.jpegund ich stapften eines der Couloirs hoch und konnten es fast nicht glauben. Bis oben hin, kein bisschen Winddeckel oder sonstiges Übel. Das einzige über was man sich Gedanken machen musste war der eigene Sluff. Schon beim Hochsteigen floss er wie verrückt und da die Rinne im oberen Bereich sehr eng ist, gibt es bei der Abfahrt auch keine Fluchtmöglichkeit. Einzigen zwei Möglichkeiten, Schneller oder langsamer zu sein als der Schnee. Wobei schneller bei einer Neigung von ca. 50° recht interessant werden könnte. Doch der Schnee war einfach perfekt und ich konnte das Ende der Linie vor meinem Suff erreichen. Es war so genial dass ich mein schmerzendes Knie einfach vergas und noch nicht an Heimgehen denken wollte. Ich wusste es war einer dieser Tage wo alles stimmt und man sich wirklich zur richtigen Zeit am richtigen Ort befand. Also wollten wir ihn richtig auskosten und wir beschlossen noch eine andere Rinne hochzustapfen.

Abenteur Klammerkopfrinnen mit Thomas Gaisbacher - Prime Skiing_6.jpeg

Die Füsse waren schon müde und der Schnee wurde immer tiefer. Auch die Rinne selbst wurde steiler und in der Hälfte mussten wir über ein Felsband nach links queren, was bedeutete dass wir uns im oberen Bereich in einer Nofallzone befanden und das bei Mega viel Sluff. Nach einigen Minuten Kampf mit der Gipfelwechte erreichten wir schließlich das Top. Die Einfahrt war diesmal auch nicht so easy, da wir von der Wechte in die Rinne springen mussten und das Gelände war nicht gerade flach. Auch die Querung mussten wir vor unserem Suff erreichen sonst wäre ein Abgang über die unteren Felsen vor programmiert. Ich wartete noch kurz auf ein Sonnenfenster und dann hiess es  3….2….1 dropping.

 

Es war wirklich ein mega Tag auch wenn ich am Abend fast nicht mehr gehen konnte. Aber jetzt konnte ich ja wieder rasten und mein Bein kurieren 😉