Vorab eine kurze Warnung: Nehmt die 6-Tage-Schneefallkarte nicht zu wörtlich.
Nach den enormen Schneefällen während PA#3 in der letzten Woche hat sich die Lage nun beruhigt. Bis zum Wochenende wird es wenig bis gar keinen Niederschlag geben, begleitet von einem Mix aus Wolken und Sonne. Die Entwicklungen zum Wochenende hin sind jedoch definitiv interessant. In Teilen der Südalpen steigen die Chancen auf eine ordentliche Ladung Fresh Snow, aber aktuell sieht es nicht danach aus, als würde das flächendeckend passieren.
Ruhige Woche
Nach dem intensiven Schneefall des PA#3 am vergangenen Wochenende in den Nordwestalpen haben sich die Bedingungen wieder beruhigt. Gleichzeitig gab es leider mehrere tödliche Lawinenunfälle. Aus diesem Grund appellieren wir nochmals dringend an alle, vorsichtig zu bleiben, da ungünstige Lawinenverhältnisse in den Nord- und Westalpen nach wie vor weit verbreitet sind.
Weiterhin heikle Lawinensituation in großen Teilen der Alpen (avalanche.report)
Aus meteorologischer Sicht verläuft diese Woche allgemein ruhig, mild und weitgehend trocken. Gestern fiel auf der Alpennordseite mit dem Durchzug einer Warmfront etwas Schnee. Dabei stieg die Schneefallgrenze, besonders in den Regionen am Nordrand, auf rund 1.200 bis 1.500 Meter an. Lokal trat auch gefrierender Regen auf, was gebietsweise zu sehr glatten Straßenverhältnissen führte.
Wechselspiel aus Wolken und Sonne
Hinter dieser Warmfront liegen die Alpen nun unter dem Einfluss milder Luftmassen, mit Temperaturen um 0 bis 6°C auf 1500 Metern. Unterstützt durch Föhn liegt die Nullgradgrenze in den West- und Nordalpen meist zwischen 2000 und 2500 Metern, während sie auf der Alpensüdseite etwas niedriger ist.
Das Wettermuster bleibt daher weitgehend ruhig, mit wechselnden Phasen von höherer Bewölkung und Sonnenschein. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag nähert sich den Nordwestalpen ein schwaches Niederschlagsgebiet, das jedoch, wie in unserer Vorhersage zu sehen, nur ein „Streifschuss“ bleibt. Lediglich Gebiete wie Portes du Soleil könnten oberhalb von 1500 Metern ein leichtes Dusting abbekommen.
Andernorts in den Alpen bleibt es vorerst trocken, wobei sich am Donnerstag tagsüber wieder sonnige Bedingungen einstellen. Der Südföhn dürfte jedoch in höheren Lagen eine größere Rolle spielen und lokal zu frischem Triebschnee führen, insbesondere in der Schweiz.
Südstau am Wochenende?
Dies hängt mit der Annäherung eines großräumigen Trogs über Westeuropa zusammen, der eine südliche Strömung über die Alpen in Gang setzt. Nach den aktuellen Modellberechnungen führt dies ab Freitag zu einem Südstau. Anfangs am Freitag beschränkt sich dies auf das Piemont, das Tessin und die Lombardei, mit einer Schneefallgrenze um 1200-1500 Meter.
Später am Wochenende dreht die Strömung mehr auf (Süd-)Ost, und besonders das Piemont und das Aostatal könnten von einem Retour d’Est betroffen sein, wodurch die Schneemengen signifikant ansteigen könnten.
Ein Trog über Westeuropa sorgt für Schneechancen in den Südalpen (wxcharts)
Ein wichtiger Punkt ist zu beachten: In mehreren Modellläufen der letzten Tage bleiben die Dolomiten weitgehend außen vor, was die Vorhersage für diese Region unsicherer macht. Für Turin und Umgebung scheint eine unbeständige Periode von 4 bis 5 Tagen mit starkem Schneefall in beiden Ensembles ziemlich festzustehen, während man in Cortina möglicherweise enttäuscht wird, wenn man sich in diesem Stadium zu sehr auf das GFS-Modell allein verlässt. Wir werden diese Entwicklungen genau im Auge behalten.



