Der achte Powder Alert der Saison wurde am Samstag ausgerufen und die Alpen befinden sich derzeit mitten im Ereignis. Etwa die Hälfte der prognostizierten 40 bis 80 Zentimeter Neuschnee ist bereits gefallen, womit der Dump im erwarteten Rahmen liegt. Dieses Update analysiert die Schneefälle für heute und morgen sowie die Entwicklung der Schneefallgrenze. Die Situation bleibt dynamisch mit steigenden Schneechancen ab Mittwoch.
Dump zur Hälfte durch, schauerartige Niederschläge folgen
Die Front ist inzwischen durchgezogen und hat in fast allen Gebieten westlich und nördlich des Alpenhauptkamms eine Unterlage von 15 bis 40 Zentimetern hinterlassen. Aktuell folgen Schauer, die mit einer nordwestlichen Strömung auf die Alpen treffen und sich durch orografische Hebung intensivieren. Der Niederschlag wird unregelmäßiger, mit schwankender Intensität und größeren lokalen Unterschieden. Bis Dienstagnachmittag sind in den Nord- und Westalpen weitere 15 bis 40 Zentimeter zu erwarten, wobei die größten Mengen erneut in der Schweiz und den französischen Nordalpen fallen werden.
Herausfordernde Bedingungen im Gelände
Die Schneefallgrenze sinkt weiter und bringt frisches Weiß bis in die tieferen Täler – für viele österreichische Regionen das erste Mal seit Langem. Die Situation bringt jedoch spezifische Risiken mit sich:
- Eine schwache Base, was zu hoher Lawinengefahr führt (Stufe 3–4, auch bei wenig Neuschnee).
- Starke Winde in höheren Lagen verursachen Wind Crust, was die Qualität des Powders beeinträchtigt.
- Mögliche Liftschließungen aufgrund von Wind und Lawinenschutzmaßnahmen.
Seit dem letzten Dump in Frankreich und der Schweiz ereigneten sich bereits mehrere tödliche Unfälle; extreme Vorsicht ist geboten. Treeruns sind zu bevorzugen, steile Hänge sollten gemieden werden.
Dienstag: Aufklarung im Westen
Bis morgen Nachmittag wird sich der Schneefall auf Teile Österreichs beschränken. In den West- und Südalpen sorgt ein schwacher Hochdruckkeil für erste Aufhellungen und abnehmenden Wind. In der Nacht zum Mittwoch klart es im gesamten Alpenraum auf. Da die Region weiterhin unter dem Einfluss von Polarluft steht, sinken die Temperaturen stark ab, was verbreitet zu strengem Frost führt.
Mittwoch: Mehr Schnee für den Nordwesten
Der Mittwoch bringt für einige Regionen zusätzliche Schneefälle. Ein kleines Tiefdruckgebiet zieht über Nordfrankreich ostwärts und zieht eine aktive Niederschlagszone mit sich, die schnell über die nordwestlichen Alpen hinwegfegt. Laut ECMWF dürfte dies 10 bis 20 cm Neuschnee in den französischen Nordalpen, der Schweiz und Vorarlberg bringen. Das GFS-Modell ist konservativer und prognostiziert 5 bis 10 cm in einem kleineren Gebiet.
Hohe Wahrscheinlichkeit für Powder Alert 9 ab Donnerstag
Ein deutlich umfangreiches Tiefdruckgebiet erreicht in der Nacht zum Donnerstag Frankreich. Diese Störung zieht direkt auf die Alpen zu und verspricht sehr unbeständige 24 Stunden. Über Norditalien könnte sich ein sekundäres Tief bilden, das den Südalpen zusätzliche Schneeimpulse liefert. Vor dem Niederschlag steigt die Frostgrenze kurzzeitig auf 1300 bis 1800 Meter an, dürfte aber in den Westalpen schnell wieder sinken. Für genaue Details ist es noch zu früh, aber dieses System hat das Potenzial, mehrere Dezimeter Schnee zu produzieren – der nächste Powder Alert könnte somit unmittelbar bevorstehen.



