Mit dem überarbeiteten Kore 112 Ti bringt Head einen Freeride-Ski, der Stabilität, Dämpfung und Spielfreude vereint. Zwischen Big-Mountain-Power und Allmountain-Vielseitigkeit positioniert, zeigt er im exklusiven Test, was moderne Ski-Performance leisten kann – und wo sie überrascht.
Praxistest: Head Kore 112 Ti 2026
Head Skis hat seine komplette Kore-Linie für den Winter 2025/2026 überarbeitet – allen voran den neuen 112 Ti . Er liegt zwischen dem vielseitigen 106 Ti und dem Powder-orientierten 118 Ti. Damit gilt der 112 Ti als zentrale Freeride-Breite der Serie: breit genug für Powder, aber noch alltagstauglich. Head beschreibt ihn als Ski für Fahrer, die „Speed und Terrain Play kombinieren wollen“. Wir konnten den neuen Kore 112 Ti 2026 in 191 cm ausführlich seit dem Frühling 2025 testen und hier sind unsere Eindrücke aus dem Test.

Aufbau und Konzept
Head hat seiner Freeride-Linie spürbar mehr Substanz verpasst. Sie verzichten in der neuen Kollektion auf Carbon und setzen stattdessen auf zwei Titanal-Layer, Graphene, Flachs und eine Kombination aus Karuba- und Buchenholz im Kern. Das macht den Ski schwerer als seinen Vorgänger, aber auch wesentlich gedämpfter und kraftvoller. Der Sidecut bleibt sehr ähnlich wie beim alten Kore 111, ansonsten hat der neue Kore 112 Ti mit diesem kaum noch etwas gemeinsam. Aus dem früheren Freetourer ist ein agiler Charger mit mehr Power geworden.
Neben dem neuen Layup wurde auch das Rocker-Profil angepasst. Dafür wurde der Tailrocker verlängert. Kein klassischer Twin-Tip, aber mit verspieltem Heck. Mit diesen Updates ist der Ski klar auf Freeride- sowie Allmountain-Action im Skigebiet oder als Contest-Ski ausgerichtet.
Montage
Der empfohlene Montagepunkt liegt bei etwa -9,5 cm von der Skimitte und kommt damit, im Gegensatz zum Ski selbst, eher traditionell daher. Unser Testmodell wurde auf -5 cm montiert, also deutlich weiter vorne als vom Werk vorgesehen, etwa 3cm vor der vordersten Markierung. Wie wir festgestellt haben, war das eine gute Entscheidung.
Auch viele Rider aus dem Head Freeride Team fahren den Ski mit einem vergleichbaren Montagepunkt, deutlich weiter vorne als vom Werk aus empfohlen. Auf dieser Position steht man weiterhin ausreichend direktional, hat aber mehr Wendigkeit und eine ausgeglichenere Schwungmasse in der Luft.
Wenn man regelmäßig switch landen will, müsste man noch etwas weiter nach vorne gehen oder dann zu einem vollwertigen Twin-Tip-Modell wechseln.
Für den Kore 112 Ti passen die -5 cm für den von uns getesteten Einsatzbereich perfekt. Man steht in etwa mittig zwischen den Kontaktpunkten des Camberprofils und nutzt die längere Schaufel und das kürzere Tail optimal aus.
Beim 191 cm langen Modell misst die Nose ca. 41 cm, gefolgt von ca. 117 cm Camber und einem ca. 32 cm langen Tailrocker.
Auf der Piste
Auf der Piste fährt sich der Ski für seine Breite sehr solide. Durch die hohe Torsionssteifigkeit bietet er einen überraschend guten Kantengriff, der sich schmaler anfühlt, als die 112 mm unter der Bindung vermuten lassen. Das Dämpfungsverhalten sorgt für Laufruhe, auch auf harter oder zerfahrener Piste.
Auch im Park macht der direktionale Ski Spaß – Nose- und Tailbutters gelingen leicht. Man kann damit switch anfahren und für ein paar “slow spins” eignet er sich ebenfalls. Hier punktet das härtere aber gedämpfte Tail schon mal. Für den reinen Parkeinsatz empfehlen sich jedoch andere Modelle.
Weicher Schnee und Gelände
Im weichen Schnee lässt sich der Ski sauber über den Radius carven. Das Tail bietet Halt, lässt sich aber dank Shape und Rocker jederzeit freigeben. Gleichzeitig kann man den Ski sehr variabel fahren, Radien anpassen oder beim Entlasten querstellen.
Bei Landungen von Drops steht man schön zentral auf dem Ski. Das Tail gibt genügend Support, ohne zu schieben. Trotz der etwas weiter vorne montierten Bindung fühlt sich der Ski ausgeglichen an.
Der Flex liegt insgesamt auf der härteren Seite, aber weder Schaufel noch Tail sind zu steif. Im Mittelbereich zeigt er sich straff, was viel Stabilität vermittelt, während die Übergänge von Camber zu Rocker angenehm weich flexen. Hier bekommt man guten Rebound, und dank der Dämpfung fängt nichts an zu flattern.
In zerfahrenem Gelände zeigt der Ski seine neue Stärke. Die gedämpfte Konstruktion bringt spürbar Ruhe, man kann seine Linie einfach durchziehen. Im Vergleich mit einem Tourenski wie dem Atomic Backland 109, der vom Shape her sehr ähnlich ist, aber ein paar Hundert Gramm pro Ski leichter ist, merkt man die zusätzliche Masse des Kore 112 Ti deutlich. Besonders in zerfahrenem Gelände oder auf unebener Piste ist das ein klarer Vorteil. Ebenso beim Stompen kleinerer oder größerer Airs in suboptimalen Landungen.
Ein Geschwindigkeitslimit konnten wir beim Head Kore 112 Ti nicht feststellen.
Mit rund 2.300 g pro Ski bei 191cm Länge gehört er zu den schwereren Modellen seiner Klasse. Das Mehrgewicht bringt Stabilität am Boden – in der Luft ist die Schwungmasse jedoch spürbar.
Für sehr lange Aufstiege oder als reiner Tourenski ist er daher weniger geeignet. Als Resort- oder Competition-Ski, der vieles sehr gut kann, ist der neue Head Kore 112 Ti aber ein deutlicher Fortschritt gegenüber seinem Vorgänger.
Fazit
Der Head Kore 112 Ti ist ein vielseitiger Freeride-Ski, der chargen kann, sich aber auch für Freestyle-Tricks eignet. Das moderne Rockerprofil macht ihn verspielt, ohne seine Stabilität zu verlieren. Er fährt sich direktional, bleibt aber offen für Tricks und kreatives Fahren. Genau der Ski, den man heute auf der Freeride World Tour sieht, und genau das, was Fahrer wie der seit Kurzem für Head fahrende Max Hitzig brauchen werden.
Leider konnten wir den Ski bisher nicht im richtig tiefen Powder testen, aber er sollte dort genauso funktionieren, wie man es von einem Ski mit 112 mm Mittelbreite erwartet.
Wir empfehlen den 112 Ti allen, die mit einer Hybridbindung sowie mit einem einzigen Setup reisen oder über die ganze Saison ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten abdecken wollen.

| ✅ Pro | ❌ Contra |
|---|---|
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Übersicht: Head Kore 112 Ti – Technische Daten
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Länge | 191 cm (getestet) |
| Gewicht | ca. 2300 g pro Ski |
| Maße | 141 – 113 – 129 mm |
| Radius | 23,1 m |
| Rocker-Profil | Nose 41 cm / Camber 117 cm / Tail 32 cm |
| Kern | Karuba + Buche |
| Aufbau | zwei Titanal-Schichten + Graphene + Flachs- und Glasfaser-Laminat |
| Belag | gesintert |
| Montagepunkt | -9,5 cm ab Werk, getestet auf -5 cm |





