Produktion am Puls der Alpen, nicht am anderen Ende der Welt: Während viele Wettbewerber längst auf Fernostfertigung umgestiegen sind, bleibt Scott seinem Standort in Mattighofen treu – aus Überzeugung. Warum sich dieser Ansatz technisch, wirtschaftlich und ökologisch bewährt, erklärt Peter Marschke, Head of Product Management, im Interview.
Im oberösterreichischen Mattighofen produziert Scott seine Ski- und Bike-Goggles vollständig inhouse. Vom Spritzguss über die Scheibenfertigung bis zur finalen Qualitätskontrolle passiert jeder Schritt unter einem Dach. Der Standort mitten in Europa bringt nicht nur logistische Vorteile mit sich, sondern steht sinnbildlich für den hohen Anspruch an Präzision, Langlebigkeit und eine nachhaltige Produktion. Viele der Fertigungsanlagen sind Eigenentwicklungen, trotzdem bleibt der Faktor Mensch zentral: Sichtkontrolle, Montage, Detailanpassungen – hier zählt Handwerk ebenso wie Hightech.
Die Nähe zu Athleten, Entwicklern und Designern ermöglicht direkte Rückmeldungen aus der Praxis, die sofort in den Serienprozess einfließen können. Statt auf Massenfertigung setzt Scott auf durchdachte, skalierbare Qualität mit regionaler Verantwortung – ein Modell, das sich nicht erst bei globalen Lieferkettenproblemen bewährt. Was das konkret bedeutet, beantwortet uns Peter Marschke im Interview.
Scott stellt seine Ski-Goggles in Mattighofen her. Was bedeutet es für euch, in Österreich zu fertigen, während viele andere Marken ihre Produktion längst nach Asien ausgelagert haben?
Für uns ist das keine Frage der Bequemlichkeit, sondern eine Frage der Überzeugung. Seit Jahrzehnten in Mattighofen zu produzieren bedeutet, jede Goggles von Anfang bis Ende selbst in der Hand zu haben – vom Werkzeugbau für Spritzgussteile wie den Rahmen über die Scheibenverarbeitung bis hin zur finalen Qualitätskontrolle. In Österreich zu bleiben heißt für uns, die Nähe zu unseren Produktionsteams, zu unseren Athleten und nicht zuletzt zu den Alpen zu wahren.
Aus Sicht der Fertigung bringt das auch eine enge Verbindung zu unseren Entwicklern und Designern im Schweizer Headquarter mit sich. Wo andere die kurzfristige Gewinnmaximierung suchen, setzen wir auf Präzision, Beständigkeit und regionale Verankerung. Das spürt man in allen unseren Goggles.

Bevor eine Goggle das Werk verlässt, muss sie harte Tests bestehen: Mit einer Schussanlage wird die Schlagfestigkeit der Gläser geprüft, anschließend kontrollieren weitere Testreihen Lichtbrechung und optische Klarheit. Nur was diesen Druck standhält, geht an den Kunden.
Welche Vorteile bringt die Produktion inmitten der Alpen in Bezug auf Qualität, Innovationsgeschwindigkeit und Nachhaltigkeit mit sich?
Die Produktion hier in Mattighofen bedeutet für uns kurze Wege – physisch wie kommunikativ. Wenn unser Entwicklungsteam etwa eine neue Belüftung testet oder ein Athlet Feedback zur Sicht bei diffusem Licht gibt, können wir schnell reagieren und Anpassungen direkt in der Fertigung umsetzen. Gleichzeitig sichern wir damit eine gleichbleibend hohe Qualität, weil jeder Produktionsschritt eng begleitet wird.
Nachhaltig ist das Ganze obendrein: Wir nutzen Komponenten aus Europa, minimieren den Transportaufwand und führen Produktionsreste in einen geschlossenen Recyclingkreislauf zurück. Das ist Verantwortung – mit Präzision.

Wie wichtig ist die enge Zusammenarbeit zwischen Entwicklung, Produktion und Athleten-Feedback im Alltag des Werks?
Extrem wichtig! Unsere Mountain-Guides, Ski- und Moto-Athleten testen die Goggles unter realen Bedingungen – bei Kälte, Schnee, Wind, wechselndem Licht. Ihr Feedback fließt direkt in die Serienentwicklung ein. Wenn ein Freeride-World-Tour-Athlet sagt, dass sich eine Scheibe bei schnellen Temperaturwechseln anders verhält, nehmen wir das ernst – und setzen bei Bedarf schnell technische Optimierungen um. Diese Rückkopplung ist für uns ein zentraler Innovationsmotor.

Was sind die größten technologischen Fortschritte, die aus dieser engen Zusammenarbeit entstanden sind?
Ein Meilenstein ist sicher unsere Amplifier-Lens-Technologie. Sie steckt in der Außenscheibe vieler Modelle und sorgt für natürliche Tiefenwahrnehmung und scharfe Kontraste im Schnee. Durch gezieltes Filtern bestimmter Lichtwellen werden Geländeunebenheiten und Strukturen deutlich besser sichtbar, egal ob bei Nebel, diffusem Licht oder Sonnenschein. Mehr Sicht bedeutet mehr Sicherheit. Ein gutes Beispiel ist unsere neue Freeform Lens, die in den Modellen „Ambit“ und „Ambit Compact“ zum Einsatz kommt.
Dieser technologische Vorsprung wird durch eine fein abgestimmte Fertigung noch maximiert – nach zahlreichen Detailabstimmungen, die direkt hier in Mattighofen umgesetzt wurden. Darüber hinaus setzen wir auf hoch präzise, teils eigens entwickelte Fertigungsverfahren – über die ich nicht zu viel verraten darf. Sagen wir so: Wenn ich die alle öffentlich machen würde, dürfte ich mich wohl nicht mehr in Mattighofen blicken lassen… [lacht] Ergänzt wird das durch unsere Expertise im Spritzguss, die es uns ermöglicht, Rahmen mit perfekter Balance aus Flexibilität und Stabilität zu bauen – ideal für Schnee, Trail oder Racing.

Viele Kunden verbinden „made in Austria“ mit hoher Präzision und Langlebigkeit. Wie stellt ihr sicher, dass dieser Anspruch in allen Goggles spürbar ist?
Indem wir keine Kompromisse eingehen. Alle Goggles werden mehrfach geprüft: Optische Klarheit, Schlagfestigkeit, Lichtdurchlässigkeit und Anti-Fog-Eigenschaften werden getestet, bevor das Produkt das Werk verlässt. Selbst kleinste Unregelmäßigkeiten – etwa scharfe Kanten – fallen bei uns durch. Unsere Toleranzen sind minimal, unsere Qualitätsstandards hoch. „Made in Austria“ steht für uns für Verlässlichkeit – und genau das soll man auf der Piste spüren: klare Sicht, perfekte Passform und das Vertrauen, dass das Produkt auch nach Jahren noch bestens funktioniert.

Inwiefern spielt Nachhaltigkeit eine Rolle – sei es durch Energieeffizienz, kurze Lieferwege oder Recyclingprozesse?
Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil unserer Produktionsphilosophie. Wir verwenden möglichst wenige unterschiedliche Materialien, führen Produktionsreste in unseren Kreislauf zurück und beziehen den Großteil der Komponenten aus Europa. Dazu kommen kurze Transportwege – unsere Goggles reisen nicht erst in einem Container um die halbe Welt, bevor sie im Shop in den Alpen landen. Auch unsere Fertigung selbst ist auf Energieeffizienz ausgerichtet – mit Fokus auf Ressourcenschonung und Langlebigkeit.

Wie unterscheidet sich die Qualität in Mattighofen gefertigter Goggles von einem Produkt, das in Asien produziert wurde?
Der Unterschied liegt oft im Detail – sowie in der Nähe der Fertigung. Wir kennen jeden Produktionsschritt, jedes Werkzeug, jede Komponente. Das erlaubt uns, konstant höchste Qualität zu liefern und bei Bedarf sofort nötige Anpassungen vorzunehmen. In Asien wird häufig nach Kosten kalkuliert – wir kalkulieren nach Performance. Eine Scott-Goggles aus Mattighofen ist kein Massenprodukt, sondern ein hoch präzises Sportwerkzeug – entwickelt, getestet und gebaut im Herzen der Alpen.

Welche Bedeutung hat der Standort Österreich für die Marke Scott – emotional, wirtschaftlich und strategisch?
Österreich ist für uns mehr als ein Produktionsstandort, es ist Teil unserer Identität. Hier in Mattighofen am Alpenrand kennen wir die Bedingungen, unter denen unsere Produkte funktionieren müssen. Strategisch ist der Standort ideal, um schnell auf die Anforderungen des europäischen Markts zu reagieren. Und emotional steht Österreich für Authentizität, Präzision und alpine Leidenschaft – Werte, die perfekt zur Scott-DNA passen.

Und zuletzt: Gibt es etwas, das „typisch österreichisch“ an eurer Produktionsweise ist?
[lacht] Absolut. Zum Beispiel das Wiener Schnitzel nach unseren langen und intensiven Factory-Meetings. Aber ernsthaft: Hier wird so lange getüftelt, bis wirklich alles passt. Gleichzeitig ist die Herangehensweise sehr bodenständig: keine Show, keine leeren Versprechen – wir machen die Dinge einfach ordentlich. Diese Mischung aus Präzision, Ehrlichkeit und handwerklichem Stolz – das ist, wenn ich das als Piefke so sagen darf, typisch österreichisch.
Scott Ambit 2026 Skibrille

Der Rahmen der „Ambit“ wird aus hochwertigem, recycelbarem Polyurethan gefertigt, das robust, fl exibel und langlebig ist. Dank der zylindrischen Freeform-Scheibe bietet sie ein maximiertes, kontrastreiches Sichtfeld bei allen Bedingungen, unterstützt durch modernste Scott-Technologien für beschlagfreie Performance. Zwei Rahmengrößen, „Ambit“ (M/L) und „Ambit Compact“ (S/M), sorgen für die optimale Passform, während NoSweat Facefoam hohen Tragekomfort und effi zientes Feuchtigkeitsmanagement garantieren.
Mit ihrem klaren, funktionalen Look und der hochwertigen Verarbeitung verkörpert die „Ambit“ den Charakter der Region, in der sie entsteht: ehrlich, fein abgestimmt und mit einem Auge fürs Detail. Die Inte gra ti on modernster Scott-Technologien sorgt für ein beschlagfreies, kontrastreiches Sichtfeld bei allen Bedingungen – vom Powder Run bis zur steilen Linie im Park.
Auch beim Thema Nachhaltigkeit setzt die „Ambit“ Maßstäbe: Produktionsreste werden vollständig recycelt und zurück in den Fertigungskreislauf geführt. Kurze Lieferwege, Komponenten aus Europa und ein transpa renter Produktionsprozess unterstreichen den hohen Qualitätsanspruch – und machen die „Ambit“ zu Goggles, die nicht nur technisch überzeugen, sondern auch ökologisch ein Statement setzen.
| Eigenschaft | Details |
|---|---|
| Scheibe | Freeform |
| Größen | Ambit (M/L), Ambit Compact (S/M) |
| Schaum | NoSweat Facefoam |
| Preis | 159,95 Euro |

