Der Snowpark LAAX gehört zu den besten Freestyle-Locations in Europa. Wir waren im April 2019 vor Ort und haben das Setup genauer unter die Lupe genommen.

PRIME Report: Snowpark LAAX (April 2019) - Rider: Severin Guggemoos
PRIME Report: Snowpark LAAX (April 2019) – Rider: Severin Guggemoos

PRIME Report: Snowpark LAAX (April 2019)

Das Skigebiet Laax liegt ca. eine Autostunde südlich vom Bodensee im Osten der Schweiz nahe der Grenzen zu Deutschland, Österreich, Lichtenstein sowie Italien. Mit über 200 Kilometern Piste bietet das Resort eine große Auswahl an Abfahrten zum Erkunden. Neben der Infrastruktur stehen in dem Schweizer Skigebiet auch Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Fokus. Alle Infos zum Gebiet sowie Bilder und Videos findet ihr in unserem PRIME Hot Spots Artikel.

Kommen wir nun zu dem bzw. den Highlights in Laax: Die Snowparks!

Snowpark Ils Plauns & Beginner

In Laax werden alle Freeskier auf der Suche nach passenden Features fündig, egal ob blutiger Anfänger oder professioneller Weltcup-Athlet.

Beginner Park

Im Beginner Park zwischen Crap Sogn Gion und Alp Dado finden sich die einfachsten Obstacles für den erfolgreichen Einstieg in die Freestyle-Welt. Diverse kleine Kicker sowie Boxen bieten die richtige Größe für erste Versuche.

Snowpark Ils Plauns

Der Snowpark Ils Plauns bietet im Vergleich zum Beginner Park einige fortgeschrittene Features an. Die 3er Kicker Line mit Medium Tables laden zu ersten größeren Sprüngen ein. Danach folgen einige Tubes, Boxen sowie Rail Features.

Man erreicht den Snowpark Ils Plauns, wenn man mit der Gondel von der Talstation Laax auf den Berg fährt und dann direkt zum Schlepplift Ils Plauns quert. Der Lift ist nicht der schnellste (und man kann nur einzeln fahren), erlaubt aber aufgrund der relativ kurzen Länge viele Laps am Tag.

Snowpark P60 & NoName

Die Highlights im Snowpark Laax sind ohne Zweifel diese beiden Abschnitte: P60 & NoName. Offiziell wird der Park am Crap Sogn Gion Sessellift in zwei Abschnitte unterteilt, da der obere Teil unterhalb des NoName Cafes mit einem eigenen Tellerlift gelaped werden kann.

Oberer Teil

Zum NoName Setup gehört neben den ersten Jibs sowie Kicker auch die Superpipe (200 Meter lang, 22 Meter breit und 6,90 Meter hoch) mit ihrem kleineren Bruder der Minipipe.

Direkt unterhalb des NoName Cafes wartet eine massive Superpipe auf die Besucher des Snowpark Laax.
Direkt unterhalb des NoName Cafes wartet eine massive Superpipe auf die Besucher des Snowpark Laax.
Der kleine Bruder steht direkt daneben: Die Minipipe
Der kleine Bruder steht direkt daneben: Die Minipipe

Vor allem an slushy Frühlingstagen macht die Minipipe, die eigentlich auch gar nicht so mini ist, extrem viel Spaß und bietet viele Optionen für kreative Quarter- und Halfpipe Tricks.

Der Blick vom NoName Cafe am Eingang des Parks: Links stehen die beiden Pipes, rechts geht der Run durch den Park los.
Der Blick vom NoName Cafe am Eingang des Parks: Links stehen die beiden Pipes, rechts geht der Run durch den Park los.

Am Einstieg in den Park hat man erneut die Wahl zwischen verschiedenen Lines: Entweder man nimmt die reine Jib Line oder man wählt zunächst eine Rail/Box Kombo und schießt dann mit Zwischenstopp über einen Turbo Knuckle auf die Pro Kicker Line.

Das erste Feature in der Jib Line: A Frame Rail
Das erste Feature in der Jib Line: A Frame Rail
Danach folgt eine Down Post Tube sowie ein Double Kinked Rail (rund)
Danach folgt eine Down Post Tube sowie ein Double Kinked Rail (rund)
Im Anschluss folgt rechts eine kleine wavy Sektion, links eine große und relativ lange Tube und dann eine High Tube mit feiner Landung zum rauszwirbeln.
Im Anschluss folgt rechts eine kleine wavy Sektion, links eine große sowie relativ lange Tube und dann eine High Tube mit feiner Landung zum rauszwirbeln.
Pflicht in jedem guten Snowpark: Ein ordentliches Double Kinked Rail - Rider: Severin Guggemoos
Pflicht in jedem guten Snowpark: Ein ordentliches Double Kinked Rail – Rider: Severin Guggemoos
Das High Tube in Action. Rider Unknown
Das High Tube in Action. Rider Unknown

Direkt neben der Jib Line steht die massive Pro Line mit perfekten Kickern für Pros und fortgeschrittene Fahrer. Jeder Table bietet jeweils zwei Absprünge mit einer mehr als langen Landung – überschießen ist daher quasi ausgeschlossen.

Der Einstieg in die Pro Kicker Line: Down Rail & Box
Der Einstieg in die Pro Kicker Line: Down Rail & Box
Ein klassiches Down Rail ist immer ein guter Einstieg in eine Line. - Rider: Severin Guggemoos
Ein klassiches Down Rail ist immer ein guter Einstieg in eine Line. – Rider: Severin Guggemoos
Danach folgt ein massiver Turbo Knuckle sowie die ersten beiden Absprünge der Pro Line.
Danach folgt ein massiver Turbo Knuckle sowie die ersten beiden Absprünge der Pro Line.
Die ersten beiden Absprünge der Pro Kicker Line von der Seite.
Die ersten beiden Absprünge der Pro Kicker Line von der Seite.
Nach dem ersten Kicker folgt auf der rechten Seite mit einer Hip ein weiteres massives Features. Ebenso wie an dem zweiten Kicker kann man hier massig Airtime sammeln.
Nach dem ersten Kicker folgt auf der rechten Seite mit einer Hip ein weiteres massives Features. Ebenso wie an dem zweiten Kicker kann man hier massig Airtime sammeln.
Nach zwei Pro Kickern folgt mit dieser Corner / Hip Kombo ein weiteres Jump Feature.
Nach zwei Pro Kickern folgt mit dieser Corner / Hip Kombo ein weiteres Jump Feature.
Als letztes Feature in dieser Line warten diese beiden Up Obstacles: Up Rail & Up Wave Box
Als letztes Feature in dieser Line warten diese beiden Obstacles: Up Rail & Up Wave Box

Nach den beiden Up Features kommt man circa auf der Hälfte des unteren Park Abschnittes raus und kann dann seinen Run weiter fortsetzen.

Erst einmal geht es für diesen Artikel jedoch wieder ein Stückchen nach oben zu den letzten Obstacles des oberen Abschnittes.

Nach dem High Tube auf der linken Jib Line des oberen Abschnittes folgt noch dieses Rail / GoPro Feature.
Nach dem High Tube auf der linken Jib Line des oberen Abschnittes folgt noch dieses Rail / GoPro Feature.

Nach diesem Hit muss man sich entscheiden, ob man den schnellen Weg mit dem Tellerlift nach oben nimmt, oder den langen P60 Run bis zum Sessellift wählt.

Unterer Abschnitt

Der untere Abschnitt ist ein absolutes Highlight im Snowpark Laax. Der Run ist extrem lang und man kann unterschiedliche Lines mit verschiedensten Features fahren. Einen Run in dieser Länge mit einer konstant hohen Qualität an Park-Features findet man sonst nirgends in Europa.

Der Anfang des unteren Abschnittes in der Übersicht: links Jibs, rechts das Ende der Pro Kicker Line
Der Anfang des unteren Abschnittes in der Übersicht: links Jibs, rechts das Ende der Pro Kicker Line
Macht richtig Laune: Das Quad Kinked Rail - Rider Severin Guggemoos
Macht richtig Laune: Das Quad Kinked Rail – Rider Severin Guggemoos
Flat Rail (Double Pipe)
Flat Rail (Double Pipe)
A Frame Bank
A Frame Bank
Pyramid Rail
Pyramid Rail
C Box
C Box

Nach der C Box laufen die Jib Line sowie die Pro Kicker Line wieder in einen Run zusammen.

Der nächste Abschnitt im Überblick
Der nächste Abschnitt im Überblick: Rails, ein Table, diverse Snow Fun Boxen und eine Quarter mit Corner
Das Down Flat Rail (rund) im Detail. Im Hintergrund die Quarter mit Corner sowie ein Schnee Multi Feature (rechts)
Das Down Flat Rail (rund) im Detail. Im Hintergrund die Quarter mit Corner sowie ein Schnee Multi Feature (rechts)

Nach diesem kurzen Abschnitt kann man erneut zwischen zwei Lines wählen.

Die rechte Jib Line mit Cannon Rail, Wall / Box und einem C Rail
Die rechte Jib Line mit Canon Rail, Wall / Box und einem C Rail
Severin Guggemoos an der Wall / Box Kombo
Severin Guggemoos an der Wall / Box Kombo
C Rail
C Rail
A Frame Bank mit Rail
Das letzte Feature in der rechten Line: A Frame Bank mit Rail
Die linke Line bietet ebenfalls diverse Jibs: Down Box, A Frame Box, Wave Box und Rainbow Rail
Die linke Line bietet ebenfalls diverse Jibs: Down Box, A Frame Box, Wave Box und Rainbow Rail
Die Box ist nicht allzu breit und bietet daher eine gute Möglichkeit, um neue Trick-Kombos auszuprobieren - Rider: Severin Guggemoos mit einem 180 to switch 50-50 180 out
Die Box ist nicht allzu breit und bietet daher eine gute Möglichkeit, um neue Trick-Kombos auszuprobieren – Rider: Severin Guggemoos mit einem 180 to switch 50-50 180 out
Rainbow Rail
Rainbow Rail
Wave Box
Wave Box

Nach einer kurzen Zwischenstrecke auf der Piste folgt der letzte Abschnitt des Parks.

Der untere Teil des Snowparks P60 in der Übersicht: Turbo Knuckle, Boxen, Rails und vieles mehr.
Der untere Teil des Snowparks P60 in der Übersicht: Turbo Knuckle, Boxen, Rails und vieles mehr.
Wer die Turbo Knuckle nicht mit Full Speed nimmt, der kann mit diesen beiden Jibs in den unteren Teil einsteigen.
Wer die Turbo Knuckle nicht mit Full Speed nimmt, der kann mit diesen beiden Jibs in den unteren Teil einsteigen.
Das Down Rail ist wirklich sehr lange - Rider: Severin Guggemoos
Das Down Rail ist wirklich sehr lange – Rider: Severin Guggemoos
Die beiden Turbo Knuckle in einer Line, rechts ein Box Kombi Feature aus Straight und Butter Box
Die beiden Turbo Knuckle in einer Line, rechts ein Box Kombi Feature aus Straight und Butter Box
Rechts eine kleine Hip, dann folgen diverse Jib Features ...
Rechts eine kleine Hip, dann folgen diverse Jib Features …
... wie dieses Multi Feature aus A Frame Bank, High Rail / Wall mit Transfer auf ein Down Rail, rechts ein kleiner Jump mit Jib Kugel
… wie dieses Multi Feature aus A Frame Bank, High Rail / Wall mit Transfer auf ein Down Rail, rechts ein kleiner Jump mit Jib Kugel
Ebenfalls ein sehr kreatives Obstacle: Diese doppelte Bank
Ebenfalls ein sehr kreatives Obstacle: Diese doppelte Jib Bank
Perfekt für Drehungen mit Taps: Die Jib Kugel - Rider: Severin Guggemoos
Perfekt für Drehungen mit Taps: Die Jib Kugel – Rider: Severin Guggemoos

Und wer jetzt immer noch Kraft hat, auf den warten die nun wirklich letzten Features im P60 Snowpark.

Der wirklich letzte Abschnitt im Überblick: Links ein Straight Rail sowie eine (ziemlich steile) Rainbow Box, rechts eine weitere A Frame Bank mit Rail sowie ein normales Down Rail (rund)
Der wirklich letzte Abschnitt im Überblick: Links ein Straight Rail sowie eine (ziemlich steile) Rainbow Box, rechts eine weitere A Frame Bank mit Rail sowie ein normales Down Rail (rund)
A Frame Bank mit Rail
A Frame Bank mit Rail
Das letzte Rail im Park!
Das letzte Rail im Park!

Was für ein Run, wer danach nicht kaputt ist, hat im Gym wirklich alles richtig gemacht.

Fazit – Snowpark Laax

Ein Fazit zu ziehen fällt bei diesem Angebot wirklich nicht schwer. Die reine Größe des Parks gepaart mit den vielen hochqualitativen Features verhelfen dem Snowpark Laax zu dem Prädikat bester Snowpark in Europa. Allerdings gibt es auch in dem Schweizer Vorzeigeresort Abstriche: Der Sessellift am P60 Snowpark ist nicht nur extrem lange, sondern leider auch nicht der aller schnellste. Man bekommt dafür zwar auch einen überdurchschnittlich langen Run, muss dafür aber im Lift eine relativ lange Zeit aushalten – vor allem bei schlechtem Wetter wird einem dabei schon mal kalt. Der zweite große Nachteil an Laax: die Preise. Ein Tagesticket kostet in der Hauptsaison (22.12.18 – 07.04.2019) 85 Franken (ca. 75 Euro), für ein Wochenticket mit 6 Tagen muss man 457 Franken (ca. 405 Euro) hinblättern.

Unterkünfte sind ebenfalls nicht gerade billig zu haben. Ein Besuch für alle Nicht-Schweizer kann dann mal schnell richtig teuer werden. Über AirBnb gibt es mit etwas Glück jedoch auch mal günstige Angebote.

Es freut uns an dieser Stelle auch noch ein positive Nachricht präsentieren zu können: Laax bietet für alle Parkfahrer ein „Snowpark Ticket“ an. Dieses kostet „nur“ 59 Franken (ca. 52 Euro) und ihr könnt damit alle für die Parks relevanten Lifte benutzen. Ein äußerst gutes Modell, das hoffentlich auch irgendwann in Deutschland sowie Österreich von den Bergbahnen genutzt wird. Häufig sind Parkfahrer nur an einem einzigen Lift in einem riesigen Skigebiet unterwegs und bezahlen dafür dann eindeutig zu viel. Weitere Infos zum „Snowpark Ticket“ findet ihr auf der offiziellen Webseite.

Sieht man von den beiden oben genannten Punkten ab, bietet Laax absolut alles für jeden Freestyler. Mit der Freestyle Academy existiert im Tal zudem weitere Infrastruktur, um an seinen Freestyle-Skills zu arbeiten. Mit dem Riders Hotel wurde zudem ein für junge Leute optimierte Übernachtungsmöglichkeit in direkter Nähe zum Lift gebaut. Wer es gerne etwas luxuriöser hat und das nötige Kleingeld besitzt, der findet mit dem Rocks Resort ein richtiges Ski in-Ski out Hotel direkt an den Gondeln.

Kurz gesagt: Die Snowparks in Laax gehören mindestens zu den besten drei Setups in ganz Europa und wer sich den Aufenthalt leisten kann, der wird hier definitiv glücklich werden!

Rider: Severin Guggemoos
Rider: Severin Guggemoos
Peace out, es war wie immer nice in Laax, yo - Rider: Severin Guggemoos
Peace out, es war wie immer nice in Laax, yo – Rider: Severin Guggemoos