Heute folgt ein kurzes Update zum aktuellen Schneefall des Powderalarm #9, der derzeit durch die Alpen zieht. Gleichzeitig werfen wir einen Blick auf die Entwicklungen ab dem Wochenende, wenn die Temperaturen schnell ansteigen werden.
Extrem hohe Lawinengefahr
Wie in den letzten Tagen muss auch heute eindringlich vor der Lawinenlage gewarnt werden. In weiten Teilen der Alpen herrscht Gefahrenstufe 4, regional sogar 5. Das sind definitiv keine Bedingungen, um sich entspannt ins Backcountry zu begeben. Von jeglichen Aktivitäten abseits der markierten und geöffneten Pisten wird derzeit in diesen Gebieten dringend abgeraten.
Es wird empfohlen, die aktuellen Analysen zur Situation sowie die offiziellen Lawinenlageberichte genau zu studieren.
Lawinengefahr der Stufe 4 und 5 in weiten Teilen der Alpen (avalanche.report).
Starker Schneefall bis in den Freitag
Zum Zeitpunkt dieses Updates befinden wir uns mitten im PA#9. Signifikante Schneefälle treffen die Nordwestalpen, die Südostalpen und anschließend die Nordalpen. Viele Gebiete verzeichnen anhaltenden und intensiven Niederschlag.
Für detaillierte Gesamtmengen lohnt sich der Blick in die Vorhersagen, aber großflächig werden 20 bis 50 cm erwartet. In den südöstlichen Regionen lässt der Schneefall in der Nacht von Donnerstag auf Freitag nach. Bis Freitagmorgen werden die Niederschläge auch in den Nordwest- und Nordalpen allmählich abklingen.
Auf der Alpensüdseite sorgt auffrischender Nordföhn für stürmische Bedingungen, wodurch Wind Slabs in vielen Bereichen zu einem zunehmenden Problem werden. Diese starken Winde rund um den Alpenhauptkamm und an der Südflanke sind in den Wetterkarten deutlich sichtbar.
Rapide Erwärmung
Am Freitag breitet sich hoher Luftdruck über die Alpen aus und der Schneefall klingt im Tagesverlauf ab. Entlang der Nordseite kann sich Restbewölkung noch bis in den Nachmittag halten, doch auch dort beginnt es aufzuklaren. Ein warmes Hochdrucksystem südwestlich der Alpen nähert sich und bringt sehr milde Luft mit sich. Diese Erwärmung wird am Freitag bereits in den Südwestalpen spürbar sein, während es sich andernorts noch relativ frisch anfühlt. Ab Samstag setzt sich der Erwärmungstrend von Westen her allgemein durch.
Es bleibt jedoch nicht überall komplett trocken. Mit einer westlichen bis nordwestlichen Strömung gelangt feuchte Luft in die Nordalpen. Die Temperaturen liegen dabei höher als beim aktuellen Schneefallereignis, was einen Anstieg der Schneefallgrenze bedeutet. In inneralpinen Regionen kann die Schneefallgrenze vorübergehend bei etwa 1000 Metern oder tiefer liegen. Wo die mildere Westströmung jedoch effektiver durchgreift, steigt sie auf ca. 1300 bis 1500 Meter. Niederschlagsabkühlung kann lokal in geschützten Tälern für tiefere Schneefallgrenzen sorgen. Am Sonntag zieht eine Warmfront nördlich der Alpen vorbei. Sie bringt voraussichtlich wenig bis keinen Niederschlag, aber die Temperaturen klettern weiter.
Frühlingshafte Bedingungen voraus
In den ersten Tagen der kommenden Woche wird es aus Südwesten noch wärmer, mit Temperaturen bis zu 10°C auf 1500 Metern. Es stellen sich klassische Frühjahrsbedingungen ein. Die Temperaturprognosen für 1500 Meter zeigen, dass am Wochenende der gesamte Alpenraum in dieser Höhe über dem Gefrierpunkt liegen wird. Das Freezing Level steigt in den Südwestalpen auf rund 3000 Meter, was signifikant mildere Bedingungen in allen Höhenlagen bedeutet.
In der zweiten Wochenhälfte könnte ein herannahendes Tiefdrucksystem auch den Nordalpen sehr milde Bedingungen bringen, vorübergehend verstärkt durch Föhneffekte. Eine Kaltfront um den Freitag herum deutet derzeit jedoch auf erneute Abkühlung und Fresh Snow hin.



