Powderalarm!
Die Alpen erleben derzeit eine unbeständige Phase. Der heutige Tag bringt Neuschnee in die Dolomiten und die Julischen Alpen, gefolgt von einer zweiten, aktiveren Niederschlagszone morgen für die Südalpen. Eine dritte Front erreicht die Alpen ab Dienstagnachmittag und bereitet die Bühne für einen ordentlichen Dump in den West- und Südalpen.
Aus diesem Grund wird heute der PowderAlert #5 ausgerufen!
In dieser Vorhersage:
- Schneefall am Wochenende als Teaser
- Der Dump zur Wochenmitte, der PA#5 definiert
- Wichtige Überlegungen zur Sicherheit
- Heftiger Schneefall und stürmisches Wetter auch in den Pyrenäen
In der vergangenen Nacht verzeichneten das südliche Piemont und die Alpes Maritimes bis zu 10 cm Neuschnee. Während es dort teilweise aufklarte, blieb der Himmel über weiten Teilen der restlichen Alpen bedeckt. Eine schwache Front zieht heute von Süd-Südwest herein und bringt 5–10 cm Neuschnee, hauptsächlich in die Dolomiten und die Julischen Alpen, bei einer Schneefallgrenze um 1000 m.
Eine zweite, aktivere Front zieht morgen von den Balearen in Richtung Südalpen. Die französischen Alpen gehen dabei weitgehend leer aus, aber die Südalpen erhalten einen ordentlichen Dump – endlich! Vom Tessin ostwärts nehmen die Schneemengen deutlich zu; im Trentino, in Südtirol und in den Julischen Alpen werden 15–35 cm erwartet. Ein sehr willkommenes Upgrade für das bisher sehr magere Snowpack.

Der Dump zur Wochenmitte; Powderalarm 5
Ein großes und kräftiges Tiefdrucksystem entwickelt sich am Dienstag westlich von Frankreich und setzt sich am Mittwoch über England fest. Das dazugehörige Frontensystem erreicht die Alpen voraussichtlich im Laufe des Dienstags, wobei die Höhenwinde erneut eine entscheidende Rolle spielen – begünstigt durch eine starke Südströmung, die später auf West dreht.
Fokus auf die Westalpen
Dieses System bringt eine klassische Warmfront-/Kaltfront-Kombination. Vor dem System wird viel wärmere Luft in die Westalpen advehiert, wodurch die Nullgradgrenze am Dienstag vorübergehend auf 2000–2500 m ansteigt. Glücklicherweise ist diese Erwärmungsphase nur von kurzer Dauer, und die Temperaturen fallen zum Mittwoch hin wieder stark ab.

Für die französischen Alpen erwarten wir 25–50 cm Neuschnee innerhalb von gut 24 Stunden zwischen Dienstagnachmittag und Mittwochnachmittag. Die Warmfront liefert 10–30 mm Niederschlag, wobei die Schneefallgrenze je nach Lage und Intensität vorübergehend auf 1600–2200 m steigt. Die Kaltfront folgt dann mit weiteren 20–30 cm Schnee, während die Schneefallgrenze wieder auf 1200–1500 m sinkt. Wir werden in kommenden Updates näher auf die Details eingehen – insbesondere auf den Warmsektor. Bis Mittwoch erreicht eine Aufheiterung den Westen. Der Donnerstag sieht größtenteils trocken aus, bevor ab Freitag neue (schwächere) Systeme die Westalpen erreichen. Die Temperaturen bleiben moderat und pendeln am Mittwoch auf 2000 m um oder knapp unter dem Gefrierpunkt.
Südalpen steigen in die Party ein
Die Front, die die Alpen am Dienstagnachmittag erreicht, wirkt sich ab Mittwochnacht zunehmend auf die Südalpen aus. Die Niederschläge nehmen auch dort zu und könnten am Mittwoch recht ergiebig ausfallen. Wie schon morgen scheinen die Dolomiten und die Julischen Alpen erneut die Hauptprofiteure zu sein.
Während die östlichen Regionen den meisten Systemen in diesem Winter bisher ausgewichen sind, gibt es dieses Mal kein Entkommen. Gute Nachrichten auch für die kommenden Olympischen Winterspiele, wo alpine Orte wie Cortina d’Ampezzo und Bormio sehnsüchtig auf Neuschnee warten. Die Schneefallgrenze in den italienischen Staulagen bleibt relativ niedrig, etwa bei 1000–1300 m – spürbar tiefer als in den Westalpen, da der Warmsektor hier deutlich weniger Einfluss hat.
Die genauen Schneemengen bleiben unsicher, aber die aktuellen Erwartungen liegen bei 10–30 cm in den westlichen Regionen (Piemont, Tessin) und 20–50 cm weiter östlich.
Der orographische Stau könnte stark genug werden, damit der Niederschlag bis nördlich des Alpenhauptkamms in Österreich drückt, wo 5–15 cm möglich sind.
Überlegungen zur Situation
Westalpen
Dieses Wochenende bringt bereits etwas Neuschnee in die Westalpen, und eine solide (aber instabile!) Base ist nun vorhanden. Ab Mittwoch scheint ein klares Riding Window in den französischen Alpen und im Piemont wahrscheinlich. Wer bereits am Dienstag aufbricht, sollte die Warmfront im Hinterkopf behalten: Unterhalb von 2000 m könnte die Powder-Qualität eingeschränkt sein. Inneralpine Täler sollten von der vorübergehenden Erwärmung weniger betroffen sein. Nach dem Neuschnee am Mittwoch verbessern sich die Bedingungen deutlich. Schwachschichten im bestehenden Snowpack bleiben jedoch die ganze Woche über ein Thema.
Südalpen (Geduld zahlt sich aus?)
Die gute Nachricht für die Südalpen: Die Warmfront betrifft sie kaum. Die Schneemengen könnten mit denen im Westen konkurrieren, aber der entscheidende Unterschied ist die Base.
Die aktuellen Bedingungen in den Dolomiten ähneln beispielsweise denen vor dem Weihnachts-Dump im Piemont und dem Dump Anfang Januar in den französischen Westalpen: Schneefall landet auf einer schwachen oder kaum vorhandenen Base, was bedeutet, dass die Lawinengefahr schnell ansteigen wird. Die längerfristigen Signale bleiben vielversprechend, daher empfehlen wir hier etwas Geduld. Dennoch könnte PA#5 durchaus das Fundament für das nächste richtige Window of Opportunity legen!
Auch heftiger Schneefall und stürmisches Wetter in den Pyrenäen
Nicht nur die Alpen sind betroffen – auch die Pyrenäen befinden sich in einem höchst unbeständigen Pattern. In der kommenden Woche ziehen Niederschlagszonen Schlag auf Schlag durch, oft begleitet von starken Winden. Im Gegensatz zu den Alpen ist das Snowpack hier nah am oder sogar über dem Durchschnitt:
- Französische Seite: bis zu 80 cm auf 1500 m (besonders im Osten) und 125–175 cm auf 2000 m
- Spanische Seite: 100–200 cm um 2300 m und bereits rund 1 Meter auf 1800 m in Regionen wie Gállego, Sobrarbe und Ribagorza
Ein Tiefdrucksystem, das sich derzeit über dem Mittelmeer vom Haupttief im Atlantik nahe Irland ablöst, bringt heute Neuschnee, hauptsächlich auf der nordöstlichen Seite des Gebirges, mit einer Schneefallgrenze um 1000–1300 m. Ein weiteres System trifft ab Sonntagnachmittag ein und liefert bis Montagmorgen einen signifikanten Dump auf der Nordseite, wobei 30–50 cm auf ähnlichen Höhen sehr gut möglich sind.

Wer einen Trip plant, sollte beachten: Das Wetter-Pattern bleibt für den Rest der Woche sehr volatil. Wahrscheinlich folgen zwei weitere Systeme, jedes mit rascher Erwärmung vor der Front (Niederschlag hauptsächlich südseitig), gefolgt von Abkühlung und Schneefall am und nördlich des Hauptkamms.
Viel Schnee + viel Wind = eine heikle Lawinensituation, besonders oberhalb der Baumgrenze. Überprüfen Sie immer die lokalen Lawinenlageberichte:







