Neuschnee-Prognose bis Mittwoch
Coen hat am Samstag den fünften Powder Alert der Saison ausgerufen: Nach einer ersten Niederschlagsphase am Wochenende folgt nun am Dienstag und Mittwoch eine neue Störung. Dieser Bericht analysiert die Akkumulationen der letzten Tage – lokal fiel bereits über ein halber Meter – und beleuchtet die aktuellen Modellberechnungen für die laufende Woche. Eine einziehende Warmfront wird Regen bis in beträchtliche Höhen bringen, wobei die Westalpen am stärksten betroffen sind.
Wochenende brachte Base-Top-up und moderate Dumps
Ein sich ausdehnendes Tiefdrucksystem über Mitteleuropa sorgte in den vergangenen Tagen für dynamisches Winterwetter. Nach einer anfänglichen Südstau-Phase verlagerte sich der Schneefall allmählich in Richtung der zentralen und nördlichen Alpen. Teile Österreichs erhielten dadurch den ersten nennenswerten Fresh Snow seit längerer Zeit, was zu einer deutlichen Veränderung der Landschaft führte.
Auch in Deutschland wurden vielerorts signifikante Schneemengen verzeichnet. Die größten Akkumulationen wurden jedoch in den südöstlichen Alpen gemeldet: Die Dolomiten, die Julischen Alpen und das südliche Kärnten verzeichneten beeindruckende Summen. Außerhalb des Alpenbogens lieferten auch die Pyrenäen und der Apennin ab. Die folgende Grafik zeigt die Schneehöhen und den Neuschnee der letzten 48 Stunden.
Lawinengefahr in vielen Regionen auf Stufe 3
Aufgrund einer persistenten Schwachschicht im Snowpack bleibt die Lawinengefahr hoch, selbst in den niederschlagsärmeren Regionen. Der Neuschnee sorgt für eine zusätzliche Auflast auf diese Schwachschicht, ein Effekt, der sich am Dienstag und Mittwoch weiter verstärken wird. Es ist weiterhin mit Gefahrenstufe 3 zu rechnen, die ab Dienstag lokal auf Stufe 4 ansteigen kann. Konsultieren Sie vor jedem Trip ins Backcountry zwingend die aktuellen Lawinenlageberichte.

Schneefälle am Dienstag und Mittwoch mit Fokus auf West- und Südalpen
Die Wettermodelle bestätigen die nächste Runde Powder. Im Vergleich zu den letzten Tagen gibt es jedoch einen entscheidenden Unterschied: Ein Warmsektor zieht herein, wodurch die Schneefallgrenze im Westen zunächst höher liegt.
Der neue Niederschlag wird durch sekundäre Störungen gespeist, die mit einem großen Tiefdruckgebiet bei Irland zusammenhängen. Diese Störungen bilden sich innerhalb maritimer Polarluft über der Iberischen Halbinsel und dem nördlichen Mittelmeer. Im Vorfeld entwickelt sich eine Südwestströmung, die das Freezing Level westlich und nördlich des Alpenhauptkamms vorübergehend auf etwa 1400 bis 1800 Meter anhebt.
Die Animation zeigt das Timing der milderen Luftmassen (Temperatur auf ca. 1500 Metern).
In der Nacht zum Mittwoch verschmelzen mehrere Störungen über Norditalien. Die Südwestströmung bricht zusammen, wodurch die Schneefallgrenze in den Westalpen auf etwa 1000 Meter sinken kann. In den Südalpen strömt jedoch etwas mildere Luft ein, was die Schneefallgrenze (beispielsweise in den Dolomiten) am Mittwoch von ca. 800 auf etwa 1300 Meter ansteigen lässt. Aufgrund dieser milderen Phasen werden die ergiebigsten Schneemengen in den Westalpen ab etwa 1700 Metern und in den Südalpen ab etwa 1300 Metern erwartet.
Größte Mengen für die französischen Alpen, südliches Piemont und den Nordosten
Drei Regionen stechen in diesem Powder Alert hervor. Abhängig von der Lawinensituation sind dies die primären Ziele für die laufende Woche:
- Französische Alpen: Fast alle Gebiete können mit mindestens 15 Zentimetern Schnee rechnen, kombiniert mit einer moderaten bis guten (aber instabilen!) Base. In den höheren Lagen der westlichen und südlichen Massive – wie Alpe d’Huez, Les Sybelles, Orcières, Puy-Saint-Vincent und Isola 2000 – sind 30 bis 40 Zentimeter Neuschnee möglich.
- Alpi Marittime (Seealpen): Auch auf der italienischen Seite – Prato Nevoso, Limone Piemonte – werden weitere 30 bis 40 Zentimeter Fresh Snow auf einer der tiefsten Bases der Alpen erwartet.
- Südliche Dolomiten, Karnische Alpen, Julische Alpen: Diese Regionen erhielten in den letzten Tagen bereits 20 bis 40 Zentimeter und erwarten mindestens dieselbe Menge erneut. Da vor letzter Woche kaum eine Unterlage vorhanden war, ist dies noch kein unmittelbares Go-to-Ziel für steiles Terrain. Dennoch bildet sich hier erstmals in diesem Winter ein ernstzunehmendes Snowpack.
Niederschlagswahrscheinlichkeit bis zum Wochenende
Nach dem Mittwoch nimmt die Intensität der Schneefälle ab, es bleibt jedoch unbeständig. Der Donnerstag könnte insbesondere in den Julischen Alpen und Teilen Österreichs noch Restniederschläge bringen. Am Freitag und Samstag könnte eine neue Störung über Frankreich erneut Schnee für die Nordwestalpen liefern. Die genauen Details sind noch unsicher, aber mit relativ kalter Luft und einer entsprechend niedrigen Schneefallgrenze bleibt das Setup für weiteren Powder günstig.





