Die Ski-Saison 2025/26 startete in Nordamerika bisher unbeständig und schwer vorhersehbar. Die neueste ENSO Diagnostic Discussion der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) liefert nun Erkenntnisse darüber, was die kommenden Wochen und Monate bringen könnten.
Während Teile der East Coast bereits tief verschneit sind, kämpfen Skifahrer in den Rocky Mountains noch um jeden Turn. Gebiete wie Alta mussten den Opening Day verschieben. Lake Tahoe zeigt sich überwiegend grün, doch südlich davon plant Mammoth Mountain bereits, am Wochenende sechs Chairlifts und umfangreiches Terrain zu öffnen.
Jay Peak in Vermont verzeichnete beeindruckende Neuschneemengen und sammelte während eines einzigen Storm Cycles im November rund 40 Inches innerhalb von 48 Stunden. Das Resort verzichtet auf ein Soft Opening und wird zum offiziellen Saisonstart direkt über 30 Trails öffnen.
Der Blick richtet sich jedoch auf die langfristige Entwicklung. Das Climate Prediction Center der NOAA veröffentlichte diese Woche die aktuelle El Niño/Southern Oscillation (ENSO) Diagnostic Discussion.
Der ENSO-Zyklus bezieht sich auf die Oberflächentemperaturen im Pazifischen Ozean. Dieses Wettersystem hat massive Auswirkungen auf Niederschläge in Nordamerika und weltweit, weshalb Begriffe wie La Niña und El Niño in der Szene stetig diskutiert werden.
Was bedeutet das für den Winter?
Laut NOAA ist El Niño häufiger und durch überdurchschnittliche Oberflächentemperaturen über mehrere Monate gekennzeichnet. La Niña hingegen bedeutet eine anhaltende Abkühlung der pazifischen Oberflächentemperaturen, was ein Hochdrucksystem vor der amerikanischen Küste erzeugt. Liegen die Temperaturen innerhalb einer Abweichung von 0,5°C vom Durchschnitt, spricht man von ENSO-Neutral.
Die aktuelle Lage: Der Bericht der NOAA vom 13. November bestätigt, dass La Niña voraussichtlich auch in diesem Winter anhalten wird. Eine Rückkehr zu ENSO-Neutral wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 61 % erst bis März erwartet.
Historisch betrachtet bringt La Niña kalte Temperaturen und mehr Schnee in den Bereich der westlichen US-kanadischen Grenze sowie in den Nordosten. Der mittlere Teil des Landes hat dabei gleiche Chancen auf einen über- oder unterdurchschnittlichen Winter. Typischerweise fällt in diesen Jahren im PNW mehr Schnee als in den Central Rockies.


Die kurzfristigen Aussichten deuten darauf hin, dass sich das Wetter in den nächsten Tagen stärker auf ein La-Niña-Muster einstellt. Aktuell fallen die Temperaturen entlang der Grenze zwischen den USA und Kanada bereits unter den Durchschnitt.
Der Drei- bis Vier-Wochen-Ausblick der NOAA prognostiziert überdurchschnittliche Niederschläge für Idaho, Montana, Wyoming, Teile von Washington und das nördliche Colorado sowie im gesamten Nordosten. Die Temperaturen sollen fast überall auf oder unter dem Durchschnitt liegen, mit Ausnahme des Südostens.
Weitere Updates folgen, sobald der Winter an Fahrt aufnimmt und weitere Resorts in den kommenden Tagen öffnen, darunter Mammoth Mountain, Palisades Tahoe und Jay Peak.
