Ein La Niña-Zyklus wird für den Winter 2025/26 in Nordamerika immer wahrscheinlicher. Das geht aus den neuesten Daten der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) hervor. Passend dazu gab es heute in Arapahoe Basin und Winter Park erste kräftige Early-Season-Flurries – früher Season-Stoke inklusive.
Das Climate Prediction Center der NOAA veröffentlichte seinen September-Ausblick bis Februar 2026. Demnach steigen die Chancen auf eine La‑Niña-Entwicklung deutlich. Wahrscheinlich startet der Winter 2025/26 mit La Niña und geht im Verlauf in ENSO‑Neutral über. Je nach Home Mountain kann das gute oder schlechte News bedeuten.
Begriffe kurz erklärt. „El Niño und La Niña stehen für die gegensätzlichen Extreme der El‑Niño/Southern‑Oscillation (ENSO). Der ENSO‑Zyklus beschreibt kohärente, teilweise sehr starke jährliche Schwankungen der Meeresoberflächentemperaturen, Niederschläge, Luftdruck- und Zirkulationsmuster über dem äquatorialen Pazifik.“
Die Temperaturmittel werden in sich überlappenden Drei-Monats-Zeiträumen erfasst. Wenn fünf aufeinanderfolgende Perioden um ≥ +0,5°C wärmer bzw. ≤ −0,5°C kälter als der Durchschnitt sind, spricht man von El Niño bzw. La Niña. Liegen die Abweichungen darunter, gilt ENSO‑Neutral.

- El Niño (Bild oben): wärmere als normale Meeresoberflächentemperaturen im tropischen Pazifik. Dauert typischerweise 9–12 Monate, tritt laut NOAA häufiger auf.
- La Niña (Bild unten): kältere als normale Meeresoberflächentemperaturen im tropischen Pazifik. Dauert meist 1–3 Jahre; die Dauer kann stark variieren.
La Niña Watch aktiv
Aktuell hat die NOAA eine La Niña Watch ausgegeben. Sie gilt, wenn „Bedingungen für die Entwicklung von El Niño oder La Niña innerhalb der nächsten sechs Monate günstig sind.“ Das unterscheidet sich von einer Advisory, die während tatsächlich vorliegender Bedingungen ausgegeben wird.
Derzeit befinden wir uns nicht in einem La‑Niña‑Zyklus; im August 2025 herrschten ENSO‑neutrale Verhältnisse. Dennoch erhöhte die NOAA die Eintrittswahrscheinlichkeit für La Niña im Zeitraum Oktober–Dezember 2025 auf 71% (zuvor 56%). Grundlage sind mehrere etablierte Vorhersagemodelle; die NOAA bildet daraus einen Konsens.
„Alle verfügbaren Modelle des North American Multi‑Model Ensemble favorisieren das Entstehen und Anhalten von La Niña über den Winter.“

Weiter heißt es: „Basierend auf dieser Guidance und den jüngsten Beobachtungen an der Oberfläche und im Untergrund des äquatorialen Pazifik favorisiert das [NOAA] Team die Entwicklung von La Niña. Zusammengefasst ist in den nächsten Monaten ein Übergang von ENSO‑Neutral zu La Niña wahrscheinlich, mit 71% Chance für Oktober–Dezember 2025. Danach bleibt La Niña favorisiert, die Chance sinkt jedoch auf 54% für Dezember 2025–Februar 2026.“
Pow finden
Der vorangegangene OpenSnow/NOAA‑Ausblick deutete bereits einen La‑Niña‑Winter an, nahe ENSO‑Neutral sowie eher schwach ausgeprägt. Mit den neuen Daten erscheinen neutrale Muster weniger wahrscheinlich. Wer seinen Pow‑Trip timen will, sollte diese Regionen im Blick behalten:
Regionen mit tendenziell günstigerem Schneefall bei schwacher La Niña:
- Pacific Northwest – von Washington bis British Columbia
- North‑Central Rockies – Wyoming, Nordost‑Idaho, Südwest‑Montana
- Great Lakes und oberer Nordosten
Regionen mit tendenziell ungünstigerem Schneefall bei schwacher La Niña:
- Sierra Nevada, weite Teile Kaliforniens und Nevadas
- Utah und südliches Colorado
