Start der regulären Lawinenreports
Am Freitag, den 28. November, um 17:00 Uhr wird der erste Lawinenreport der Wintersaison 2025-26 veröffentlicht. Die Vorhersage bezieht sich jeweils auf die darauffolgenden 24 Stunden, also von 17:00 Uhr des Ausgabetages bis 17:00 Uhr des Folgetages.
Neuschneezuwachs und Windeinfluss
Von Montag, 24. November auf Dienstag, 25. November sorgte eine Störung aus südlichen Richtungen für verbreitete Schneefälle. Es fielen 10 bis 20 cm Neuschnee, stellenweise auch mehr. Der Schneefall wurde zunächst von mäßigem bis starkem Wind aus Süd begleitet, bevor dieser am Dienstagmorgen auf Nordwest drehte. Mit dem Temperaturrückgang erreichte der Schneefall auch die Tallagen des Unterlandes.

Gefahrenlage: Triebschnee und Altschneeproblem
Die frischen Triebschneeansammlungen sind leicht auslösbar. Lawinen bleiben derzeit meist klein, die Auslösewahrscheinlichkeit ist jedoch hoch. Gefahrenstellen finden sich besonders im Hochgebirge in Schattenhängen, in Rinnen und Mulden sowie in Kammnähe. Durch die Winddrehung auf Nord haben sich auch im südexponierten Gelände frische Triebschneeansammlungen gebildet.
Lokal können sich Lawinen auch im Altschnee lösen und mittlere Größe erreichen. Dies ist vor allem dort der Fall, wo sich Neu- und Triebschnee auf einer ungünstigen Altschneeoberfläche abgelagert haben: oberhalb von ca. 2800 m in steilen Nordhängen, besonders am Alpenhauptkamm und in der Ortlergruppe.


Dünne Schneedecke und Sharks
Die Gefahrenstellen durch frischen Triebschnee sind für das geschulte Auge meist gut erkennbar und können umgangen werden, besonders in Nähe von Geländefallen. Allgemein liegt für Unternehmungen im Gelände noch wenig Schnee. Skitouren oder Variantenabfahrten sind vielfach noch nicht möglich, da die Unterlage oft nicht zusammenhängend ist. Abseits der Pisten gilt es, die Verletzungsgefahr durch Steinkontakt (Sharks) zu bedenken.

Beobachtungen aus dem Gelände via SNOBS.LIVE
Aktuell erreichen den Warndienst nur wenige Rückmeldungen aus dem Gelände, weshalb die Lawinengefahr vor Ort besonders aufmerksam bewertet werden muss.
Beobachtungen aus der Community helfen dabei, die aktuelle Schnee- und Lawinensituation präziser zu erfassen und die Qualität des Lawinenreports zu verbessern. Interessierte können sich auf SNOBS.LIVE anmelden und Beobachtungen wie frische Lawinen, Oberflächenreif, Neuschneemengen oder Alarmzeichen melden. Rückmeldungen anderer Nutzer können zudem für die eigene Tourenplanung genutzt werden.

Wer steht hinter SNOBS?
SNOBS ist ein Produkt der österreichischen Lawinenwarndienste und des Lawinenwarndienstes Bayern. Das Produkt wurde geschaffen, um Rückmeldungen der Öffentlichkeit an die Lawinenwarndienste zu vereinfachen.
Rückmeldungen im SNOBS helfen den Lawinenwarnern und -warnerinnen ihr Bild der Situation weiter zu schärfen und können somit auch zur ständigen Verbesserung der Lawinenberichte beitragen. Das Produkt wurde aus öffentlichen Geldern finanziert und wird nicht kommerziell genutzt.
