Aktueller Blick auf die Lawinenlage
Ein beständiges Hochdruckgebiet hat in den vergangenen Tagen für mildes und trockenes Wetter gesorgt. Die Konsequenz ist eine derzeit geringe Lawinengefahr, während Skitouren aufgrund der Schneesituation kaum realisierbar sind.
Die aktuellen Bedingungen im Backcountry sind ungünstig. Bedingt durch das anhaltende Hoch und die milden Temperaturen ist die Schneedecke bis in hochalpine Lagen stark ausgeapert. Vielerorts ist keine geschlossene Unterlage vorhanden, wodurch ein erhöhtes Risiko für Verletzungen durch hervorragende Felsen besteht.
Die Lawinengefahr wird als gering eingestuft. Frische, überwiegend kleine Triebschneeansammlungen sind am Alpenhauptkamm und in der Ortlergruppe auf weichen Schichten teilweise störanfällig. In diesen Sektoren können Lawinen besonders an extrem steilen Schattenhängen im schwachen Altschnee abgehen. Diese bleiben meist klein, dennoch ist die Situation in absturzgefährdetem Gelände nicht zu unterschätzen, da bereits geringe Schneemengen für einen Absturz ausreichen können.




Rückblick und Analyse
Eine Kaltfront aus Nordwest führte in der Nacht vom 7. auf den 8. Dezember vor allem am Alpenhauptkamm zu schwachen Niederschlägen. Die Schneefallgrenze lag hoch: Bis auf rund 2800 m fiel der Niederschlag als Regen. In hochalpinen Schattenhängen bildeten sich meist kleine Triebschneeansammlungen.
Im Anschluss stieg die Nullgradgrenze auf über 3000 m, was eine Durchfeuchtung der Schneedecke bis ins Hochgebirge zur Folge hatte. Dies löste den ersten Nassschneezyklus der Saison aus, wobei sich in extrem steilen Schattenhängen teilweise mittelgroße Lawinen lösten. In der Folge bildete sich vielerorts bis auf über 3000 m Höhe eine meist dünne Schmelzkruste.




Bis zum 16. Dezember verblieb die Nullgradgrenze oberhalb von 2000 m. Dies beschleunigte den Rückgang der Schneedecke massiv. Sonnenhänge sind teilweise bis in hochalpine Lagen schneefrei.
In der Nacht auf den heutigen Tag brachten Schneefälle im gesamten Gebiet wenige Zentimeter Neuschnee. Durch mäßigen bis starken Wind aus südlichen Richtungen bildeten sich in Schattenhängen im Hochgebirge frische Triebschneepakete, die zwar störanfällig, in ihrem Umfang jedoch meist klein sind.
Prognose
Aktuelle Langzeitmodelle prognostizieren trockenes Wetter bis zur Weihnachtswoche. Signifikante Niederschläge werden erst nach den Feiertagen erwartet. Die Lawinenlage wird sich daher kaum verändern und die Gefahr bleibt vorerst gering.

