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NewsPR NewsLawinenlagebericht: Altschneeproblem in Schattenhängen bestimmt die Situation

Lawinenlagebericht: Altschneeproblem in Schattenhängen bestimmt die Situation

Die Lawinengefahr ist im Verlauf der vergangenen Woche allgemein zurückgegangen. Gebietsweise herrscht in Nordtirol oberhalb von etwa 2400 Metern noch mäßige Lawinengefahr, ansonsten ist die Gefahr als gering einzustufen. Vorsicht ist insbesondere noch in sehr steilen Schattenhängen in der Höhe geboten.

Wenige Gefahrenstellen und dürftige Schneelage

Die Schneedecke

Ein aktuell eher selten ansprechbares Altschneeproblem stellt das Hauptproblem dar. Gefahrenstellen finden sich vor allem in den vergleichsweise schneereicheren Regionen vom Alpenhauptkamm nordwärts. Vereinzelt können dort Schwachschichten aus kantigen Kristallen (angrenzend an Schmelzkrusten) durch die Belastung von Wintersportlern noch brechen und Schneebrettlawinen auslösen.

Die dafür notwendige Kombination aus Schwachschicht und darüber gelagertem Brett ist inzwischen nicht mehr so häufig anzutreffen; das Brett wurde tendenziell lockerer, die Verbindungen der Kristalle innerhalb der Schwachschicht etwas stärker. Gefahrenstellen konzentrieren sich vor allem auf sehr steile Hänge im Nordsektor oberhalb etwa 2400 m, sehr vereinzelt auch in West- und Osthängen in größerer Höhe. Vorsicht ist vor allem im kammnahen Gelände sowie in Rinnen und Mulden geboten.

Am vergleichsweise ungünstigsten präsentiert sich die Situation unverändert im hochalpinen, vergletscherten, schattigen Gelände, wo ausgelöste Lawinen tendenziell größer werden können.

Spontane Schneebrettlawinen im Bereich des Windacher Daunkogels in den Stubaier Alpen, welche vermutlich am 26.11. abgegangen sein dürften. (© Patrick Ribis, 02.12.2025)
Spontane Schneebrettlawinen im Bereich des Windacher Daunkogels in den Stubaier Alpen, welche vermutlich am 26.11. abgegangen sein dürften. (© Patrick Ribis, 02.12.2025)
Aufbauend umgewandelte Kristalle (meist kantig, teilweise auch Schwimmschnee) in Bodennähe. Thurntaler in der Region Deferegger Alpen Ost (© Anton Riepler, 30.11.2025)
Aufbauend umgewandelte Kristalle (meist kantig, teilweise auch Schwimmschnee) in Bodennähe. Thurntaler in der Region Deferegger Alpen Ost (© Anton Riepler, 30.11.2025)
Ein typisches Schneeprofil im schattigen Gelände in hohen Lagen. Im unteren Bereich der Schneedecke findet man eine Abfolge von weicheren und härteren Schichten. Darüber ein meist nicht (mehr) allzu ausgeprägtes Brett. Stabilitätstests führen häufig nur mehr zu Teilbrüchen. Interessant ist zudem die dünne Schmelzkruste in Oberflächennähe, welche am 29.11. durch leichten Nieselregen entstanden ist. Mattunjoch, Westliche Lechtaler Alpen. (2480m / Nord / 30 Grad) (© LWD Tirol, 03.12.2025)
Ein typisches Schneeprofil im schattigen Gelände in hohen Lagen. Im unteren Bereich der Schneedecke findet man eine Abfolge von weicheren und härteren Schichten. Darüber ein meist nicht (mehr) allzu ausgeprägtes Brett. Stabilitätstests führen häufig nur mehr zu Teilbrüchen. Interessant ist zudem die dünne Schmelzkruste in Oberflächennähe, welche am 29.11. durch leichten Nieselregen entstanden ist. Mattunjoch, Westliche Lechtaler Alpen. (2480m / Nord / 30 Grad) (© LWD Tirol, 03.12.2025)
Webcam-Bild vom 29.11. vom Arlberggebiet. Aus den Wolken nieselte es gebietsweise etwas heraus. Am Nachmittag des 29.11. klarte es dann auf. In Folge bildete sich eine dünne Schmelzkruste an der Schneeoberfläche. (© foto-webcam.eu)
Webcam-Bild vom 29.11. vom Arlberggebiet. Aus den Wolken nieselte es gebietsweise etwas heraus. Am Nachmittag des 29.11. klarte es dann auf. In Folge bildete sich eine dünne Schmelzkruste an der Schneeoberfläche. (© foto-webcam.eu)
Stabile Schneedecke in einem 38° steilen Westhang auf 2300m am Hafelekar (Westliches Karwendel) oberhalb von Innsbruck (© Leo Schneider, 01.12.2025)
Stabile Schneedecke in einem 38° steilen Westhang auf 2300m am Hafelekar (Westliches Karwendel) oberhalb von Innsbruck (© Leo Schneider, 01.12.2025)
Während der vergangenen Woche gingen immer wieder Meldungen über Oberflächenreif ein. Schaut man sich die Wetterprognose an, so dürfte dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit kommenden Sonntag, den 07.12. durch Regen und Wärmeeinfluss zerstört werden. Kirchspitze – Gerlos – Zillertal (© Stefan Wierer, 04.12.2025)
Während der vergangenen Woche gingen immer wieder Meldungen über Oberflächenreif ein. Schaut man sich die Wetterprognose an, so dürfte dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit kommenden Sonntag, den 07.12. durch Regen und Wärmeeinfluss zerstört werden. Kirchspitze – Gerlos – Zillertal (© Stefan Wierer, 04.12.2025)

Die Schneelage

Auch wenn nach den Schneefällen zwischen dem 17.11. und 26.11. gebietsweise einiges an Neuschnee verzeichnet wurde, nahm die Schneehöhe seither kontinuierlich ab, unter anderem auch durch Wärmeeinfluss ab dem 29.11.2025. Ebenso bearbeitete Wind insbesondere in den Regionen entlang des Alpenhauptkammes die Schneedecke, was sich auf die Schneeverteilung auswirkte. Tirolweit muss man deshalb im freien Gelände aktuell meist von einer eher dürftigen Schneelage ausgehen.

Die Wetterstation Hahnenkamm bei Reutte. Wetterverlauf der vergangenen Woche: Die Schneeoberfläche wurde dort am 29.11. und 30.11. feucht. Am 01.12. schneite es ein wenig.
Die Wetterstation Hahnenkamm bei Reutte. Wetterverlauf der vergangenen Woche: Die Schneeoberfläche wurde dort am 29.11. und 30.11. feucht. Am 01.12. schneite es ein wenig.
In den typischen Föhnstrichen war es auf den Bergen für ein paar Tage recht windig. Windkarte vom 01.12.2025 um 23:00 Uhr.
In den typischen Föhnstrichen war es auf den Bergen für ein paar Tage recht windig. Windkarte vom 01.12.2025 um 23:00 Uhr.
Die Elferspitze, eine Wetterstation, die bei einer Südföhnlage besonders gut anspricht. Windzunahme ab dem 01.12.2025.
Die Elferspitze, eine Wetterstation, die bei einer Südföhnlage besonders gut anspricht. Windzunahme ab dem 01.12.2025.
Ein Bild vom südlichen Osttirol zeigt die ungleichmäßige Schneeverteilung bei einer gering mächtigen Schneedecke (© Anton Riepler)
Ein Bild vom südlichen Osttirol zeigt die ungleichmäßige Schneeverteilung bei einer gering mächtigen Schneedecke (© Anton Riepler)
In den Tuxer Alpen am 27.11.2025. Inzwischen schaut es dort auch aufgrund von Windeinfluss nicht mehr so schön winterlich aus. Steinkontakt häuft sich inzwischen wieder. (© Stefano Morettini)
In den Tuxer Alpen am 27.11.2025. Inzwischen schaut es dort auch aufgrund von Windeinfluss nicht mehr so schön winterlich aus. Steinkontakt häuft sich inzwischen wieder. (© Stefano Morettini)
Vom Wind aper gefegte Flächen neben eingewehten Rinnen und Mulden. Westliche Tuxer Alpen (© Marco Knoflach, 03.12.2025)
Vom Wind aper gefegte Flächen neben eingewehten Rinnen und Mulden. Westliche Tuxer Alpen (© Marco Knoflach, 03.12.2025)
Während im Tal und auf den Schattenhängen etwas Schnee liegt, schmilzt dieser in Sonnenhängen zunehmend dahin. Hochfilzen in der Region Waidringer Alpen (© LWD Tirol, 03.12.2025)
Während im Tal und auf den Schattenhängen etwas Schnee liegt, schmilzt dieser in Sonnenhängen zunehmend dahin. Hochfilzen in der Region Waidringer Alpen (© LWD Tirol, 03.12.2025)
Vergangene Woche konnte man gebietsweise – wie hier am Stubaier Gletscher – Pulverschnee genießen. Dennoch musste man auch dort auf sharks, knapp unterhalb der Schneedecke verborgene Steine, achten. (© LWD Tirol, 28.11.2025)
Vergangene Woche konnte man gebietsweise – wie hier am Stubaier Gletscher – Pulverschnee genießen. Dennoch musste man auch dort auf sharks, knapp unterhalb der Schneedecke verborgene Steine, achten. (© LWD Tirol, 28.11.2025)
Die Karte zeigt die Verteilung der Gesamtschneehöhe.
Die Karte zeigt die Verteilung der Gesamtschneehöhe.

Vereinzelt noch Gleitschneeabgänge

Der Wärmeeintrag in die Schneedecke hat die Abgangsbereitschaft von Gleitschneelawinen (meist waren es Rutsche) ab dem 29.11. etwas erhöht. Inzwischen sollten Gleitschneelawinen nur mehr selten auftreten.

Viele Gleitschneerutsche in den Lechtaler Alpen im Nahbereich des Hahntenjochs (© Stefan Zangerl, 30.11.2025)
Viele Gleitschneerutsche in den Lechtaler Alpen im Nahbereich des Hahntenjochs (© Stefan Zangerl, 30.11.2025)
Der Schnee gleitet auf Grashängen ab. Defereggental (© Mark Kleinlercher, 02.12.2025)
Der Schnee gleitet auf Grashängen ab. Defereggental (© Mark Kleinlercher, 02.12.2025)

Wie gehts weiter?

Laut GSA (Geosphere Austria) sorgt schwacher Tiefdruckeinfluss in der Nacht auf Freitag, den 05.12.2025, zusammen mit einer Störungszone für Zufuhr feuchter Luftmassen und leichte Abkühlung. Am Wochenende folgt ein Übergang in eine Westströmung mitsamt milder Luftmassen. Sonntag auf Montag wird eine Warmfront mit Regen und stark steigender Schneefallgrenze erwartet. Die Niederschlagsmengen sollen sich in Grenzen halten. Der Wind soll anfangs schwach aus Südost bis Süd wehen, gegen Wochenende jedoch auf eine straffe Westströmung drehen.

Ab Samstag, den 06.12.2025 gehts mit den Temperaturen bergauf.

An der Lawinengefahr ändert sich vorerst wenig. Mit Erwärmung und etwas Regen bis in hohe Lagen kann die Gleitschneeaktivität leicht ansteigen. In großen Höhen werden sich frische Triebschneepakete bilden.

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