Frischer Schnee ab 2.000 Meter
Die Warmfront ist gestern und in der vergangenen Nacht über die Alpen gezogen. Sie brachte Fresh Snow oberhalb von 2000 bis 2200 Metern; in der Schweiz fielen allgemein 10 bis 25 cm, auf der Zugspitze wuchs das Snowpack sogar um 33 cm an. Ein völlig anderes Bild zeigt sich unterhalb von 2000 Metern, wo die Schneedecke um 5 bis 20 cm geschrumpft ist, wie auf der untenstehenden Karte zu sehen ist.
Die tieferen Täler werden bereits wieder grün, und dieser Trend wird sich in dieser Woche fortsetzen. In den Südalpen blieb es weitgehend trocken, sodass der Schaden dort begrenzt ist, wenngleich in diesen Regionen ohnehin wenig Schnee lag.

Zunehmend sonnig
Heute Morgen fällt in Österreich noch ein letzter Rest Regen (Schnee oberhalb von 2000 Metern), während es andernorts bereits signifikante Aufheiterungen gibt. Am Nachmittag wird die Sonne auch in Österreich regelmäßig durchbrechen. Wir befinden uns nun hinter der Warmfront in milder Meeresluft, die Meteorologen als „maritim subtropisch“ bezeichnen. Besonders im Sonnenschein wird es sich frühlingshaft anfühlen, mit positiven Temperaturen bis auf 2500 Meter und rund 10°C auf 1000 Metern.
Noch milder
Ein blockierendes Hochdrucksystem liegt über Russland, und atlantische Tiefdruckgebiete haben keine Wahl, als ihrer klassischen Route über den Ozean Richtung Island und Norwegen zu folgen. Dieses Muster bleibt für mindestens eine Woche bestehen und führt kontinuierlich Luft aus Süd bis Südwest heran. Auf der Hauptkarte über diesem Forecast sehen wir die Situation am Mittwoch, wo kalte Luft (blau = Frost auf 1500 Metern) in einem weiten Bogen um den Kontinent herumgeführt wird.
Über den Alpen liegt ein Hochdrucksystem, das besonders in der Höhe gut ausgeprägt ist. Dies unterdrückt unbeständiges Wetter und sorgt für ruhige Bedingungen mit viel Sonnenschein mindestens bis Samstag. Dienstag und Mittwoch werden die mildesten Tage der Woche. Die Nullgradgrenze wird dann bei rund 3000 Metern liegen, und es wird sich in den Tälern mit Temperaturen bis zu 15°C komplett wie Frühling anfühlen. Für brauchbaren Snow müssen wir zunehmend oberhalb von 2000 Metern suchen und Südhänge meiden.

Möglicherweise kühler Richtung Weihnachten
Ab Donnerstag wird es etwas weniger mild, aber es wird ein langes Warten, bis wir zu echtem Winterwetter zurückkehren. Glücklicherweise bringt der Hochdruckeinfluss eine niedrigere Luftfeuchtigkeit und etwas kühlere Nächte. Besonders in den Tälern kann es nachts leicht frieren, während die Luft weiter oben mild, aber auch sehr trocken bleibt. Dies verlangsamt die Schmelzrate.
Im Hochgebirge sorgen die Temperaturschwankungen für eine solide und zunehmend harte Base. Am äußeren Rand der Vorhersagezuverlässigkeit tendieren die Modelle zu normaleren Temperaturen und einer Rückkehr der Niederschläge. Bis dahin ist fast Weihnachten, daher ist das Vertrauen in dieses Szenario noch gering.


