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StoriesJapow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido

Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido

Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido
Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido

Japow Roadtrip – Elf Tage im Minicamper

Konsti Ottner, Fotograf Max Draeger und Filmer Dani Niederkofler auf Mission im japanischen Powder – eingepfercht in einen schuhschachtelgroßen Camper, aber mit endloser Motivation. Linksverkehr, streikender Gaskocher, eisige Nächte – alles vergessen, sobald die drei Protagonisten in den legendären „Japow“ eintauchten. Elf Tage voller Face-Shots, dampfender Ramen und unvergesslicher Lines später stand fest: Japan hatte geliefert. Da werden sie wohl wiederkommen!

Ramen auf Pillows: Diese kulinarische Köstlichkeit gibt es nur während der Wintersaison in Japan. | Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido
Ramen auf Pillows: Diese kulinarische Köstlichkeit gibt es nur während der Wintersaison in Japan. | Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido

Die Suche nach dem Powder

Mitte Januar: Während der Alpenraum, speziell Tirol, zu Jahresbeginn durch einen traurigen Mangel an brauchbarem Weiß schwänzte und die Lawinensituation selbst in den letzten verbliebenen Freeride-Optionen wenig Spielraum ließ, wanderten unsere sehnsüchtigen Blicke in die Ferne. Epische Bedingungen gab es in den kanadischen Rockies. Und in Japan wurden massive Schneestürme prognostiziert, die knietiefen Powder versprachen. Irgendwo da draußen musste es doch noch echten Winter geben! Da wir unseren Durst nach hüfttiefem Schnee nicht einfach mit Archivmaterial aus besseren Zeiten stillen konnten, war klar: Wir mussten handeln.

Spontaneität ist die halbe Miete

Ein Plan? Fehlanzeige. Max Dräger und ich quatschten am Telefon und waren uns einig: Ein Skitrip musste her! Kanada? Zweifellos spektakulär, aber spontan schwer umzusetzen – ganz zu schweigen davon, dass unser Budget für Heli-Skiing und unsere Skills für Snowmobile-Abenteuer gleichermaßen nicht ausreichten. Japan? Logistisch einfacher und für uns als Nicht-Sledder die deutlich sinnvollere Wahl. Zugegeben, die Idee war nicht gerade revolutionär. Ski-Geschichten aus Japan haben inzwischen einen gewissen Déjà-vu-Charakter, und spätestens seit „Japow“ als offizielles Synonym für „zu viel Schnee für normales Leben“ gilt, war klar: Wir waren nicht die Einzigen, die in Richtung Pazifik schielten. Nach zwei Jahren Pandemiepause hatte sich die Zahl der powderhungrigen Skifahrer und Snowboarder inzwischen wieder auf Vor-Corona-Level eingependelt. Sagen wir es so: Wahrscheinlich hätte man auch halb Tirol am Gate nach Sapporo antreffen können.

Die Vorbereitung: Chaos pur

„Okay, let’s do ,Japow‘“, waren wir uns einig.

Max: „Hauptinsel oder Hokkaido?“
Ich: „Fix Hokkaido!“
Max: „Unterkunft oder Camper?“
Ich: „Unbedingt Camper!“
Max: „Wann sollen wir los?“
Ich, schmunzelnd: „Übermorgen!“

Max: „Mein Ski kommt erst übermorgen! Und außerdem braucht man da so eine Übersetzung vom Führerschein, glaube ich. Das dauert ein paar Tage.“ (Und es sollte sich herausstellen, dass es wirklich so einige Tage dauern würde…)

Wir riefen Dani Niederkofler an, um ihn in unseren spontanen Plan einzuweihen. Der Südtiroler ließ sich ohne viel Überzeugungsarbeit sofort mitreißen. „Ja Mann, saugeil. Klingt meganice!“, war seine erste Reaktion.

Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido
Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido

Auf Hokkaido trifft man eher auf westliche Architektur als auf typisch japanische Stadtbilder und Kultur.

Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido
Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido

Robinson 771, wir kommen!

In Sapporo angekommen wurden wir per Shuttle zum Camper-Verleih gebracht und standen endlich zum ersten Mal unserem Gefährt für die nächsten elf Tage gegenüber: einem Robinson 771 – booyaaah!!! Unsere Ski passten exakt, quasi auf den Zentimeter genau quer in den Kofferraum und so machten wir uns auf den Weg von Sapporo in Richtung… Ja, wohin eigentlich? „Ach übrigens, hier muss man, glaube ich, auf der linken Seite fahren“, rief ich Max zu. Wir lachten uns kaputt, hatten keinen blassen Schimmer, wohin es ging, und tippten einfach „Niseko“ in Google Maps ein.

Der Name war uns irgendwie schon mal zu Ohren gekommen. (Das oben erwähnte Spots-zum-Shooten-Aussuchen hatte immer damit geendet, dass ich mich von alten Nimbus-Independent-Segmenten mit Eric Pollard und Pep Fujas ablenken ließ und jedes Mal vergaß, was ich eigentlich vorhatte…) Nach ein paar Versuchen hatten wir sogar den passenden Sound im Camper am Laufen und so rollten wir mit Cali P im Hintergrund Richtung Niseko, bereit für unser Powder-Abenteuer.

Das minimalistische Einzimmerapartment: Bad, Küche, Wohnzimmer und Bett auf nur drei Quadratmetern. | Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido
Das minimalistische Einzimmerapartment: Bad, Küche, Wohnzimmer und Bett auf nur drei Quadratmetern. | Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido
Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido
Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido

Erste Turns und eine Verwarnung

Wir cruisten entspannt dahin, die erste Ramen war in Rekordzeit geschlürft, und je näher wir Niseko kamen, desto mehr stieg die Schneemenge – fast schon wie in einem Film. Noch schnell ein paar Snacks, Essen und Gas zum Kochen eingekauft, und weiter ging’s zur ersten Flutlicht-Session. Direkt unter dem Lift waren überraschenderweise kaum Spuren – jeder von uns grinste nach den ersten Turns wie ein Kind an Weihnachten.

Nach dem zweiten Run hatten wir auch schnell den Grund dafür entdeckt: Die Area war gesperrt und wir hatten uns prompt eine charmante Verwarnung vom Patroller eingeholt. Ein deutliches Zeichen, dass wir hier nicht in Europa waren, wo man einfach wild drauflosfahren kann. Aber anstatt uns davon stoppen zu lassen, fanden wir ein paar unverspurte Pockets und der erste Tag im „Japow“ war ein absoluter Knaller.

Camper-Life

Nach einem soliden Abendessen und einem schnellen Bier in der Bar war es Zeit, den Robinson 771 wieder in Gang zu setzen. Wir waren uns sicher: Das war noch lange nicht alles an Schnee und irgendwo auf Hokkaido musste es noch bessere Bedingungen geben! Der Sound lief, die Laune stimmte und es begann auch noch zu schneien. Es war schon spät, der Jetlag machte uns zu schaffen, und gerade als ich das Steuer übernahm, erblickten wir direkt neben der Straße ein riesiges Feld aus komplett eingeschneiten Lawinenverbauungen.

Ein Spot, den wir bestens kannten – und der in der Vergangenheit schon einige Male für epische Shots hergehalten hatte. Doch diesmal wollten wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen, hier morgen ein bisschen Spaß zu haben. Ein paar alte Landing Tracks waren noch zu sehen, aber weiter rechts lag noch genügend unberührtes Terrain, das nur darauf wartete, von uns erobert zu werden. Also Camper geparkt und endlich ab ins Land der Träume.

Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido
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Van-Life für Fortgeschrittene: Wintercamping im winzigen Bus – das ist nicht jedermanns Sache. | Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido
Van-Life für Fortgeschrittene: Wintercamping im winzigen Bus – das ist nicht jedermanns Sache. | Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido

Die Kocher-Katastrophe

Wohin einen diese Reklame wohl führt? Japan ist bekannt für seine außergewöhnlichen und teils absurden Läden.

Am Mittag dachten wir uns, wir könnten unser Koch-Set-up im Camper ausprobieren und uns schnell einen French Toast zaubern, bevor wir nachmittags einen kleinen Hike ins Backcountry auf der anderen Straßenseite starten wollten. Also, Kocher an und los ging’s – doch selbst auf höchster Stufe spendierte er uns nicht mehr Feuer als ein romantisches Kerzenlicht, das bestenfalls Schnee in Wasser verwandeln, aber garantiert nichts zum Kochen bringen könnte.

Die Ausstattung des Robinson 771 forderte uns durch eine Lektion in minimalistischer Kochkunst – die Pfanne war mehr ein modisches Accessoire denn ein funktionales Utensil. Der geplante Lunch verwandelte sich zu einer zähen Geduldsprobe, bei der jeder Toast eher wie eine Langzeit-Investition im Kochtopf schmorte – Slow food at its best, aber ohne das richtige Timing. Zehn Minuten für einen Bissen – das nenne ich mal Entschleunigung! Der Traum, abends im Nirgendwo gemütlich zu kochen, war damit vom Tisch. Also, Ramen it is – und ganz ehrlich, niemand hatte wirklich etwas dagegen.

Frühstück, Powder und Ramen

Am nächsten Morgen begann der Ablauf, der sich in den folgenden elf Tagen wie ein nie enden wollendes Ritual wiederholte: frühstücken, Stuff klarmachen, den ganzen Tag am Berg rumwuseln und abends Ramen schlürfen.

Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido
Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido

Die Lawinenverbauungen lockten uns immer wieder und wurden bis zum Mittag etliche Male gehikt – und ich musste ordentlich einstecken. Gar nicht so leicht, denn jeder Hit musste perfekt gelandet werden gefolgt von einem schnellen Speed-Check, ehe die nächste Verbauung näher rückte.

Wenn sich bei diesem vorgegebenen Rhythmus ein Fehler einschlich, konnte man den nächsten Drop vielleicht noch irgendwie retten, aber spätestens bei der übernächsten Verbauung war das Spiel vorbei und man landete im Nirwana. Trotz der Herausforderungen war es natürlich ein riesiger Spaß und am Ende gab es doch einige ziemlich gute Shots.

Tic, tac, boom -wenn das Timing bei den Lawinenverbauungen nicht stimmt, muss man einstecken können. | Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido
Tic, tac, boom -wenn das Timing bei den Lawinenverbauungen nicht stimmt, muss man einstecken können. | Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido

Schönheit und flache Landungen

Nachdem wir mit den Toasts fertig waren, machten wir uns noch einmal auf und nahmen die kleine Mission auf der anderen Straßenseite in Angriff. Wir trödelten gemütlich durch den tief verschneiten Wald, als ob wir alle schon ewig nicht mehr durch solchen Schnee gewatet wären. Alle paar Meter hielten wir an, um die Umgebung zu bestaunen, und der Kommentar „Boah, ist das schön hier! Schau mal, wie viel Schnee auf dem Ast da drüben liegt!“ fiel ständig.

Dann entdeckten wir ein Pillow hinter dem anderen und dachten uns: „Das wäre ein cooler Spot, aber die Landung ist echt ein bisschen mies.“ Also weiter auf der Suche nach etwas Besserem. Aber ehrlich gesagt war hier alles traumhaft! Schließlich fuhren wir unseren Run in der Dämmerung und kamen gerade noch rechtzeitig vor der Dunkelheit wieder am Camper an. Bei einem verdienten Dosenbier stießen wir auf den ersten Tag an, machten alles fahrtauglich und setzten unsere Reise fort, um schließlich auf einem Parkplatz im nächsten Resort die Nacht zu verbringen.

Baum-Spot und Rückenschmerzen

Der nächste Morgen startete wie gehabt: Müsli mit Banane und ein Marmeladentoast mit Erdnussbutter. Für unterwegs ein, zwei Reisbällchen und los ging’s zur nächsten Skitour. Es schneite ziemlich stark, und als wir am Parkplatz aufbrechen wollten, sahen wir auf der anderen Seite des Bachs einen v-förmigen Baum auf einer freien Fläche. Wir hatten ein paar Shots im Kopf und einer davon war genau so ein Baum zum Durchspringen. Wir entschieden uns kurzerhand um und starteten in der Zone gleich nebenan. Bis auf die flache Landung war der Baum-Spot perfekt.

Ich nahm ein bisschen mehr Speed, als ich gebraucht hätte, segelte schön im Cork 3 in die extrem flache Landung und backslappte ziemlich hart. Max hatte ein Lächeln im Gesicht und Dani fragte mich, ob ich es für den Clip noch mal probieren wollte. Ich musste aber ablehnen, weil meinen Schultern und Knien flache Landungen inzwischen auch nicht mehr so egal sind wie früher. Wir lachten nur und überlegten, was hier noch alles gut zu shooten wäre. Den ganzen Tag schneite es kräftig und erst in der Dämmerung machten wir uns zurück zum Camper. Schnell anstoßen, Skizeug verstauen und trocknen und los in die Stadt zum Ramen-Essen.

Schneefräsen sind so dermaßen 1990 – zumindest bei uns! In Japan gehören sie im Winter zum Daily Business. | Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido
Schneefräsen sind so dermaßen 1990 – zumindest bei uns! In Japan gehören sie im Winter zum Daily Business. | Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido
Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido
Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido

Kälte, Schnee, (ohne) Ende Gelände

Die Tage vergingen, das gleiche Frühstück jeden Morgen schmeckte nach wie vor und die Motivation, jeden Tag von früh bis spät am Berg zu verbringen, hielt ebenfalls an. Das Einzige, was sich hin und wieder extrem änderte, war die Temperatur nachts im Camper. Es gab eine Extrabatterie, die, wie uns versichert wurde, auch sehr gut sei, mit der Standheizung zusammenhängt und beim Fahren automatisch wieder aufgeladen wird – wie in jedem Camper halt.

Jedoch war die Extrabatterie den Akkus unseres Kamera-Equipments und von Max Skischuhheizungen anscheinend nicht ganz gewachsen und so kam es hin und wieder dazu, dass wir frühmorgens bei gefühlten Minusgraden aufwachten. Nach insgesamt elf Tagen in unserem kleinen Mobil und elf langen Tagen am Berg hieß es für uns, wieder Richtung Sapporo zu tuckern, unserem Robinson 771 einen letzten Blick zuzuwerfen und somit die lange Reise Richtung Heimat anzutreten. Arigatō, Japan, es war eine wundervolle Zeit und wir kommen bestimmt bald wieder zum Wintercampen!

Tree Skiing wird auf Hokkaido wörtlich genommen - nämlich auf den Bäumen und Ästen. | Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido
Tree Skiing wird auf Hokkaido wörtlich genommen – nämlich auf den Bäumen und Ästen. | Japow Roadtrip: Elf Tage Freeski- und Camper-Erlebnis auf Hokkaido

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