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Dalbello: Besonders leichte & robuste Tourenskischuh-Serie „Quantum“ (2021)

Interview: Roman Lachner

Im exklusiven Interview erzählt uns Dalbello Sales Manager Marcel Pott jede Menge Details über die neue Tourenskischuh-Serie „Quantum“ und erklärt uns die Vorteile des besonders leichten sowie robusten Boots.

Die Italiener haben sich mit ihren „Lupo“-Modellen eine breite Fan-Base in der Freeski-Community aufgebaut. Jetzt kommt Dalbello mit einer neuen Touren-Kollektion daher, die ebenfalls eine riesige Wirkung auf unseren Sport haben wird. Bei den drei Modellen der „Quantum“-Serie haben die Ingenieure aus Asolo eine komplett neue Methode entwickelt, um eine leichte, aber gleichzeitig extrem robuste Schale gießen zu können. Wir haben Verkaufsleiter Marcel Pott zur neuen Kollektion befragt.

Interview: Dalbello Verkaufsleiter Marcel Pott über die neue Tourenschuh-Serie „Quantum“ 2021

Hi Marcel! Mit den drei „Quantum“-­Modellen springt Dalbello erstmals auf den Touring-Zug auf, der momentan ziemlich nach vorne prescht. Klar, dass ihr Dalbello auch in diesem Segment stark positionieren wollt. Wie kam es zu der neuen Aus­richtung der Firmen-Performance?

Der „Quantum“ ist für Dalbello nicht der erste Tourenskischuh. Mit Schuhen wie dem „Virus“ oder dem „Sherpa“ hat die Marke schon in der Vergangenheit erfolgreiche Tourenschuhe entwickelt, auch wenn sich der Anspruch an Tourenskischuhe in den letzten Jahren sehr stark weiterent­wickelt hat. Mit der „Quantum“-Serie dringen wir nun erstmals in den aufstiegsorientierten Markt ein mit einem Kundenanspruch an das Gewicht von unter 1.200 Gramm.

Mit dem „Quantum Asolo Factory“ haben wir ein Mo­dell, das mit 960 Gramm sogar die 1.000-­Gramm-­Marke unterschreitet. So sind wir in der Lage, den Tourengeher/-innen in der MDV-Familie (Marker, Dalbello, Völkl) zusammen mit Völkl Ski und Marker Bindungen ein Komplettpaket anbieten zu können. Quasi Ski, Bindung und Schuh aus einer Hand, getreu unserem Motto: three brands, one spirit!

Video: Der neue Dalbello „Quantum“ Skitourenboot vorgestellt

Ihr habt viel Herzblut in das Projekt gesteckt und den unteren Teil der Schale aus zwei vertikal verklebten Teilen konstruiert, um das Gewicht reduzieren zu können. Was ist das Besondere an dieser Bauweise und wieso konnte man nicht schon früher diese Technologie anwenden?

Um Gewicht zu reduzieren, versucht jeder Hersteller, am Schuh möglichst viel Material einzusparen. Deswegen sind Tourenskischuhe dünnwandiger als Alpinskischuhe und es werden sehr leichte Materialien wie etwa Carbon und/oder sehr leichte Kunststoffe verwendet. Bei der Herstellung von Skischuhen und auch Tourenskischuhen wird der Kunststoff erwärmt und in flüssigem Zustand in eine Form gespritzt.

Diese Form, auch Mold genannt, besteht aus einem äußeren und einem inneren Teil. Nachdem der Kunststoff etwas ausgekühlt ist, wird die äußere Form entfernt und die Schale muss von dem inneren Teil der Mold abgestreift werden. Genau hier ergibt sich ein Zielkonflikt: Die Schale besitzt Restwärme und ist noch nicht zu 100 Prozent ausgehärtet. Gestalte ich die Schale zu dünn oder sind die verwendeten Materialien zu zäh, besteht die Gefahr, dass sich die Schale verformt oder bricht. Daher ist man in der klassischen Herstellung limitiert, wenn es um die Einsparung von Material und den Härtegrad der Materialien geht.

Beim „Quantum“ werden die beiden Hälften der Schale nach dem Spritzvorgang einfach von der Mold abgenommen, Verformungen oder Brüche sind damit quasi ausgeschlossen.

Erst danach werden die beiden Schalenhälften in einem aufwendigen Verfahren zusammengefügt. Wir nennen das Verfahren Bonded Shell! Eine Konstruktion auf diese Art war bisher so nicht möglich und bietet uns einzigartige Vorteile in der Ver­wendung von Materialien, bei der Materialdicke und der Passform. Das Ergebnis sind eine deutliche Gewichtsersparnis und eine hohe Grundpassform schon bei der Schale.

Beim Bonded-Shell- Verfahren werden die unteren Schalenteile in zwei Hälften gegossen und dann vertikal verklebt.
Beim Bonded-Shell- Verfahren werden die unteren Schalenteile in zwei Hälften gegossen und dann vertikal verklebt.

Lauft ihr da nicht Gefahr, dass die Schweißnaht undicht wird? Beziehungsweise wie schützt ihr generell den Innenschuh gegen das Eindringen von Feuchtigkeit? Gerade beim Aufstieg, wenn der Schaft weit geöffnet ist, hat Schnee oftmals ein Leichtes, sich einen Weg zum Liner zu bahnen.

Die Naht wird verschweißt und verklebt und ist dann absolut dicht. Da­rü­ber hinaus ist der „Quantum“ mit einer wasserdichten Gamasche ausgestattet, die sehr weit hochgezogen ist. So ist ein Eindringen von Feuchtigkeit eigentlich nicht möglich.

Lass uns mal ganz ins Innere des „Quantum“ blicken: Lässt sich der Liner eigentlich anpassen?

Der Innenschuh ist einer der großen Pluspunkte des „Quantum“. Da wir bei der Schale schon viel Gewicht einsparen, haben wir beim Innenschuh viele Gestaltungsmöglichkeiten und können einen Innenschuh bauen, der diesen Namen auch verdient.

Für so einen leichten Schuh hat der Innenschuh einen hohen Tragekomfort und ist zu 100 Prozent anpassbar.

Zu­sam­men mit einem durchgehenden Boot­­board gewährleistet der Liner eine gute Kraftübertragung und eine top Ab­fahrts-­Performance für diese Klasse.

Auch beim Schaft seid ihr einen neuen Weg gegangen. Welche Idee steckt hinter dem Dual Link?

Beim Schaft wollten wir zwei Dinge erreichen: eine hohe Rotationsbewegung für maximale Freiheit im Aufstieg und zugleich hohe Stabilität und Per­formance für gute Kraftübertragung in der Abfahrt. Durch den Dual-Link-Schaft konnten wir beides erreichen. Mit 65 Grad Bewegungswinkel für den Aufstieg, perfektem Flexverhalten und hoher seitlicher Stabilität für die Abfahrt gelingt der Spagat zwischen Aufstiegsorientierung bei gleichzeitiger dynamischer und kraftvoller Abfahrts-Performance perfekt.

Ihr verzichtet auf klassische Schnallen und kommt mit einer Schnürung aus, die mit einem Hebel an der Rückseite des Boots im Ski Mode gespannt werden kann und sich somit versteift. Limitiert diese Kon­struk­tion den Boot rein auf klassisches Touring oder nimmt es euer Topmodell, der „Quantum Asolo Factory“, auch mit breiteren Latten aus dem Freetouring auf?

Natürlich ist diese Konstruktion mit dem Dyneema Black Technora Rope etwas ungewohnt, aber doch sehr stabil und ermöglicht eine einfache Hand­habung, wenn sie eingestellt ist. Aber wie bereits angesprochen besitzt der „Quantum“ eine sehr hohe Abfahrts-Performance für so einen leichten, aufstiegsorientierten Schuh.

Natürlich ist ein derart leichter Schuh immer ein Kompromiss und kann mit der Abfahrts-Performance eines abfahrtsorientierteren Modells wie zum Beispiel dem „Lupo Air“ nicht ganz mithalten. Liegt mein Fokus auf Touring und bin ich nur gelegentlich im Freetouring Bereich unterwegs, kann ich dafür durchaus den Quantum nehmen. Setze ich meinen Fokus auf Freetouring, würde ich eher zum Lupo greifen.

Da wir schon bei den bewährten „Lupo“ sind: Sind neue Modelle in der Pipeline oder finden womöglich Technologien der „Quantum“ ihren Weg in die abfahrtsorientierten Boots mit Touren-Option?

Unser „Lupo“-Programm ist sehr breit aufgestellt und bietet vom „Lupo Pro HD“ für Freerider mit Tourenoption bis hin zum „Lupo Air“ für abfahrtsorientierte Tourengeher ein breites Spektrum. Nichtsdestotrotz überlegen wir natürlich immer, wie wir die Kollek­tion verbessern und erweitern können. So wäre zum Beispiel ein Schuh mit breiten Leisten denkbar, um damit kom­fort­orientierte Tourengeher oder Toureneinsteiger besser abzuholen.

Auch der „Quantum“ bietet als Basis sicher genügend Potenzial, um noch aufstiegs- oder ab­fahrts­orientiertere Modelle an den Start zu bringen. Lassen wir uns überraschen, welche spannen­den Neu­erungen unsere Entwickler für die nächste Saison für uns hervorbringen werden!

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Der Dalbello „Quantum Asolo Factory“ 2021 Tourenskischuh im Detail

Dalbello "Quantum Asolo Factory"
Dalbello „Quantum Asolo Factory“

Die neuartige Bonded-Shell-Konstruktion zeichnet alle drei „Quantum“-Modelle aus und bietet eine neue, komfor­table Passform sowie eine ge­­schmeidige Gehfunktion. Und das bei einem Gewicht von unter 1.000 Gramm. Bei dem neuartigen Ferti­gungs­verfahren wird die untere Außenschale des Schuhs in zwei Teilen produziert, die anschließend in einem speziellen Verfahren zu einem Skischuh verschmelzen. Wäh­rend das Schalenmaterial Polya­mid beim Dalbello „Quantum“ mit Glasfasern durch­setzt ist, kommen im „Quantum Asolo“ und dem Topmodell „Quantum Asolo Factory“ Carbon­-Fasern zum Einsatz.

Das Material in Kom­bi­nation mit der zweiteiligen Bauweise macht den Skischuh besonders leicht und gleich­zeitig steifer. Dies sorgt nicht nur für einen leichtgängigen Aufstieg, sondern durch den redu­zierten Deformationsspielraum auch für direkte Kraftübertragung und Abfahrts-Performance. Nicht nur die Schale, sondern auch der Schaft wurde beim „Quantum“ neu konstruiert. Der Dual Link Cuff besteht aus zwei Elementen, die sich vorne und hinten um den Innenschuh legen, ohne sich dabei zu über­lappen. Zusammengehalten werden sie mit einem besonders reißfesten Seil.

Der „Quantum Asolo Factory“ unterschreitet die magische 1.000-Gramm-Marke
Der „Quantum Asolo Factory“ unterschreitet die magische 1.000-Gramm-Marke

Über den Ski&Hike-Mecha­nis­mus zwischen Schale und Schaft lässt sich Letzterer schnell und einfach justieren. Nach dem Öffnen der vorderen Klemmschnalle klappt der vordere Teil des Schafts im Einstiegsmodus nach vorne auf, während der Schaft hinten fixiert wird. Im Skimodus wird dagegen der gesamte Schaft fixiert, wobei der Dual Link Cuff für laterale Stabilität sowie Flex sorgt und eine dynamische und kraftvolle Abfahrts-Performance ermöglicht.

Specs: Dalbello „Quantum Asolo Factory“ 2021 Tourenskischuh

  • Flex: k.A.
  • Gewicht: 960 g
  • Hike-Modus: ja
  • Preis: 700 Euro

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