Exklusives Interview mit dem Product Manager Carlo Sammartini von Blizzward Skis über die neue All-Mountain-Kollektion mit dem innovativen TrueBlend Woodcore in Kombination mit der Flipcore-Technologie.
Mit der Flipcore-Bauweise hat Blizzard 2012 die Skiwelt sprichwörtlich auf den Kopf gestellt. Dass die Mittersiller mit ihrer Idee, den Holzkern kopfüber in die Presse zu stecken, den richtigen Riecher hatten, beweisen die zahlreichen Preise, die ihre Modelle seither in unterschiedlichsten Disziplinen abgeräumt haben. Jetzt kommen die Österreicher mit einem komplett neuen Kern daher – dem TrueBlend Woodcore. Was es mit diesem auf sich hat, erklärt uns Product Manager Carlo Sammartini.
Interview: Product Manager Carlo Sammartini von Blizzard
Hallo Carlo, grazie mille vom PRIME Skiing, dass du dir die Zeit für dieses kurze Interview genommen hast! Magst du zu Beginn erzählen, was du bei Blizzard treibst?
Ciao Roman, vielen Dank dass ich die Möglichkeit habe, mit dir über Blizzard zu sprechen! Als internationaler Produkt- und Marketingmanager bin ich zusammen mit einem großartigen Team für die Entwicklung von Skiern zuständig und versuche ständig, mit passenden Kollektionen auf die Veränderungen des Markts einzugehen – oder diese bestenfalls vorauszusehen.
Aktuell habt ihr eure All-Mountain-Kollektion komplett überarbeitet, in der ihr einen neuen Holzkern integriert habt, den TrueBlend Woodcore. Was ist an diesem Kern einzigartig?
Eine Kollektion neu zu gestalten, die über Jahre so erfolgreich im Handel bestehen konnte, war definitiv eine riesige Herausforderung. „Brahma“, „Bonafide“, „Black Pearl“, „Cochise“ – wie sollten wir diese Klassiker überhaupt verbessern können? Letztlich bin ich sehr stolz, sagen zu können, dass wir definitiv unser Ziel erreicht haben. Zu einem großen Teil des Erfolgs hat der TrueBlend Woodcore beigetragen – und das mit seinem unglaublich harmonischen Flex. Dieser wird durch eine einzigartige Bauweise erreicht. Die Holzkerne bestehen alle aus verschiedenen Arten von Holzlaminaten, die als Sandwich längs miteinander verleimt sind.
Im Bereich der Bindung werden dann mehrere Lagen aus härterem Holz eingearbeitet und weicheres, leichteres Holz hin zu Tip und Tail. Zusätzlich haben wir die Kerne sehr kleinteilig konstruiert. Dadurch haben wir die Möglichkeit, den Flex sehr präzise zu kontrollieren und dem Ski ein perfektes individuelles Flex-Muster zu verleihen.

Wie lange habt ihr an dieser Entwicklung gearbeitet und was waren die größten Probleme, mit denen ihr konfrontiert wart?
Ich denke, dass wir ungefähr ein ganzes Jahr getüftelt habe, bis wir die finale Abstimmung gefunden hatten. Während der gesamten Zeit waren wir immer wieder mit unterschiedlichen Problemen konfrontiert – vor allem zu Beginn des Projekts. Durch die Möglichkeit, die Längen jedes einzelnen Stringer individuell zu gestalten, haben wir der Konstruktion eine wichtige Variable hinzugefügt, die unglaubliche Möglichkeiten bietet. Leider gestaltet dieser Kern die gesamte Konstruktion erheblich komplexer, weil wir jetzt noch mehr Variablen zu berücksichtigen haben. Aber es lohnt sich auf jeden Fall!
Ihr habt aber nicht alle neu entwickelt. Beispielsweise seid ihr eurer bekannten Flipcore-Technologie treu geblieben und habt diese mit dem TrueBlend Woodcore kombiniert. Wie wirkt sich dieser Mix auf den Charakter der Modelle aus?
Die Kombination aus dem TrueBlend All Mountain Woodcore und unserer charakteristischen Flipcore-Konstruktion hat die Modelle auf ein neues Niveau gebracht. Sie lassen sich unglaublich präzise auf der Piste carven, sind verspielter und durch ihre Vielseitigkeit für jedes Gelände geeignet.
Auch wenn die Flipcore-Technologie nicht mehr neu ist – wie kam es damals überhaupt dazu, den gebogenen Kern kopfüber in die Presse zu stecken?
Skier mit Rockern waren 2010, als wir die Flipcore-Technologie entwickelten, der größte Trend auf dem Markt. Doch außer im Powder waren diese Modelle für kaum etwas zu gebrauchen. Wir entdeckten, dass die schlechte Performance auf der Piste darauf zurückzuführen war, dass die Skienden von traditionellen Camber-Modellen „aufgebogen“ wurden. Das hatte zur Folge, dass das Wölbungsprofil im Laufe der Zeit zunehmend inkonsistent wurde. Schließlich hatte Teamrider Arne Backstrom die Idee, den ohnehin gewölbten Kern kopfüber in die Presse zu legen.
Mit diesem Trick befindet sich der Ski in einer relaxteren und stabileren Ruheposition, was zu einer viel besseren Konstanz des Rocker-Camber-Profils und einem geschmeidigeren und ausgewogeneren Flex führt. Die Entwicklungsingenieure haben dieses Design und den Produktionsprozess letztlich immer weiter verfeinert, um das Maximum aus dieser Idee zu erreichen.
Und was war die treibende Kraft für den neuen TrueBlend Woodcore?
Die Geschmeidigkeit und Beständigkeit des Flex eines Skis ist der Schlüssel bei der Konstruktion eines jeden hochwertigen Skis. Und je besser man diesen Baustein kontrollieren und modifizieren kann, desto größer sind die Chancen, dieses gesteckte Ziel auch zu erreichen. Die neue TrueBlend-Woodcore-Technologie ist nur ein neues Teil des Puzzles, um unsere Fähigkeit, den Flex individuell anzupassen, weiter zu verbessern.
Du hast eben von der Carving-Leistung gesprochen. Es scheint so, als wäre diese gerade bei All-Mountain-Modellen in den letzten beiden Wintern viel wichtiger geworden – und das für viele Marken. Glaubst du, dass die Skifahrer wieder einmal einen Hype von den Snowboardern „geklaut“ haben?
Wenn man bedenkt, dass Skifahren durch die Snowboard-Bewegung wieder cool geworden ist, dann ist da sicher etwas dran. Es kann beim Carving aber auch andersherum sein und die Snowboarder haben sich etwas bei uns abgeschaut. [lacht] Generell denke ich, dass viele neue und coole Entwicklungen erst dann geschehen, wenn sich unterschiedliche Disziplinen gegenseitig inspirieren.
Letztlich ist die gestiegene Carving-Performance bei All-Mountain-Modellen der Tatsache geschuldet, dass viele gute Skifahrer, oft mit Rennhintergrund, einen vielseitigeren Ski suchten. Dieser sollte aber die gleiche Leistung auf der Piste abrufen wie klassische alpine Skier.

Der Blizzard “Bonafide” 2021 im Detail
Mit dem „Bonafide“ schließt Blizzard die Lücke zwischen Freeride und All Mountain. 97 Millimeter Mittelbreite und die universelle Konstruktion sind perfekt für alle, die gleichermaßen auf der Piste und im Powder Spaß haben wollen. Abseits verschaffen Tip- und Tail-Rocker Auftrieb und erhöhen die Drehfreudigkeit.
Die doppelte Titanal-Begurtung sorgt für Verwindungssteifigkeit, sodass der Ski auch auf eisigem Untergrund ruhig auf der Kante durchgezogen werden kann. Stabilität und Dynamik erlangt der Allrounder durch den neuartigen und kleinteilig aufgebauten Holzkern der TrueBlend-Woodcore-Technologie.

Specs: Blizzard “Bonafide” 2021
- Längen: 165, 171, 177, 183, 189 cm
- Shape: 137/97/119 mm (177 cm)
- Radius: 17m (177 cm)
- Preis: 700 Euro
Der Blizzard “Brahma 88” im Detail
„Vielseitigkeit“ ist das Stichwort für den „Brahma 88“. Mit dem neuen Holzkern überzeugt der Ski durch einen sehr guten Kantengriff und die nötige Stabilität für sportliche Schwünge morgens auf harter Piste. Wenn die Piste am Nachmittag dann zerfahren und der Schnee weicher ist, garantieren der ausgewogene Flex und der Rocker, den Blizzard an Tip und Tail verkürzt hat, weiterhin Fahrspaß und Kontrolle. In Kombination mit der hochwertigen Carbon-Flipcore-Konstruktion mit zwei Lagen Titanal bis über die Kante hat der Ski gleichzeitig die nötige Aggressivität für harten Grip und Stabilität.

Specs: Blizzard “Brahma 88” 2021
- Längen: 165, 171, 177, 183, 189 cm
- Shape: 128/88/110 mm (177 cm)
- Radius: 16m (177 cm)
- Preis: 600 Euro
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