Powderalarm #4
Nach dem ersten Update vom Samstag zum vierten PowderAlert folgt nun der Blick auf die effektiven Neuschneemengen. Zudem analysieren wir die weiterhin kritische Lawinensituation, die in mehreren Alpenländern bereits Opfer gefordert hat, und wagen einen Blick auf die Wetterkarten, die erneut Hoffnung auf Fresh Snow machen.

Meist 15 bis 35 Zentimeter Fresh Snow
Seit gestern blieben die Schneefälle etwas hinter den Erwartungen zurück. Unterhalb von 1400 Metern (Italien) bis 1800 Metern (Frankreich) spielten zudem steigende Temperaturen eine Rolle. Die Position des Tiefdruckgebiets, weit entfernt von den Alpen, sorgte dafür, dass weniger Feuchtigkeit als prognostiziert die Gebirge erreichte. Die meisten Skigebiete in den französischen Südalpen, dem italienischen Innenbogen und der Region um den Monterosa erhielten letztlich 15 bis 35 Zentimeter Fresh Snow. Höhere Mengen wurden regional auf der italienischen Seite verzeichnet:
- Colle Barant – 54 cm
- Limone Piemonte – 53 cm
- Ceresole Reale – 52 cm
- Valdieri – 45 cm

Sonne und recht mild, noch etwas Schnee im Nordwesten Italiens
Die südliche Strömung bleibt vorerst bestehen. Da das verantwortliche Tiefdruckgebiet jedoch weiter Richtung Tunesien zieht, wird es ab morgen in den Südwestalpen wieder trocken. Heute fällt im Piemont und der nördlichen Lombardei noch gelegentlich Schnee, wobei lokal weitere 10 Zentimeter möglich sind.
Weiter oben ist der Wind stark bis stürmisch, während auf der Nordseite des Alpenhauptkamms der Föhn Böen von bis zu 100 km/h erzeugen kann. Diese Böen können auch in föhnanfällige Täler durchgreifen. Andernorts dominiert in den meisten Regionen die Sonne. In den Nordalpen ist es bemerkenswert mild, mit einer Nullgradgrenze um 2200 Meter. Auf der Südseite bleibt es kühler, hier liegt die Nullgradgrenze generell zwischen 1300 und 1600 Metern. Ab morgen wird der Wind nachlassen, ansonsten ändert sich wenig an der Wetterlage in den kommenden Tagen.

Lawinensituation bleibt angespannt
Der Wind sorgt weiterhin für Drifting Snow und die Bildung neuer Wind Slabs und Cornices. In Kombination mit der fast überall vorhandenen instabilen Altschneedecke (Weak Layer) bleibt die Lawinengefahr hoch. Selbst bei Warnstufe 2 oder 3 und in Gebieten ohne Neuschnee ist Vorsicht geboten. Die Bedingungen sind tückisch und können sich schnell ändern. Auch in den Pyrenäen, wo heute mehr Schnee fällt, hat sich die Lawinensituation verschlechtert und erfordert erhöhte Aufmerksamkeit beim Riding im Backcountry.
Neue Chancen ab Freitag
Das beeindruckende Hochdrucksystem über Nordeuropa sorgt zunächst für einige ruhige Tage. Die Alpen befinden sich vorübergehend in einem meteorologischen Niemandsland; Tiefdruckgebiete vom Atlantik werden blockiert und können nur einer südlichen Zugbahn folgen. Ab Donnerstag nimmt ihr Einfluss in Frankreich und Spanien zu, und ab Freitag scheint dies wieder Niederschläge zu bringen. Ein interessantes Setup, besonders wenn diese Tiefdruckgebiete Richtung Mittelmeer ziehen.
Die Schneechancen steigen zuerst in den französischen Alpen, dann übers Wochenende entlang der gesamten Südseite und möglicherweise später auch in anderen Teilen der Alpen. Wir verfolgen diese Entwicklungen genau.

