Aktuelle News zum Alpenwetter
Heute halten sich noch zahlreiche Restwolken der Störung, die den Südwestalpen in den vergangenen Tagen Schnee brachte. Ab Donnerstag folgen wieder einige milde und sonnige Tage. Am Sonntag und Montag zieht ein Tiefdruckgebiet von Irland in Richtung Spanien, wodurch die Schneewahrscheinlichkeit von Westen her zunimmt. Die Schneefallgrenze liegt dabei anfangs recht hoch bei etwa 1500 bis 1800 Metern.
Viele Wolken und regionaler Niederschlag
Mit 50 bis 80 Zentimetern Fresh Snow waren die Alpes Maritimes gestern der klare Gewinner. Wie erwartet fiel Richtung Norden und Osten deutlich weniger Schnee. Die verbleibende Wolkendecke sorgte in der vergangenen Nacht vielerorts noch für leichten Schneefall, während unterhalb von 1200 bis 1600 Metern Regen fiel.
Die Niederschläge verlieren allmählich an Bedeutung, doch in Österreich und Italien verbleibt die Chance auf einige Tropfen oder Flocken. Währenddessen lockert es in den Westalpen großflächig auf und am Nachmittag bricht die Sonne in den zentralen Gebieten (Schweiz, Vorarlberg) zeitweise durch. Die Nullgradgrenze variiert regional von 1500 Metern in den Südalpen bis zu über 2000 Metern mit leichtem Föhn auf der Nordseite.

Mehr Sonne und trockenes, mildes Wetter bis Samstag
Morgen, am Freitag und Samstag wird es noch milder, mit Tauwetter bis auf 1800 Meter in den Südalpen und 2300 Meter in den Nordalpen. Die Sonne kehrt überall zurück. Die Luft trocknet zudem deutlich ab, sodass der Schnee in der schwachen Dezembersonne nicht so schnell schmilzt. Am Samstag erreichen erste Wolkenfelder die französischen Alpen und breiten sich dann über Teile Italiens und der Schweiz aus. Zwischen einem Hochdruckgebiet über Osteuropa und schwachen Tiefdrucksystemen über Spanien und dem Mittelmeer stellt sich eine schwache und milde südöstliche Strömung ein.

Niederschläge am Sonntag und Montag, teils Regen
Die Wetterkarten erfahren nächste Woche größere Änderungen. Zunächst zieht ein Tiefdruckgebiet aus Nordwesten Richtung Spanien oder Frankreich, was zu einer ähnlichen Situation in den Südwestalpen führen könnte wie am vergangenen Dienstag. Unserem Modell zufolge (basierend auf GFS) erreichen Schnee und Regen bereits am Samstag die französischen Alpen und das Piemont.
Das ECMWF ist etwas später dran und zeigt den meisten Niederschlag am Sonntag und Montag. Timing und Ort der Niederschläge hängen von der Zugbahn des Tiefs ab. Je näher es südlich an den Alpen vorbeizieht, desto mehr Regionen profitieren. Der Fokus liegt in jedem Fall wieder auf den französischen Südalpen und den westlichen italienischen Alpen. Regional sind dort am Sonntag und Montag 30 bis 40 Zentimeter möglich.
Für tiefergelegene Gebiete ist dies vorerst keine gute Nachricht, da kühlere Luft erst nach den Niederschlägen eintrifft. In den französischen Alpen besteht am Sonntag eine hohe Wahrscheinlichkeit für Regen bis etwa 1800 Meter, wobei die Grenze am Montag etwas sinkt. In Italien liegt die Schneefallgrenze etwas tiefer und könnte in der Nacht zum Montag weiter fallen.

Kontinentales Muster nächste Woche, aber wenig Kälte verfügbar
Die kommende Woche bringt Teil zwei der Umstellung der Großwetterlage. Es bildet sich ein High-Over-Low-Blocking, mit Hochdruck bei Skandinavien und Tiefdruck über dem westlichen Teil des Kontinents. Das Resultat ist eine östlichere (kontinentale) Strömung, die für Abkühlung auf dem Kontinent sorgt. Auch hier wird die exakte Positionierung der Drucksysteme die Details bestimmen, aber zumindest bis Weihnachten ist die Situation für die Alpen nicht ideal.
Es ist schlichtweg noch keine echte Winterkälte im Osten verfügbar, sodass die Strömung lange kontinental bleiben oder nach Nordost drehen müsste, um kalte Luft heranzuführen. Zudem liegt das Tief in diesem Setup zunächst zu weit westlich, wodurch die Alpen anfällig für milde Luft bleiben, die von Süden einsickert.

Schneepotenzial für die Südalpen bleibt bestehen
Diese Südströmung sorgt auch dafür, dass die Schneechancen auf der Alpensüdseite selbst nach Montag bestehen bleiben, während es nördlich des Alpenhauptkamms bis Weihnachten wenig bis gar keinen Niederschlag geben wird.
Der Mangel an Winterkälte bedeutet auch, dass die Schneefallgrenze recht hoch bleibt, meist zwischen 1200 und 1800 Metern. Langfristig könnte der Winter durchaus anklopfen, da die Wetterkarten vielversprechend bleiben – siehe die kälteren Lösungen im Ensemble für Bozen oben. In den kommenden Vorhersagen werden wir zweifellos mehr Details über die potenzielle Kälte und mögliche Schneefälle nächste Woche liefern.
