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ABS: Eine Marke erfindet sich 2021 neu

Interview: Roman Lachner

Exklusives Interview mit dem Design Director Robert Scheibenzuber von ABS über die Neuausrichtung des Herstellers von Lawinenairbags sowie Infos zum neuen ABS A.Light Lawinenrucksack.

In Zukunft mehr als „nur“ Lawinenairbags. 1985 hat ABS den Lawinenairbag erfunden – und damit zahllosen Skitourengehern und Tiefschneefahrern eines erspart: den weißen Tod. 35 Jahre später erfindet sich der Weltmarktführer in puncto Sicherheit im Schnee neu. Mit neuer Strategie, neuem Markenauftritt, neuen Produkten, Digitaloffensive und noch stärkerem Handelsmarketing. „Enjoy Your Wild“ – der neue Slogan von ABS ist ein Versprechen. Ein Wegweiser Richtung Natur. Und Richtung Zukunft.

Interview mit Robert Scheibenzuber, ABS Design Director

Hallo Robert! Bei ABS weiß ich gar nicht, wo ich mit dem Interview beginnen soll, weil ihr euch zum 35-jährigen Firmenjubiläum mehr oder weniger komplett umge­krempelt habt. Neues Logo, neue Mar­ken­strategie, komplett neue Pro­dukte, neue Webseite und schließ­­lich noch eine App, die es so bis­lang noch nicht gab. Was war der Grund für diesen radikalen Impuls und wie lange habt ihr euch auf den Relaunch vorbereitet?

Es war den neuen Gesellschaftern recht bald nach der Übernahme von ABS klar, dass die Historie der Marke und ein verlässliches Airbag-System allein nicht reichen, um auf Dauer zu bestehen. Wir haben uns über die letzten zwei Jahre daher intensiv damit beschäftigt, für ABS eine starke Identität auf allen Ebenen zu entwickeln, die auf dem aufbaut, wofür ABS schon immer stand.

Das Herzstück eurer Produktpalette ist weiterhin der Lawinenrucksack, der aber zumindest äußerlich rein gar nichts mehr mit den bekannten Modellen zu tun hat, die wir alle schätzen gelernt haben. Kannst du uns kurz erklären, wie ihr an die Entwicklung der neuen Modelle herangegangen seid und was die maß­geblichen Neuerungen sind, die ihr unbedingt umsetzen wolltet?

Am Anfang stand zunächst mal eine schnelle Analyse der wichtigsten Pros und Cons unserer bisherigen Produkte. Das TwinBag System ist verlässlich und das sicherste am Markt und war somit genauso gesetzt wie die Variabilität des ZipOns. Das größte Verbesserungspotenzial lag sicherlich im Tragesystem und damit im Komfort. Des Weiteren war es uns wichtig, dass man den Rucksack auch ohne Zip=n verwenden kann und trotzdem alles Wichtige wie Schaufel, Sonde und Erste-Hilfe-Set in einem kompakten Volumen dabeihat. Vielseitigkeit ist sicherlich einer der wichtigsten Punkte.

Geblieben ist euch das modulare Sys­tem, um den Rucksack mit einem größeren Stauraum für längere Touren zu rüsten. Was ist das Neue an diesem System?

Zum einen ist die Verbindung zur Base neu, die uns mehr Flexibilität in der Gestaltung der Extension Packs erlaubt. Zum anderen übernimmt die Base mit dem GridLab System jetzt den Großteil der Befestigung von zusätzlichem Equipment wie Ski, Snowboard, Helm usw. Das bedeutet bessere Gewichtsverteilung unabhängig von der Größe der Extension Packs.

Wie sieht das dann in Zukunft mit all euren Lizenznehmern aus? Viele Unternehmen, die nicht eure Expertise haben, haben in der Vergan­gen­heit euer System verwendet, letztlich nur das Tragesystem indi­viduell gestaltet oder eigene Packsäcke produziert. Müssen die künftig alle auf euren neuen Modellen aufbauen?

Für unsere Partner bleibt in technischer Hinsicht alles beim Alten, das System ist ja nahezu unverändert geblieben. Wir haben über die vergangenen Monate neben den neuen Pro­dukten und dem Auftritt der Marke viel in unseren Produktionsstandort in Niederbayern investiert. Wir werden damit in Zukunft unser Serviceangebot weiter verbessern und deutlich ausbauen.

Ihr habt darüber hinaus ein einzigartiges System entwickelt, mit dem man im Ernst­fall schnell an die Notfallausrüstung gelangt. Was hat es damit genau auf sich?

Im Ernstfall geht es leider sprichwörtlich um Sekunden. Um im Falle einer Verschüttetensuche nicht wertvolle Zeit mit dem Absetzen des Rucksacks sowie der Suche nach der Schaufel und der Sonde verstreichen zu lassen, haben wir mit der RescUnit erstmals ein Fach entwickelt, das den schnellen Zu­­gang zur Notfallausrüstung gewährleistet, ohne dass man den Ruck­sack erst abnehmen müsste. Und wer beim letzten Lawinenlehrgang auf­gepasst hat, der weiß, dass auch während der Verschüttetensuche der La­wi­nenrucksack zum Schutz vor Nach­­lawinen besser angelegt bleiben sollte.

Habt ihr bei der Umsetzung mit euren Teamridern zusammengearbeitet? Oder woher kamen all die Ideen für den „A.LIGHT“?

Natürlich bekommen wir von unseren Teamridern viel wertvolles Feedback. Aber auch Organisationen wie zum Beispiel Bergretter haben wichtigen Input dazu geliefert. Und nicht zuletzt hilft die Erfahrung der letzten Pro­dukt­generationen sehr, neue Lösungen zu finden.

Video: ABS A.LIGHT Lawinenrucksack: Die Features im Überblick

Designtechnisch kommt ihr jetzt mit einem modernen und cleanen Look daher. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht ganz einfach war, all eure technischen Features in solch eine schnörkellose Hülle zu verpacken, oder?

Tatsächlich ist die Reduktion auf das Wesentliche die Hauptherausforderung. Das „Weglassen“ ist zunächst ein verhältnismäßig einfacher Schritt. Im weiteren Verlauf muss man jedoch umso mehr Liebe ins Detail stecken, um trotz minimalistischen Anspruchs ein hochwertiges Produkt zu gestalten. Für das Ergebnis sind letztlich die bewusste Auswahl von Materialien und Oberflächen sowie die Verarbeitung ­entscheidend.

Lass uns noch auf eure Smartphone-App „A.WAY“ zu sprechen kommen: Was bietet die App alles und für welche Zielgruppe wurde sie maßgeblich entwickelt?

Die neu entwickelte App „A.WAY“ kann man fast als digitales Schweizer Taschenmesser für Tourengeher und Freerider bezeichnen. Sie bietet Tools für Tou­ren­planung, Sicherheitswissen, Wetter- und Lawinenbericht, Equip­ment-­Check, Service- und Versiche­rungs­­bu­chung, gebündelt in einer App mit optimaler Benutzerführung. Es handelt sich dabei also nicht um ein weiteres Tool zur Selbstdarstellung einer Marke, sondern die App bietet einen echten Mehrwert, speziell im Zusammenspiel mit unseren anderen ­Produkten.

Die von Grund auf neu entwickelte Smartphone-App A.WAY ist mit Tourenplaner, Lawinen-Know-how, Wetter- und Schneeberichten, Tuto­rial-Videos und vielem mehr das Kommunikations- und Informations-­Tool für aktive Wintersportler.
Die von Grund auf neu entwickelte Smartphone-App A.WAY ist mit Tourenplaner, Lawinen-Know-how, Wetter- und Schneeberichten, Tuto­rial-Videos und vielem mehr das Kommunikations- und Informations-­Tool für aktive Wintersportler.

Der ABS A.Light Lawinenrucksack im Detail

Der neue „A.LIGHT“ wurde für alle Freerider, Freetourer und Off-Piste-Rider entwickelt, die auf der Suche nach dem besten Powder sind. Der cleane Look mit durchdachtem Tragesystem und minimalistischen zehn Litern Packvolumen bietet in einem integrierten Sicherheitsfach Platz für Schaufel, Sonde und Erste-Hilfe-Set.

Auf unnötige Features wurde verzichtet, wodurch der Rucksack extrem kompakt daherkommt. Falls beim Aufstieg weitere Ausrüstung wie Helm oder Jacke verstaut werden muss, lässt sich dies über ein modulares Strap-System am Rucksack befestigen. Wird für längere Ausflüge ins Back­country zusätzliches Packvolumen benötigt, lässt sich der „A.LIGHT“ flexibel über das neue Extension-System mit Packs in zwei Größen (15 l und 25 l) aufrüsten.

ABS A.Light Lawinenrucksack: Durch das einzigartige ABS TwinBag System lösen sich im Notfall zwei von­einan­der unabhängige Airbags in einer volumenoptimierten Form, wodurch die Wahrscheinlichkeit, an der Oberfläche zu bleiben, deutlich erhöht wird.
ABS A.Light Lawinenrucksack: Durch das einzigartige ABS TwinBag System lösen sich im Notfall zwei von­einan­der unabhängige Airbags in einer volumenoptimierten Form, wodurch die Wahrscheinlichkeit, an der Oberfläche zu bleiben, deutlich erhöht wird.

Für die Sicherheit im Notfall optimiert verfügt der Rucksack nicht nur über eine farblich her­vorgehobene Emergency Flap für sofortigen Zugriff auf das integrierte Sicherheitsfach, sondern ist auch mit einer Standardbeinschlaufe versehen, sodass der Rucksack im Falle eines Lawinenabgangs nicht über den Kopf gezogen werden kann. Eine isolierte Tasche, die den temperaturbedingten Batterieverlust des Mobiltelefons verhindert, rundet das konzipierte Sicher­heitspaket ab.

Ebenfalls neu: Das Sicherheits-Set namens A.SSURE besteht aus Alu-Schaufel und Son­de. Der Clou: Zu­sam­mengefaltet wird die Sonde (und das passende Erste-Hilfe-Set) in das Schaufelblatt geschoben.
Ebenfalls neu: Das Sicherheits-Set namens A.SSURE besteht aus Alu-Schaufel und Son­de. Der Clou: Zu­sam­mengefaltet wird die Sonde (und das passende Erste-Hilfe-Set) in das Schaufelblatt geschoben.

Neben den Sicherheits-Features wurde zudem das Trage­erlebnis optimiert. Während die spezielle Rückenpolsterung vor dem Fall auf Schaufel und Sonde schützt, sorgen die gepolsterten Tragegurte und eine individuell einstellbare Rücken­platte mit zwei biegbaren Alu-­Verstrebungen für den perfekten ergo­no­mischen Fit und maximalen Komfort bei Aufstieg und Abfahrt.

Weitere Infos zum ABS A.Light Lawinenrucksack findet ihr auch auf dem Youtubekanal von ABS.

ABS A.Light Lawinenrucksack – Specs

  • Volumen: 10 l
  • Größen: S/M, L/XL
  • Gewicht: 2.800 g/2.900 g
  • Preis: 629 Euro

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