Powderalarm #5 – Update
Die Alpen schalten in den kommenden Tagen einen Gang hoch: Der fünfte Powderalarm läuft an. Eine aktive Niederschlagsfront zieht aktuell von Westen auf die französischen Alpen zu. Die ersten Niederschläge erreichen insbesondere die französischen Nordalpen mit einer relativ hohen Schneefallgrenze von etwa 1500 bis 1800 Metern, lokal am westlichen Alpenrand auch etwas höher.
Diese Phase ist jedoch nur von kurzer Dauer. In der Nacht zum Mittwoch strömt kältere Luft nach, wodurch die Schneefallgrenze rasch auf 500 bis 1000 Meter sinkt. Auf der französischen Südseite wird es in vielen inneralpinen Tälern bis in tiefe Lagen schneien.
Wie bereits prognostiziert, sind aufgrund des Warmsektors die höchsten Neuschneemengen ab etwa 1700 Metern in den Westalpen und ab 1300 Metern in den Südalpen zu erwarten.
Die aktuellen Modellläufe bestätigen die erwarteten Mengen weitgehend. Besonders die französischen Südalpen liegen für die Nacht auf Mittwoch günstig: In der Region um die Écrins und weiter südlich wird bis Mittwochmorgen verbreitet mit 30 bis 40 cm Neuschnee gerechnet. Hochaufgelöste Modelle zeigen in höheren Lagen regional sogar 50 bis 80 cm an. Am Mittwochmorgen ist dort mit Deep Powder zu rechnen. Dies bringt jedoch eine erhebliche Gefahr mit sich: Die Lawinenwarnstufe wird in den gesamten französischen Südalpen sowie oberhalb der Baumgrenze in weiten Teilen des südlichen Piemont bei Stufe 4 liegen. Konsultieren Sie unbedingt die lokalen Lageberichte von Météo-France und AINEVA.
In den französischen Nordalpen fallen die Mengen etwas geringer aus, dennoch sind 10 bis 30 cm Neuschnee zu erwarten, in Regionen wie Isère auch mehr. Auch die italienische Südseite bekommt ihren Anteil ab. Neben den 30 bis 50 cm im südlichen Piemont (Seealpen) bis Mittwoch, intensiviert sich der Schneefall in der Nacht auf Mittwoch auch in den Dolomiten und der Lombardei. Hier werden Mengen zwischen 20 und 50 cm prognostiziert, wobei der Schwerpunkt im Süden liegt. Die Schneefallgrenze steigt dort tagsüber von 500 Metern auf 800 bis 1200 Meter an. Die ergiebigsten Niederschläge fallen hier voraussichtlich im Laufe des Mittwochs.
Nordalpen: Geduld erforderlich
Auf der Nordseite sorgt eine Föhnströmung am Mittwoch zunächst noch für weitgehend trockenes Wetter. Dies ändert sich in der Nacht zum Donnerstag, wenn kältere Luft aus Norden einströmt. Der Niederschlag greift teilweise über den Alpenhauptkamm über, große Mengen sind jedoch nicht zu erwarten. Es ist mit 5 bis 15 cm zu rechnen, lokal in hohen Lagen nahe dem Hauptkamm (wie Ötztaler und Stubaier Alpen) etwas mehr. Am Donnerstag hält leichter Schneefall in den Ostalpen an, während die Westalpen bereits von Aufheiterungen profitieren.
Freitag: Nachschub für den Nordwesten
Am Freitag folgt ein neuer Impuls. Eine sekundäre Störung vom Atlantik steuert hauptsächlich die französischen Nordalpen und das Wallis an. Bei einer Schneefallgrenze um 1000 Meter könnten weitere 10 bis 20 cm fallen. Das Wochenende gestaltet sich in diesen Regionen sowie in den restlichen Nordwestalpen wechselhaft, während es in den übrigen Alpen weitgehend trocken bleibt. Der Ausblick auf die nächste Woche deutet darauf hin, dass neue Tiefdruckgebiete erneut Chancen für die West- und Südalpen bieten könnten. Die Nordalpen verbleiben voraussichtlich häufiger im Föhneinfluss mit trockeneren und milderen Bedingungen.



