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StoriesHinter den Kulissen20 Jahre World Rookie Tour: Vom Snowboard-Event zur globalen Actionsport-Plattform

20 Jahre World Rookie Tour: Vom Snowboard-Event zur globalen Actionsport-Plattform

Globaler Nährboden für Actionsport-Talente

Die World Rookie Tour ist seit ihrer Gründung im Jahr 2006 weit mehr als nur eine Nachwuchstour für Snowboarder: Sie hat sich zu einer ganzjährigen Multisport-Plattform entwickelt. Anfangs ausschließlich auf Snowboarding fokussiert, hat sich die Tour kontinuierlich geöffnet – heute stehen auch Freeskiing, Skateboarding und sogar Surfen auf dem Programm.

Evolution einer Idee: Von Snowboard-only zur Multisport-Tour

Ursprünglich als reines Snowboard-Event gegründet, wurde die World Rookie Tour Schritt für Schritt um weitere Disziplinen ergänzt. 2016 nahmen erstmals Skateboarder teil, gefolgt von Freeskiern in 2019. 2017 versuchte man sich zudem mit einem Surf-Event im italienischen Forte dei Marmi. Mit mehr als 120 jungen Teilnehmer*innen war dies der Startschuss für die erste Rookie Surf Competition.

Heute ist die Tour ein ganzjähriger Kalender mit internationalen Events – von den Alpen bis in die Anden, von europäischen Skateparks bis hin zu tropischen Surf-Locations.

Skateboarding: Durchbruch mit dem World Rookie Skate Final

Der Skateboarding-Zweig der Tour gewann schnell an Fahrt. Zwischen 2017 und 2018 fanden Qualifier-Events in Ländern wie Österreich, Spanien, Frankreich, Deutschland, England, Japan und Thailand statt. Als Höhepunkt veranstaltete man 2018 das erste World Rookie Skate Final im portugiesischen Cascais. Junge Talente wie der Japaner TOA Sasaki, später Gewinner der Street Session und Zweiter im Park, konnten sich hier erfolgreich für die Simple Session qualifizieren – eines der renommiertesten Pro-Contests der Skate-Szene.

Skateboarding wird hier nicht nur als Wettbewerb verstanden, sondern als Ausdrucksform und soziale Plattform. Die Atmosphäre war von Anfang an familiär; Gemeinschaft stand im Zentrum – nicht Preisgeld.

Freeskiing im Aufwind: Neue Perspektiven für Park- und Backcountry-Rider

Mit dem Einstieg der Freeskier ab 2019 eröffnete die Tour neue Möglichkeiten für Rider aus diesem Bereich. Gemeinsam mit Snowboarder*innen traten sie auf denselben Kursen gegeneinander an – Slopestyle, Big Air und Rail Gardens inklusive. Besonders in Europa bot der Tourkalender mit Stationen in Livigno, Madonna di Campiglio oder Kaprun ideale Bedingungen, um diverse Skill-Level abzubilden – von Park bis Backcountry.

Was die Tour besonders macht, ist ihre ganzheitliche Herangehensweise: Neben sportlicher Performance steht auch Medienarbeit im Fokus. Viele Events bieten Feedback-Sessions mit Videocoaches und Support bei der Erstellung von Sponsoring-relevanten Footage. Die gewinnende Kombination aus Contest und Community hat sich als Blueprint für viele aufstrebende Rider etabliert.

Snowboarding: Von der Rookie Rail Session zum X Games

Snowboarding bleibt weiterhin das Herzstück der Tour. Seit dem Debüt 2006 im italienischen Livigno, wo auch das 20-jährige Jubiläum 2025 gefeiert wurde, wuchs der Snowboard-Zweig konstant. Bekannte Snowboarder wie Hiroto Ogiwara begannen ihre Karriere auf dieser Tour: 2021 landete er beim Swatch 9’s Event den ersten dokumentierten 2160 mit fünffacher Rotation – bestehend aus einem Triple Cork und einem Double Cork in einem einzigen Air.

Die World Rookie Tour bot wiederholt das Sprungbrett für besondere Karrieren. Beispielhaft etwa der Fall des jungen Japaners Akaroo Auka, der nach seinem Sieg bei der Rookie Tour im X Games-Finale durchstartete. Auch Reisepreise wie Trips nach Chile oder Neuseeland für Backcountry-Erfahrungen eröffneten neue Perspektiven – sportlich wie kulturell.

Alle Disziplinen, ein Ziel: Zugang zur Profi-Bühne

Unabhängig von ihrer Disziplin verfolgen die Teilnehmer*innen ein gemeinsames Ziel: Der Sprung in die Profiszene. Die World Rookie Tour schafft hierfür die Rahmenbedingungen – nicht nur mit hochwertigen Kursen und einem professionellen Judging-System, sondern vor allem durch Wildcards für Events wie die Simple Session, den Swatch 9’s oder die X Games.

Für viele Rider ersetzt die Tour das klassische Sponsoring. Wer bei der WRT performt, erhält durch mediale Sichtbarkeit und internationale Vernetzung relevante Aufmerksamkeit innerhalb der Szene.

Internationale Vielfalt und Community-Fokus

Ein zentrales Element der Tour bleibt das interkulturelle Miteinander. Rider aus Japan, Skandinavien, Mitteleuropa oder Südamerika treffen aufeinander – oft zum ersten Mal – und bauen neue Freundschaften über Grenzen hinweg auf. Sprachbarrieren verlieren auf dem Snowpark oder an der Curb-Kante schnell an Bedeutung. Gerade für noch nicht gesponserte Talente bietet die Tour eine der wenigen internationalen Bühnen.

Ein Beispiel ist die Entwicklung in Ischgl, wo früher vor allem skandinavische Kids das Feld dominierten – heute prägen japanische Rider wie Sasaki oder Auka regelmäßig die Podien. Diese Dynamik zeigt, wie sich die Weltkarte im Action-Sport verschiebt – und wie global Rookie-Talent mittlerweile gemessen wird.

Ausblick: Die kommenden 10 Jahre

Das 20-jährige Jubiläum im Januar 2025 wurde am Ursprungsort Livigno gefeiert – mit Statements ehemaliger Rider, Coaches und Judges, die die Tour als „Sprungbrett ins Leben“ bezeichneten. Viele, die einst selbst an der Startlinie standen, arbeiten heute im Actionsport-Bereich: Als Teammanager, Judge oder Coach. Die World Rookie Tour ist heute nicht nur Teil einer sportlichen Karriere – sondern auch einer kulturellen Bewegung, die über Contests hinausreicht.

Die kommenden Jahre dürften vor allem durch digitale Formate, multinationale Partnerschaften und eine stärkere Verbindung zwischen Jugendförderung und Pro-Level Contests geprägt sein. Die Infrastruktur steht – die Rider ebenso.

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