Die letzten Tage und schon beinahe Wochen standen im Zeichen des Olympischen Test-Events in PyeongChang. Nachdem uns die Runs durch den massiven Slopestyle-Kurs schon langsam zum Hals raushingen, war es an der Zeit mal nachzuhaken, wie es tatsächlich in Südkorea ausschaut. Ist man dort bereit für die Winterspiele 2018? Die Antwort auf diese Frage und noch weitere gab uns Freeski-Legende Alois Bickel im exklusiven PRIME Interview.

Sers Alois, wie geht’s? Wo treibst du dich gerade in der Weltgeschichte rum?
Arigato und Sake erst einmal! Meine letzten paar Wochen stehen ganz im Zeichen des fernen Ostens. Japan, genauer gesagt Sapporo war mein erster Stopp und momentan bin ich gerade im süd-koreanischen PyeongChang zum Test-Event für Olympia 2018.

Womit wir auch schon beim Thema wären – wie läuft’s in PyeongChang?
Soweit so gut würde ich sagen. Die ersten Events in Slopestyle Ski und Snowboard liegen bereits hinter uns und diese Woche stehen noch der Skiercross und der Boardercross an.

Funpark in PyeongChang
Funpark in PyeongChang

Alles, was wir hier drüben mitbekommen, ist ja im Endeffekt nur das Geschehen in dem krassen Funpark, den Schneestern aus dem Boden gestanzt hat. Wie weit ist man vor Ort denn wirklich? Kann Olympia kommen?
Ich denke, bis Olympia ist es hier definitiv noch ein langer Weg. Der Park und sämtliche Obstacles waren und sind der Wahnsinn, aber es gibt natürlich auch rundherum sehr viel zu tun. Die ganze Infrastruktur ist bei weitem noch nicht hergestellt und auch diverse Abläufe müssen auf jeden Fall noch optimiert werden. Wenn ich einen Blick in das offizielle Büro hier werfe, dann sehe ich zwar ca. 65 Leute drinnen sitzen – gerne und oft auch beim Schlafen – aber frage mich dann permanent, was die eigentlich alle den ganzen Tag lang machen. Das Rezept „mit Masse und Quantität Arbeit bewältigen“, geht halt definitiv nicht ganz auf. Wo in unseren Breitengraden eine Person verantwortlich ist für eine Aufgabe, stehen hier gleich zehn zur Verfügung. Leider eher zehn sinnlose Kandidaten muss ich sagen…

Okay, wenn die alle im olympischen Büro so arbeiten, wird Einiges klar.
Okay, wenn die alle im olympischen Büro so arbeiten, wird Einiges klar.
Der Bickel trifft die Einheimischen.
Der Bickel trifft die Einheimischen.

Wie kommt es eigentlich, dass du gerade drüben bist und sogar bei der Organisation des Test-Events mithilfst?
Ich habe bereits letztes Jahr eine eigene Firma gegründet und arbeite seither, über eine Zwischenstation, als Selbstständiger für den FIS-Weltcup. Ironischerweise eigentlich sogar nur für die Snowboarder. [lacht]

Moment mal, da müsstest du uns kurz uns verraten, was genau du bei der FIS für die Snowboarder machst? Wirst du dem Skisport etwa untreu?
[lacht] Nein, da kann ich dich beruhigen. Bei der FIS sind wir mit unserem Team verantwortlich für den Start und das Ziel, d.h. alles, von der Konstruktionen übder das Branding bishin zur Siegerehrung etc…